Unnötige Spannung
7 min readDie U23 gewinnt hochverdient mit 2:1 gegen den VfL Oldenburg! Lange sah es nach einem souveränen Erfolg für die Adelmann-Elf aus, die bereits vor der Pause durch eine Strafstoß von Kapitän Phil-Louis Kunze und einen Treffer von Mason Grumbach eine 2:0-Führung heraus gespielt hatte. Nach dem Seitenwechsel vergaben die jungen Löwen mehrfach die Vorentscheidung und so wurde es nach dem späten Anschlusstreffer zum 2:1 per Strafstoß und aus dem absoluten Nichts doch nochmal spannend. Doch Eintracht-Schlussmann Emil Strauch musste nicht mehr eingreifen und so konnten sich die Blau-Gelben vor 175 Zuschauern endlich über den zweiten Heimsieg der Saison freuen.
U23-Coach Fabian Adelmann entschied sich für folgende Aufstellung: Emil Strauch (TW) – Maxim Root (83. Leon Taiyo Suzuki), Phil-Louis Kunze (C), Raffael Ziegele, Florian Wendt – Robin Placinta (87. Benjamin Mbom), Lukas Sommer (75. Gabriel Jerome Michalek), Leonard Laatsch, Maksym Tytarenko (83. Ensar Maloku) – Rami Zouaoui (67. Basim El-Haj), Mason Grumbach

Die erste Chance hatten die jungen Löwen: Maksym Tytarenko spielte einen schnellen Doppelpass mit Maxim Root, kam aus spitzem Winkel aber nicht am Torwart vorbei, der zur Ecke parierte. Diese schlug Rami Zouaoui auf den Elfmeterpunkt, wo Phil-Louis Kunze das Leder direkt aus der Luft volley nahm, seinen Schuss aber zu zentral platzierte, sodass der VfL-Schlussmann erneut parieren konnte. Es war extrem windig in der Rheingoldarena, dies bereitete beiden Teams merklich Schwierigkeiten. Die Gäste, die im ersten Durchgang mit dem Wind spielten, hatten dadurch bei langen Bällen und Freistößen Vorteile. So wurde ein eigentlich harmloser Freistoß von der linken Seite gefährlich Richtung Tor gepustet, flog dann aber doch über den Querbalken. Mitte der ersten Halbzeit köpften die Gäste dann nach einer Ecke aus kurzer Distanz knapp über das Tor.
Zwei Zeigerumdrehungen danach bekamen die Oldenburger einen Freistoß kurz vor der Strafraumkante zugesprochen. Die Gäste versuchten es direkt, setzten den Ball aber zwei Meter über den Kasten. Eine Viertelstunde vor der Pause sorgt ein überragendes Dribbling von Rami Zouaoui für die Riesenchance zur Führung. Der technisch beschlagene Offensivspieler überrannte mit Ball seinen Gegenspieler und wurde im Strafraum zu Boden gerissen. Ein glasklarer Strafstoß und Glück für die Gäste, dass der Schiedsrichter auf die eigentlich fällige gelbe Karte verzichtete. Strafstöße sind bei den jungen Löwen Chefsache und so trat wieder einmal Phil-Louis Kunze an. Der Innenverteidiger verwandelte souverän und leistete damit ein echtes Kuriosum. Bereits zum dritten Mal in der Rückrunde verwandelte der Kapitän einen Strafstoß, den Rami Zouaoui herausgeholt hatte, zum 1:0 für die U23!

Darüber hinaus war es das vierte Spiel in Folge, in dem Kunze ein Tor gelungen war! Wenige Minuten später fing der Gäste-Keeper eine Flanke ab und sprang dabei in Maksym Tytarenko, der sich passiv verhalten hatte. Dabei flutschte der Ball aus der Hand des Torwarts. Tytarenko wollte ablegen, wurde dabei klar gefoult, der Schiedsrichter ließ aber erstmal weiterlaufen, denn die jungen Löwen blieben dran: Rami Zouaoui zog ab, der Keeper konnte parieren, doch Mason Grumbach stand genau richtig und vollendete den Abpraller zum Doppelschlag ins verlassene Tor: Der zum Stürmer umfunktionierte Mittelfeldspieler traf bereits im dritten Spiel in Folge, das 2:0 für den BTSV!
Beinahe wären die Gäste kurios zum Anschlusstreffer gekommen, denn eine Ecke drehte sich durch den Wind direkt aufs Tor, doch Emil Strauch war mit einer Faust da und verhinderte den Einschlag.
Dann war Halbzeit. Die U23 führte verdient, auch wenn nur wenig klare Chancen entstanden waren, denn die jungen Löwen waren hier das eindeutig bessere und überlegene Team. Trainer Fabian Adelmann sah dementsprechend auch keinen Grund für Veränderungen.

Im zweiten Durchgang versuchten die Gäste, auf den Anschlusstreffer zu drängen und das gab den jungen Löwen Platz zum Kontern. Bereits wenige Minuten nach Wiederanpfiff rollte der erste schnelle Gegenangriff auf das Tor im Schatten der Gegengerade-Tribüne. Maksym Tytarenko schickte Robin Placinta zur Grundlinie, der das Leder in den Rückraum legte. Dort entschied sich Tytarenko für einen unorthodoxen Abschluss, aber die Idee misslang völlig und so flog der Ball klar über den Querbalken. Drei Minuten später spielte Robin Placinta einen herrlichen Pass in den Lauf von Maksym Tytarenko, der die Kugel im Strafraum nicht perfekt kontrollieren konnte, die Szene aber mit einer tollen Bewegung an seinem Gegenspieler vorbei wieder gefährlich machte und mit einem Querpass seine Mitspieler suchte. Wenige Meter vor dem Tor verpasste Mason Grumbach das Spielgerät hauchzart.
Eine Minute danach zog Rami Zouaoui mit einem tollen Dribbling über links in den Strafraum, seinen Querpass klärten die Gäste in höchster Not vor mehreren einschussbereiten Blau-Gelben. Kurz darauf leitete ein langer Ball von Lukas Sommer die nächste Torchance ein. Maksym Tytarenko zog von der linken Seite nach innen, schlenzte die Kugel 14 Meter halblinks vor dem Tor aber knapp rechts vorbei. Wenige Augenblicke später zog Robin Placinta von der rechten Seite nach innen und suchte am Strafraumrand den Abschluss, sein Flachschuss geriet aber zu zentral. Zwei Zeigerumdrehungen danach täuschten Rami Zouaoui und Robin Placinta die Ausführung eines Freistoßes aus dem rechten Halbfeld mehrfach an, sodass die Abwehr der Gäste bei der tatsächlichen Hereingabe von Placinta unsortiert war. Am zweiten Pfosten kam Mason Grumbach zum Abschluss, ein Abwehrspieler schmiss sich aber noch dazwischen und blockte zur Ecke.

20 Minuten waren noch zu spielen, als Mason Grumbach einen herrlichen Doppelpass mit Maksym Tytarenko spielte und links in den Strafraum eindrang. Seine Hereingabe landete beim völlig freien Basim El-Haj, der das Leder acht Meter vor dem Tor volley nahm und über den Kasten bugsierte. Zwei Minuten später wurde Grumbach im Strafraum rustikal zu Boden gebracht. Im Mittelfeld wird ein solches Einsteigen regelmäßig gepfiffen, denn der Ball war da überhaupt nicht im Spiel. Einen zweiten Strafstoß für die Blau-Gelben gab es aber nicht. Wenig später wurde es nochmal ärgerlicher. Nach einem feinen Konter tauchten Mason Grumbach und Maksym Tytarenko völlig frei vor dem Tor auf. Der Ball kam von der rechten Seite in den Strafraum, Grumbach stand im Abseits, Tytarenko eindeutig nicht. Leider funktionierte die Kommunikation nicht perfekt, sodass sich Grumbach das Spielgerät schnappte und die Fahne hochschnellte.
Eine Minute danach setzte Mason Grumbach auf der rechten Seite Robin Placinta in Szene, der in den Strafraum zog und wieder Grumbach bediente. Dessen Flachschuss aus 14 Metern konnte der Torwart nicht festhalten. Gabriel Jerome Michalek machte das Leder wieder scharf und die jungen Löwen kamen im Getümmel zum Abschluss, aber die Gäste blockten zur Ecke. Bei dieser machte sich Robin Placinta den Wind zunutze und zog die Ecke direkt aufs Tor. Der Keeper war völlig überrascht, brachte durch einen Hechtsprung aber noch die Fingerspitzen an den Ball und kratzte die Kugel gerade noch aus dem Tor.

Und so kam es nach zahlreichen vergebenen Chancen zur Vorentscheidung so, wie es beim BTSV nun mal kommt. Nach einem überflüssigen Ballverlust im Mittelfeld bekamen die jungen Löwen keinen Zugriff, Maxim Root beackerte seinen Gegenspieler intensiv, bis dieser in der Nähe der Strafraumkante zu Boden ging und bis in den Strafraum hechtete. Der Schiedsrichter überlegte kurz und entschied dann auf Strafstoß. Knifflige Sache, von meiner Position aus nicht zu erkennen, wo sich der Zweikampf genau ereignete. Der erste Schuss aufs Tor von Emil Strauch war somit dann auch drin, denn der Strafstoß schlug im rechten Eck ein. Nur noch 2:1.
Die Gäste rannten an, denn auch sie brauchten im Abstiegskampf dringend Punkte. Doch Chancen hatten nur die Blau-Gelben. Und wie! Ein toller Konter über Phil-Louis Kunze und Leonard Laatsch brachte Basim El-Haj links im Strafraum an den Ball. Die U19-Leihgabe legte mustergültig quer auf Mason Grumbach, der zwölf Meter vor dem Tor nur noch den Schlussmann vor sich hatte, an diesem mit seiner Direktabnahme aber nicht vorbeikam. Der Schiedsrichter entschied sich für eine völlig überzogene Nachspielzeit von fünf Minuten, doch die Eintracht kam nicht ins Wanken und verpasste sogar mehrmals gute Kontergelegenheiten. Wieder war es eine Flanke von Basim El-Haj, die zur letzten großen Chance führen sollte. Dieses Mal entschied sich Mason Grumbach gegen die Direktabnahme, sein Ballverarbeitung dauerte aber etwas zu lange, sodass der Torwart sich den Ball schnappen konnte.

Dann war Schluss! Die U23 gewinnt hochverdient und eindeutig zu knapp gegen den VfL Oldenburg und kann somit endlich den zweiten Heimsieg der Saison feiern. Damit bleiben die jungen Löwen zwar die Mannschaft mit den wenigsten Punkten auf heimischen Plätzen, sammelt aber wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Die beste Auswärtsmannschaft der Liga tritt am kommenden Sonntag bei der besten Heimmannschaft der Liga an. Anstoß beim TuS Bersenbrück ist um 15 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Tore: 1:0 (31. Spielminute, Phil-Louis Kunze), 2:0 (37. Spielminute, Mason Grumbach), 2:1 (84. Spielminute Mika-Lasse Nienaber)
Bis dahin
Euer Kivi
