Tag 6 im Trainingslager – torloses Testspiel
7 min readAm sechsten Tag im Trainingslager gab es morgens nur eine kurze Einheit für die Löwen, ehe es am frühen Abend ein Testspiel gegen den türkischen Meister von 2020, Istanbul Başakşehir FK. Dort waren einige Eintracht-Fans anwesend, darunter über 50 Kinder und Jugendliche vom Ferienlager vom FC Schwülper. Insgesamt sahen die etwa 350 Zuschauer ein torloses Remis ohne viele Highlights. Lino Tempelmann musste verletzt ausgewechselt werden, das war das Gegenteil eines Highlights. Was die Löwen und ich heute so erlebt haben, erfahrt ihr im Trainingslagerbericht direkt aus Tirol. Viel Spaß beim Lesen!

Heute gab es mal wieder Toast zum Frühstück, anschließend hieß das Ziel erneut: Koasastadion. Dort stand eine kurze Einheit als letzte Vorbereitung auf das erste Testspiel im Trainingslager an. Das Trainerteam begrüßte beim Eintreffen die bereits anwesenden Fans per Handschlag. Zum Start übernahm Tizian Ludewig wieder die Erwärmung, ehe die Löwen in drei Rondo-Gruppen gingen. Dabei mischten auch die beiden Co-Trainer Marc Pfitzner und Marcel Goslar mit. Danach gingen die Blau-Gelben noch einmal das Verhalten bei Standards durch. Ecken und Freistoßflanken von beiden Seiten wurden ausführlich besprochen und geübt und auch direkte Freistöße kamen dran: Dabei hatte Max Marie das letzte Wort und zirkelte einen Versuch aus 22 Metern herrlich in den linken Knick.
Direkt danach war das Training vorbei, besser konnte es ja auch nicht mehr werden. Ich machte dann noch traditionell das Foto mit den Spielern aus dem NLZ. Mich führte der Weg in ein Café mit Mittagstisch, das Schnitzel war dann aber doch ziemlich groß, dafür aber auch wirklich lecker. Platz für eine Kugel Eis war dennoch und heute wurde der dritte Eis-Spot in St. Johann getestet. Die Wahl fiel auf eine Kugel Smarties. Milcheis mit Schokoladen- und Smartie-Stückchen. Das war wirklich sehr lecker, mein Favorit bleibt aber der Eiswagen, der allerdings nur bei beständigem Wetter da ist.

Da die Fahrt nach Jenbach zum Testspiel eine knappe Stunde dauerte, folgte der Aufbruch auch dementsprechend zügig. Auf dem Weg dahin überholte ein gelber Sportwagen äußerst riskant und hatte nur Glück, dass andere für ihn mitdachten, denn sonst hätte es wohl gekracht. Wenig später sah man den Sportwagen abseits der Straße stehen, bewacht von zwei Polizisten. Na denn.
Im Stadion vom SK Jenbach angekommen, sah man einige bekannte Gesichter. Auch Fans, die nur für das Testspiel anreisten, da ein Besuch über das gesamte Trainingslager aus verschiedenen Gründen nicht möglich war.
Kommen wir mal zum Kulinarischen: 10/10 gibt es heute ausnahmsweise mal für Flüssiges, denn das Wasser war bis auf den Becherpfand gratis. Eine tolle Sache!
Meine Erinnerungen an das vergangene Jahr trügten mich nicht, denn die Knoblauchstangerl für 2,20 Euro war einfach spitze. Die nächste 10/10 von mir. Satt machte das Gebäck allerdings nicht, daher gab es für 4 Euro noch eine Bratwurst. Diese ist schwer zu beschreiben und war auf jeden Fall ganz anders als die in Deutschland bekannte Bratwurst. Nicht schlecht, aber auch tatsächlich nicht so richtig gut. 5,5/10 von mir.

Bevor es dann losging, staunte der ein oder andere Eintracht-Spieler nicht schlecht. Denn vom Ferienlager meines Heimatvereins, dem FC Schwülper, waren über 50 Kinder und Jugendliche, sowie deren Betreuer, angereist. Und diese präsentierten eine kleine Choreo aus blauen Luftballons und gelben Servietten. Da machten sogar Mitarbeiter des türkischen Erstligisten erstaunt Fotos. Bereits seit den 1970ern gibt es die Reise nach Breitenbach, die Klaus Breitkopf 2018 beim FC Schwülper integriert hat. Dabei sind alle Reisenden im gleichen Haus, verpflegen sich selbst und machen einige Aktionen, wie selber Seife herstellen oder Fußball-Turniere. Die 1. Herrenmannschaft vom FC Schwülper stieg in der vergangenen Saison übrigens als Meister und Pokalsieger in die Bezirksliga auf.

Für die erste Hälfte wählte Trainer Heiner Backhaus folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Mehmet Can Aydin, Kevin Ehlers, Lukas Frenkert, Fabio di Michele Sánchez – Sven Köhler (C) – Lino Tempelmann (17. Marvin Rittmüller), Max Marie – Johan Gómez, Sidi Sané (37. Fabio Kaufmann) – Levente Szabó
Als der Ball dann rollte, hatten die Löwen die erste Torchance, Lukas Frenkert köpfte eine Freistoßflanke von Sven Köhler aber über den Querbalken, da waren fünf Minuten gespielt. Drei Minuten später spielte Levente Szabó den Ball raus auf die linke Seite. Von dort zog Fabio di Michele Sáncchez in den Strafraum und flankte die Kugel auf den Elfmeterpunkt. Dort kam Johan Gómez heran gerauscht, beförderte das Spielgerät per Kopf aber über die Latte. Kurz darauf knickte Lino Tempelmann bei einem Zweikampf um, blieb liegen und musste behandelt werden. Der Mittelfeldspieler probierte es noch einmal, wurde aber wenig später von Marvin Rittmüller ersetzt. Aydin besetzte die Tempelmann-Position.
Kurz darauf marschierte Kevin Ehlers von der Mittellinie zum Strafraum und setzte mit einem Steck-Pass Johan Gómez in Szene, dessen Schuss aus 14 Metern zur Ecke abgefälscht wurde. Diese servierte Max Marie in die Gefahrenzone, wo ein Başakşehir-Akteur den Ball knapp über das eigene Tor bugsierte. Auf der anderen Seite wurde es ebenfalls nach einer Ecke gefährlich, doch Thorben Hoffmann tauchte bei dem Kopfball aus kurzer Distanz blitzschnell ab und hielt die Kugel sogar fest. Der türkische Erstligist spielte hier durchaus robust, ließ sich andersrum aber recht schnell fallen. Das missfiel einigen Eintracht-Spielern und so kam es zu einer ersten Rudelbildung, die sich aber schnell auflöste.

Eine halbe Stunde war gespielt, als Thorben Hoffmann einen Schuss aus 20 Metern mit den Fingerspitzen über den Querbalken lenkte. Der Schiedsrichter entschied auf Abstoß, doch Hoffmann zeigte sich als fairer Sportsmann und gab zu, den Ball noch berührt zu haben. Fünf Minuten später überlistete Hoffmann mit einem langen Ball die gegnerische Abwehrkette, doch im Laufduell mit dem Torwart hatte Marvin Rittmüller das Nachsehen. Kurz vor der Pause brach der türkische Erstligist über rechts in den Strafraum der Löwen. Ex-Löwe Onur Bulut spielte die Kugel flach vors Tor, wo gleich zweimal der Abschluss aus nächster Nähe erfolgte, doch Kevin Ehlers klärte gleich doppelt auf der Linie.
Dann war Halbzeit. Das durchaus effektive Pressing der Eintracht hatte im Laufe der ersten Halbzeit merklich nachgelassen, offensiv ging ohne diese Momente eigentlich gar nichts mehr. Defensiv war es gegen einen starken Gegner aber absolut ok, denn die Blau-Gelben, die heute komplett in Weiß spielten, hatten nur wenige Abschlüsse im Strafraum zugelassen.
Für den zweiten Durchgang entschied sich Trainer Heiner Backhaus für folgende Aufstellung: Marko Rajkovacic (TW) – Marvin Rittmüller, Kevin Ehlers (67. Andrej Schlothauer), Sven Köhler (C, 67. Maxim Root), Lukas Frenkert (67. Abdel Awali), Sanoussy Ba – Lennard Becker – Walid Ould-Chikh, Fabio Kaufmann, Christian Conteh – Sebastian Polter

Wieder hatten die Löwen die erste Torchance, wieder war es eine Freistoßflanke von Kapitän Sven Köhler. Diese war eigentlich gar nicht mal so gefährlich, doch dem Torwart flutschte der Ball wieder aus der Hand. Sebastian Polter konnte die Kugel aus spitzem Winkel aber nicht aufs Tor bringen. Auf der anderen Seite köpfte Başakşehir eine Halbfeldflanke klar am Tor vorbei. Im Gegenzug konnte Walid Ould-Chikh über rechts in den Strafraum eindringen und ließ sich nach einem leichten Kontakt zu plump fallen: richtige Entscheidung, kein Elfmeter. Die Löwen gewannen den Ball am Strafraumrand zurück, dieses Mal entschied der Schiedsrichter auf Freistoß, das war allerdings sehr hart. Sven Köhler beschwerte sich und sah die Gelbe Karte.
Drei Zeigerumdrehungen danach dribbelte Christian Conteh über links in den Strafraum und legte mustergültig für Fabio Kaufmann ab, der aus zehn Metern völlig frei zum Abschluss kam, das Leder aber deutlich am Tor vorbeischoss. Da war deutlich mehr drin. Eine Viertelstunde danach gewann Andrej Schlothauer mit intensiver Zweikampfführung den Ball weit in der gegnerischen Hälfte. Wieder entschied der Schiedsrichter auf Foul. Das war wieder ziemlich hart, dieses Mal beschwerte sich Walid Ould-Chikh und sah ebenfalls gelb. Diese Karte gab es wenig später auch auf der anderen Seite nach einem heftigen Tritt gegen Fabio Kaufmann. Da der Schiedsrichter sehr lange zögerte, gab es die nächste Rudelbildung, die sich aber auch ohne Zutun des Schiedsrichters wieder auflöste.

Kurz darauf spielte sich der Conference-League-Teilnehmer am Eintracht-Strafraum fest, den folgenden Schuss aus 16 Metern boxte Marko Rajkovacic souverän aus der Gefahrenzone. Zwei Zeigerumdrehungen danach holte Abdel Awali clever einen Freistoß am Strafraumrand raus. Max Marie war nicht mehr auf dem Platz, also versuchte es Walid Ould-Chikh und zirkelte den Ball auch über die Mauer, allerdings zu zentral aufs Tor, um wirklich gefährlich zu werden. Der 35-malige türkische Nationalkeeper im Tor, Volkan Babacan, hielt die Kugel sicher fest. Eine Minute war noch zu spielen, als Christian Conteh kurz vor dem Strafraum hängen blieb. Abdel Awali schnappte sich das Spielgerät, ging mit einem Haken an seinem Gegenspieler vorbei und zog aus 18 Metern ab. Seinen Flachschuss konnte der Torwart aber parieren.

Kurz danach war Schluss! Die Eintracht und Istanbul Başakşehir FK trennten sich torlos. Einige Autogramm- und Selfiejäger bekamen noch ihre Wünsche erfüllt, dann ging es zurück ins Hotel. Das Testspiel zeigte klar, es muss noch was passieren beim BTSV, denn das war offensiv über die meiste Zeit zu wenig. Morgen geht es weiter im Trainingslager, alles was dann passiert, erfahrt ihr wieder hier.
Bis dahin
Euer Kivi
