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Auswärtssieg beim Aufstiegskandidaten

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Auswärtssieg! Die U23 schnappt der besten Heimmannschaft der Liga drei Punkte weg und fährt den ersten Sieg nach vier sieglosen Spielen ein. Beim Heeslinger SC wiesen die jungen Löwen erneut nach, warum nur eine Mannschaft mehr Punkte auf fremden Plätzen geholt hat. Bereits nach zwei Minuten traf Kapitän Kunze per Strafstoß zur ganz frühen Führung, in der Meisterminute erhöhte Robin Placinta für die mittlerweile in Überzahl spielenden Blau-Gelben wunderschön auf 0:2. Obwohl die Hausherren per Strafstoß zum Anschlusstreffer kamen und großen Druck aufbauen konnten, hielt die knappe Führung über die beinahe siebenminütige Nachspielzeit an. Und so war das letzte Bild des Tages für die 300 Zuschauer eine Jubeltraube der Braunschweiger Eintracht.

U23-Coach Fabian Adelmann entschied sich für folgende Aufstellung: Lennart Schulze Kökelsum (TW) – Maxim Root, Phil-Louis Kunze (C), Raffael Ziegele, Salem Nouwame – Robin Placinta (77. Ensar Maloku), Lukas Sommer, Jona Borsum, Maksym Tytarenko (63. Leonard Laatsch) – Rami Zouaoui, Mason Grumbach (70. Basim El-Haj)

Die erste Spielminute war gerade abgelaufen, als eine Flanke aus dem Halbfeld von Robin Placinta in den Strafraum segelte. Links neben dem Tor beförderte Maksym Tytarenko die Kugel mit dem Kopf zurück in die Gefahrenzone, wo Salem Nouwame das Leder aus wenigen Metern an den Querbalken drückte. Doch die Szene blieb heiß und Rami Zouaoui reagierte am schnellsten. Zouaoui kontrollierte das Leder mit einem Kontakt und suchte mit einem Hackenpass einen Mitspieler, doch das Spielgerät prallte an die Hand eines Verteidigers. Der Schiedsrichter war sich sofort sicher: Handspiel und damit Strafstoß! Kapitän Phil-Louis Kunze nahm sich der Sache an und nagelte das Spielgerät unhaltbar unter die Latte. Die ganz frühe Führung für die jungen Löwen, das 0:1!

Die Heeslinger reagierten wütend und hätten bei einem Sieg die Chance gehabt, an die Tabellenspitze zu springen. Doch außer überharter Zweikampfführung und viel Gemecker kamen erstmal nicht dabei rum. Es waren bereits über 20 Minuten gespielt, als es die nächste nennenswerte Offensiv-Aktion gab und die kam von der Braunschweiger Eintracht. Nach einer Flanke von Robin Placinta konnte die Gastgeber den Abschluss von Maksym Tytarenko aus spitzem Winkel aber blocken. Fast im direkten Gegenzug war dann auch Löwen-Schlussmann Lennart Schulze Kökelsum erstmals gefordert. Nach einer Flanke von der rechten Seite köpften die Gastgeber gefährlich aufs rechte Eck, doch Schulze Kökelsum tauchte blitzschnell ab und lenkte das Leder noch um den Pfosten.

Kurz darauf zischte ein Flachschuss aus 18 Metern knapp links am Löwen-Tor vorbei. Eine Viertelstunde vor der Pause wurde es erneut nach einer Flanke gefährlich, dieses Mal nach einem Eckstoß von der rechten Seite. Der HSC kam aus kurzer Distanz völlig frei zum Kopfball, doch Lennart Schulze Kökelsum reagierte überragend und verhinderte mit einem starken Reflex den Ausgleich. Doch die Klärungsaktion seiner Verteidiger geriet zu kurz und so kam der Ball erneut von der rechten Seite hoch in den Strafraum zurück. Und erneut kamen die Gastgeber ungestört zum Kopfball, dieses Mal acht Meter halblinks vor dem Tor. Lennart Schulze Kökelsum lenkte den Aufsetzer mit den Fingerspitzen über den Querbalken und versuchte anschließend, seine Vordermänner wach zu schreien, denn das war viel zu einfach gegangen.

Auf der anderen Seite legte sich Rami Zouaoui den Ball an seinem Gegenspieler vorbei und brach scheinbar frei durch, doch der Verteidiger riss den technisch beschlagenen Offensivakteur acht Meter vor dem Strafraum zu Boden. Der Schiedsrichter ließ Gnade walten und gab nur Gelb. So richtig eingreifen hätte aber eigentlich kein anderer Verteidiger mehr. Großes Glück für die Gastgeber. Beinahe hätte der folgende Freistoß den zweiten Jubel des Tages gebracht: Rami Zouaoui spielte den Ball flach auf Robin Placinta, der das Leder mit dem ersten Kontakt in die linke Strafraumseite chippte. Dort kam Phil-Louis Kunze acht Meter vor dem Tor frei zum Kopfball, konnte das Leder aber weder zum völlig frei stehenden Mason Grumbach, noch gefährlich aufs Tor bugsieren und so landete die Kugel in den Armen des Torwarts.

Das Glück, nicht in Unterzahl zu sein, machten sich die Hausherren fünf Minuten vor der Pause selbst zunichte. Bei einem Angriff der jungen Löwen stieß Robin Placinta im Laufduell nach der Ballabgabe leicht mit seinem Gegenspieler zusammen. Eine Szene, wie sie dutzende Male pro Spiel passiert. Doch sein Gegenspieler rastete völlig aus und stieß den flinken Flügelspieler rustikal mit beiden Armen zu Boden. Eine klare Tätlichkeit und das zwei Meter vor dem Schiedsrichter, der überhaupt nicht zögerte und den Übeltäter mit einer Roten Karte runterschmiss. Ein echtes Geschenk für die Blau-Gelben, das war wirklich eine große Dummheit.

Dann war Halbzeit. Es war ein ausgeglichenes Spiel ohne viele Torchancen, bei dem beide Team kaum in den gegnerischen Strafraum vorgedrungen waren. Torchancen und auch der Strafstoß entstanden dabei quasi ausschließlich nach Flanken. Dementsprechend sah Trainer Fabian Adelmann natürlich auch keinen Grund für Wechsel.

Wenige Minuten nach Wiederanpfiff fing Robin Placinta einen Ball 30 Meter vor dem Tor ab und startete den Gegenangriff. Am Strafraum angekommen, bediente er rechts Rami Zouaoui, der aus spitzem Winkel abzog, aber der Torwart parierte zur Ecke. Diese war wieder eine Aufgabe für Robin Placinta, der den ruhenden Ball mit viel Gefühl in den Strafraum zirkelte. Dort schraubte sich Phil-Louis Kunze in die Luft, köpfte das Leder aus sieben Metern aber knapp über den Querbalken. Fünf Minuten später kamen auch die Gastgeber nach einer Ecke zum Kopfball, doch der Ball landete in den sicheren Armen von Lennart Schulze Kökelsum.

Zwei Zeigerumdrehungen danach rutschte ein Steilpass auf der rechten Seite durch und plötzlich stand ein HSC-Akteur halbrechts vor dem Tor völlig frei vor Lennart Schulze Kökelsum, der lange stehen blieb und mit einer überragenden Fußabwehr im direkten Duell den Ausgleich verhinderte. Fast im direkten Gegenzug leitete ein herrlicher Seitenwechsel von Salem Nouwame den nächsten Löwen-Angriff ein. Robin Placinta verarbeitete den Flugball hervorragend, ging einige Schritte Richtung Strafraum und fand mit einem Chip-Pass Mason Grumbach, der das Leder mit dem Rücken zum Tor im Strafraum festmachte und im perfekten Moment zurück in den Lauf von Robin Placinta spielte. Der nahm das Spielgerät direkt und versenkte es wunderschön im linken unteren Eck. Ein herrlich raus gespielter Treffer, zum Zungeschnalzen! Das 0:2 für die U23!

Ein paar Minuten danach steckte der eingewechselte Leonard Laatsch auf den ebenfalls eingewechselten Basim El-Haj durch, der frei durchbrach, aber noch eingeholt und stark bearbeitet wurde. So setzte der U20-Nationalspieler aus Palästina den Ball aus 13 Metern rechts am Tor vorbei. Doppelt ärgerlich wurde diese vergebene Riesenchance im direkten Gegenzug, als sich die Nummer 17 in einem handelsüblichen Zweikampf mit Kapitän Kunze theatralisch fallen ließ. Ob der Schiedsrichter vom ewigen Gemecker und Gejammer der Gastgeber beeinflusst wurde, ist hinfällig, jedenfalls entschied er nach kurzem Überlegen auf Strafstoß. Aus meiner nicht neutralen Sicht ein schlechter Witz, in jedem Fall aber äußerst strittig. Lennart Schulze Kökelsum war chancenlos, der Ball schlug unhaltbar neben dem linken Pfosten ein, nur noch 1:2.

Nun bauten die starken Hausherren einen unfassbaren Druck auf, zogen aber auch alle Register. Das bedeutete in dem Fall, jeden Kontakt annehmen, ständiges lautstarkes Beschweren und jeden Einwurf zehn Meter weiter vorne ausführen. Letzteres lohnte sich besonders, da einer der Verteidiger einen Einwurf wie ein Speerwerfer hatte. Und so war der Ball zumindest im Gefühl der mitgereisten Blau-Gelben Anhänger durchgehend am eigenen Strafraum. Aber die Abwehrreihe um Kapitän Phil-Louis Kunze schmiss sich in jeden Ball, blockte einen Schuss nach dem anderen und gewann haufenweise brenzlige Kopfballduelle.

Und dann hätte beinahe ein Konter gesessen. Benjamin Mbom setzte sich stark gegen den letzten Mann durch und eroberte das Spielgerät zurück, kam auf dem Weg Richtung Tor aber aus dem Tritt, verlor das Gleichgewicht und kam so nicht mehr zum Abschluss. Auf der anderen Seite eierten sich die jungen Löwen nach einem langen Einwurf beinahe auf kuriose Art und Weise den Ball selbst im Tor, am Ende klärte Phil-Louis Kunze aber kompromisslos. Nach der folgenden Ecke rollte der nächste Eintracht-Konter, aber der Pass von Basim El-Haj auf Benjamin Mbom geriet ein Stück zu steil, sodass der Torwart zuerst am Ball war. In der eigentlich fünfminütigen Nachspielzeit, die am Ende fast sieben Minuten ging, wurde es immer mal wieder brenzlig, ein Schuss aufs Tor von Lennart Schulze Kökelsum brachten die Hausherren aber nicht mehr zustande.

Und dann war Schluss! Die Blau-Gelben lagen sich in den Armen und feierten den sechsten Auswärtssieg der Saison. Keine Mannschaft hat auf fremden Plätzen mehr Punkte geholt als die U23. Ein durchaus verdienter Erfolg, denn bei den klaren Chancen hatte die Adelmann-Elf ein kleines Plus. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen ist weiterhin knapp und so langsam, aber sicher sollte der zweite Heimsieg eingeholt werden. Am besten schon am kommenden Samstag, dann empfängt die U23 den nächsten Aufstiegs-Aspiranten. Die Anstoßzeit gegen den FSV Schöningen stehen aufgrund des Derby-Abschlusstrainings noch nicht ganz fest. Hier seid ihr aber auf dem aktuellen Stand. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.

Tore: 0:1 (2. Spielminute, Phil-Louis Kunze), 0:2 (67. Spielminute, Robin Placinta), 1:2 (75. Spielminute, Terry Becker)

Bis dahin

Euer Kivi

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