Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Die nächste Niederlage

9 min read

Die U19 bleibt in der Nachwuchs-Liga weiter punktlos. Dabei schafften die jungen Löwen bei Holstein Kiel den so ziemlich perfekten Start und gingen durch Sebastian Dabrowski früh in Führung. Doch noch vor dem Seitenwechsel drehten die Hausherren die Partie. In einem eigentlich recht ausgeglichenen Spiel waren zwei Dinge entscheidend. Die Kieler machten deutlich weniger Fehler und die drei Minuten nach Wiederanpfiff. Denn nach der Halbzeit pennten die Blau-Gelben gleich zweimal völlig und plötzlich stand es nach einem Doppelschlag 4:1 für die jungen Störche. Anschließend spielte fast nur noch die Eintracht und kam über Bastian Redecker und Ali Altay auch noch zum 4:3, doch mit Abpfiff gelang den Gastgebern vor etwa 100 Zuschauern ein erfolgreicher Konter zum 5:3-Endstand.

In dem wirklich riesigen und top modernen NLZ des Bundesliga-Absteigers gab es nicht nur eine Vielzahl an Gebäuden und ganze sechs Spielfelder, sondern auch eine richtige Catering-Einheit. Vermutlich auch durch die Regionalliga-Vergangenheit der U23. Bratwurst für 3,50 €, das ist im Vergleich zum ungewollten Ruhm des teuren Caterings der Kieler Profis recht günstig. Gut war die vor Fett triefende Wurst allerdings wirklich nicht. 4,5/10 von mir, das war wirklich enttäuschend. Immerhin gab es mit Krakauer, Frikadelle, Pommes, veganer Wurst und bunter Tüte einiges an Auswahl, darauf verzichtete ich aber lieber.

U19-Coach Niklas Bahr entschied sich zum Abschluss der englischen Woche für folgende Aufstellung: Leon Herdes – Luca Perri, Ben Fuchs, Mads Runge, Marvin Hounkpati – Jonah Funk (C), Abdel Awali – Bastian Redecker, Milan Gryglewski (60. Arda Aksac), Sebastian Dabrowski (60. Mika Ketzscher)- Ali Altay

Eine Minute war gespielt, als Ali Altay eine Freistoßflanke von Sebastian Dabrowski klar über den Kasten köpfte. Fünf Minuten später wurde ein langer Einwurf von Ben Fuchs am ersten Pfosten verlängert. Sebastian Dabrowski stand acht Meter vor dem Tor goldrichtig und vollstreckte in die linke Ecke. Der ganz frühe Führungstreffer für die U19, das 1:0!

Das war übrigens bereits das vierte Spiel in Folge, in dem die jungen Löwen in den ersten zehn Minuten ein Treffer gelungen war. Für einen Punkt sollte es dennoch nie reichen. Zurück zum heutigen Spiel. Im direkten Gegenzug kamen die Gastgeber nach einer flachen Hereingabe von der linken Seite am ersten Pfosten zum Abschluss, der Kieler konnte die Kugel aber nur ans Außennetz drücken. Die Anfangsviertelstunde war noch nicht vorbei, als Mila Gryglewski den Ball von der Mittellinie über die Abwehrkette hob. Bastian Redecker hatte freie Bahn und blieb alleine vor dem Tor cool, drin war das Ding. Doch die Fahne ging hoch, Abseits. Ganz ehrlich, das sah von meiner Position doch recht deutlich nach einer Fehlentscheidung aus und auch einige Kieler in meiner Nähe hatten es ähnlich gesehen. Pech für den pfeilschnellen Angreifer und die Eintracht.

Zwei Zeigerumdrehungen danach fing Bastian Redecker einen Pass im Aufbauspiel der Gastgeber ab und zündete den Turbo, konnte vom letzten Verteidiger aber noch abgegrätscht werden. Anschließend setzten sich die jungen Löwen mit mehreren Ecken am Strafraum der Kieler fest, wirklich gefährlich wurde es aber erst, bis eine Ecke zu Luca Perri geklärt wurde, der das Leder zurück zum Eckenschützen Milan Gryglewski spielte, dessen Flanke landete über Umwege bei Bastian Redecker, der aus 18 Metern volley abzog. Klar abgefälscht zischte die Kugel über den Querbalken, statt Ecke gab es aber Abstoß. 20 Minuten waren noch zu spielen, als die Gastgeber einen Freistoß halblinks 25 Meter vor dem Strafraum zugesprochen bekamen. Und diesen trat die Nummer 10 wirklich herrlich. Das Leder drehte sich fast genau in den linken Knick, Leon Herdes flog vergebens, das Ding war drin. Der Ausgleich zum 1:1.

Das war bitter, hatten die jungen Störche bis dahin noch so gar keinen Schuss aufs Tor der Eintracht abgelassen. Die Eintracht suchte die erneute Führung, zwei Minuten später köpfte Mads Runge eine Ecke von Milan Gryglewski aber klar über die Latte. Eine Minute danach setzten sich die jungen Löwen am Strafraum des Gegners fest. Über Abdel Awali und Sebastian Dabrowski kam das Leder zu Jonah Funk. Der Kapitän zog aus 20 Metern wuchtig ab. Der Keeper konnte das Geschoss nicht festhalten und ließ nach vorne abprallen, Luca Perri verwertete das Leder mit feinem Fuß. Doch erneut ging die Fahne hoch. Wieder Abseits, wieder knapp, doch dieses Mal wohl richtig. Auf der anderen Seite verschaffte sich die Nummer 7 mit einem Haken etwas Platz und fand eine kleine Lücke im Abwehrverbund zum Abschluss. Sein Schuss aus 17 Metern klatschte an den linken Innenpfosten und prallte von dort ins Tor. Zweiter Schuss aufs Tor, zweiter Treffer, Spiel gedreht, 1:2 aus Sicht der Blau-Gelben.

So kann es im Fußball mal sein. Die Kieler waren hier nicht besser, leisteten sich aber einfach weniger Fehler und nutzte die der jungen Löwen effizient aus. Zwei Minuten vor der Pause setzte Ben Fuchs Milan Gryglewski in Szene, der auf Bastian Redecker durchsteckte. Der Toptorjäger hatte aus leicht spitzem Winkel zehn Meter vor dem Tor eigentlich freie Schussbahn, traf den Ball aber nicht richtig und so rollte die Kugel vier Meter rechts am Tor vorbei. Wenige Augenblicke später schlug Marvin Hounkpati eine Flanke vom linken Strafraumeck auf den zweiten Pfosten. Dort setzte sich Milan Gryglewski im Luftduell durch und köpfte die Kugel auf die rechte untere Ecke. Doch der Schlussmann tauchte ab und sicherte sich das Spielgerät.

Dann war Halbzeit. Hier war noch alles drin, denn das Spiel war mindestens ausgeglichen. Die wenigen Fehler und die Effizienz des Konkurrenten waren bisher neben einigen eigenen Ungenauigkeiten entscheidend. Trainer Christian Menzel verzichtete auf Wechsel.

Der Start in den zweiten Durchgang war wohl das, was man als Horrorstart bezeichnet. Die Defensive der jungen Löwen verpennte den Start völlig. Wieder war es die Nummer 7, die dieses Mal von der linken Seite nach innen zog, dabei nicht nennenswert gestört wurde und aus 14 Metern halblinks vor dem Tor abziehen durfte. Wieder traf der Kieler den Ball klasse, der im langen Eck einschlug. Das 3:1 für die Kieler.
Nur eine Minute später flog ein eigentlich zielloser und harmloser langer Ball in die Hälfte der Blau-Gelben. Eigentlich. Denn die jungen Löwen hatten anscheinend nicht damit gerechnet, dass die Nummer 8 durchlief und so nahm der Kieler zwei Löwen gleich mehrere Meter ab, ging leichtfüßig am letzten Verteidiger der Eintracht vorbei und vollstreckte alleine vor Leon Herdes gegen die Laufrichtung des BTSV-Torwarts in die linke Ecke. Das 4:1.

Das hatte gesessen, ein schmerzhafter Doppelschlag. Viermal hatten die Gastgeber aufs Tor geschossen, viermal hatten sie getroffen. Doch die jungen Löwen erwachten. Ben Fuchs eroberte am eigenen Strafraum den Ball und ließ mit einem überragenden Dribbling über 50 Meter gleich mehrere Gegenspieler einfach stehen. Anschließend steckte er im richtigen Moment auf Ali Altay durch, der im direkten Duell am Kieler Schlussmann scheiterte. Doch der Stürmer und Bastian Redecker setzten nach und am Ende war es Redecker, der den Ball in die linke Ecke jagte. Nur noch 4:2!

Trainer Niklas Bahr reagierte und brachte mit Mika Ketzscher und Arda Aksac für Milan Gryglewski und Sebastian Dabrowski frischen Schwung für die Offensive. Doch beinahe hätte es umgehend erneut im Tor der Löwen geklingelt. Ein misslungener Klärungsversuch prallte zweimal ab und brachte einen Kieler glücklich frei vors Tor, im direkten Duell behielt Leon Herdes aber die Oberhand. Kurz darauf stellten sich die jungen Löwen wenig clever an, als sie einem Kieler den Ball zuwarfen, damit dieser sich mit seinem Einwurf beeilte. Und das tat dieser so sehr, dass die Blau-Gelben überrumpelt waren. Ein junger Storch brach über links frei durch und lupfte den Ball über Leon Herdes hinweg, aber auch über das Tor.

Dann kam die Eintracht mal wieder zum Abschluss. Mika Ketzscher machte mit einem starken Dribbling Meter und legte für Arda Aksac ab, der aus 18 Metern abzog: knapp drüber. Ich dachte anschließend: „Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt für das 4:3!“. Währenddessen marschierte Luca Perri über den rechten Flügel und flankte vom rechten Strafraumeck in die Gefahrenzone. Dort schraubte sich Ali Altay in die Höhe und erwischte die Kugel mit einem Kopfball aus dem Lehrbuch. Das Leder schlug unhaltbar unter der Latte ein, der Anschlusstreffer, nur noch 4:3!

Nun drehten die Kieler ordentlich an der Uhr, noch mehr als zuvor schon. Der Holstein-Keeper fing einen langen Ball der Löwen zehn Meter vor dem Strafraum ab, dribbelte 30 Metern an die hinterste Ecke des eigenen Strafraums, nur um dort auf die Löwen zu warten. Als er angelaufen wurde, nahm er im letzten Moment den Ball auf. Gängige Praxis, mit dem 30 Meter Dribbling vorher aber dann doch ein ungewöhnlicher Anblick. Drei Minuten nach dem Anschlusstreffer schlug Marvin Hounkpati eine Ecke von der rechten Seite auf den ersten Pfosten. Dort flog Ali Altay völlig frei dem Ball entgegen, hatte aber das richtige Timing verpasst und konnte so per Kopf nur verlängern. Am zweiten Pfosten zog Arda Aksac ab. Sein Schuss wurde abgefälscht und gerade noch vor der Linie geklärt. Eine Zeigerumdrehung später löffelte Marvin Hounkpati die Kugel aus dem linken Halbfeld in den Strafraum. Mads Runge verlängerte mit dem Kopf in den halbrechten Strafraumbereich, wo Ali Altay volles Risiko ging und das Leder per Volley direkt nahm. Der Ball rauschte knapp links am Tor vorbei.

Es war nun ein Spiel auf ein Tor. Die Kieler kamen nicht mehr zu Entlastungsangriffen und konzentrierten sich auf enormes Zeitspiel und unterbrachen die Angriffe der jungen Löwen immer wieder mit Fouls. Dabei hatten sie durchaus Glück, dass der Schiedsrichter bei ihnen sehr milde war mit den gelben Karten und auch trotz Ermahnungen das mehrfache Wegschießen des Balls nicht ahndete. Es lief die letzte Minute der regulären Spielzeit, als Marvin Hounkpati eine Ecke von der rechten Seite in die Gefahrenzone schlug. Dort setzte sich Ali Altay im Kopfballduell durch und schädelte die Kugel auf die linke Ecke. Alle 22 Spieler schauten dem Ball hinterher und hielten den Atem an. Der Ball prallte an den linken Innenpfosten und von dort weiter auf der Torlinie entlang, doch ein Kieler konnte noch klären, bevor das Spielgerät die Linie überquerte. Zwei Minuten später trat ein Kieler im Zweikampf mit Abdel Awali rustikal zu und traf den Mittelfeldspieler heftig am Bein. Das hatte richtig geknallt. Einen Freistoß gab es allerdings nicht. Nach einer Behandlung konnte Awali immerhin weiterspielen.

Die anschließenden fünf Minuten Nachspielzeit wirkten anhand des massiven Zeitspiels tatsächlich sogar wenig. Eine Minute der Nachspielzeit war gespielt, als Ben Fuchs einen Einwurf weit in den gegnerischen Strafraum schleuderte. Ali Altay verlängerte per Kopf Richtung Tor, doch der Keeper packte sicher zu. Die Nachspielzeit war bereits fast abgelaufen, als die jungen Löwen eine letzte Ecke bekamen. Doch diese flog den Blau-Gelben um die Ohren. Die Gäste konterte, Leon Herdes ging an der Mittellinie in den Zweikampf und hatte Pech, dass der Pressschlag zu einem anderen Kieler eierte. Dieser nahm Tempo auf und ließ dem einzig verbleibenden Eintracht-Akteur, Mika Ketzscher keine Chance und gab das Leder an den völlig freien Mitspieler weiter. Die Nummer 8 schob den Ball ins leere Tor. Dieses hätte allerdings nicht zählen dürfen. Es müssen bei Ballabgabe immer zwei gegnerische Spieler hinter dem eingreifenden Stürmer stehen. Da Leon Herdes hinter dem Ball war, war er die Abseitslinie und nicht Mika Ketzscher. So stand der Torschütze eigentlich im Abseits. Das hatte der Assistent im Gegensatz zur ersten Halbzeit aber übersehen. So zählte das 5:3.

War am Ende aber auch egal, denn direkt danach war Schluss. Mit durchaus einer relevanten Menge an Pech verloren die jungen Löwen gegen die jungen Störche, die an diesem Tag einfach weniger Fehler gemacht hatten. Die Blau-Gelben waren nicht effektiv genug und hatten es mehrfach verpasst, aussichtsreiche Angriffe in Torchancen umzuwandeln. Auf der anderen Seite zeigten sich die Gastgeber äußerst effektiv und hatten fast jede Torchance genutzt. So steht die Eintracht-U19 weiterhin punktlos auf dem letzten Tabellenplatz. Weiter geht es für die jungen Löwen am kommenden Samstag. Dann geht die Reise HSV, der bisher alle Spiele gewinnen konnte. Anstoß ist um 13 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.

Tore: 0:1 (6. Spielminute, Sebastian Dabrowski), 1:1 (24. Spielminute, Maximilian Schmitz), 2:1 (34. Spielminute, Younes Zöllner), 3:1 (47. Spielminute, Younes Zöllner), 4:1 (48. Spielminute, Kevin Kortum), 4:2 (55. Spielminute, Bastian Redecker), 4:3 (78. Spielminute, Ali Altay), 5:3 (90.+5 Spielminute, Kevin Kortum)

Bis dahin

Euer Kivi

Kommentar verfassen

Entdecken Sie mehr von

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen