Gollmer-Volley zum späten Sieg
7 min readRechtsverteidiger Moritz Gollmer entdeckte seinen Torriecher in der Winter-Vorbereitung. Dies zahlte sich heute aus, als die U23 einen späten Ausgleich beim MTV Gifhorn fing. Ein Abpraller landete im hohen Bogen bei Gollmer, der das Leder direkt aus der Luft volley nahm und sehenswert im rechten Eck versenkte. Das war der späte und etwas glückliche Sieg für die jungen Löwen gegen einen Gegner, der in den letzten Wochen punktete wie am Fließband. Zuvor häuften sich die Fehler auf beiden Seiten enorm, immer wieder versprang der Ball, wodurch Gegenstöße ermöglicht wurden. Die Gastgeber gingen früh in Führung, Mitte der ersten Halbzeit glich die Eintracht durch den Toptorjäger der Liga, Linus Queißer aus. Jona Borsum hatte klasse vorbereitet. Eine Viertelstunde vor Ende der regulären Spielzeit bereitete Queißer den zwischenzeitlichen Führungstreffer vor, Robin Placinta musste zum 100. Saisontor der U23 nur noch einschieben. Die Nachspielzeit lief bereits, als die Gastgeber eine weite Flanke mithilfe des linken Innenpfostens zum umjubelten Ausgleich über die Linie drückten, doch dann hieß es „Vorhang auf für Moritz Gollmer“!
Meister-Trainer Ridha Kitar schickte seine Aufsteiger in folgender Besetzung in die Partie: Julian Moser (TW) – Damir Vrancic (C), Phil-Louis Kunze, Leon Taiyo Suzuki (89. Ensar Maloku) – Benjamin Mbom (56. Erik Henschel), Jona Borsum, Rami Zouaoui (58. Len Schneider), Robin Placinta – Maksym Tytarenko (82. Moritz Gollmer) – Linus Queißer (85. Finn Hoffmann), Christian Ebeling

Während es für die U23 nur noch um die bestmögliche Punkteausbeute ging, brauchten die Gastgeber jeden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt. Nach dem Trainerwechsel punkteten die Gifhorner zuletzt auch mehr als ordentlich und haben nach einer eigentlich ausweglosen Lage nun realistische Chancen auf den Verbleib in der Landesliga. Und so begannen die Gastgeber forsch und drängten auf Fehler der jungen Löwen, um dann möglichst schnell zum Abschluss zu kommen. Doch mehr als gute Ansätze gelang dem MTV vorerst nicht. Auf der anderen Seite zog Robin Placinta über die linke Seite in den Strafraum und bediente Linus Queißer, der zehn Meter vor dem Tor noch einen Haken schlug. Sein Gegenspieler stolperte über seine eigenen Füße und fiel dem Löwen-Stürmer dadurch in die Beine. Keine Absicht, aber ein klares Foul, doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. Im direkten Gegenzug kam von der rechten Seite die Flanke auf den Elfmeterpunkt, dort stand die Nummer 7 viel zu frei und traf per Volley ins rechte Eck. Nichts zu machen für Julian Moser, das 1:0 für die Gastgeber.
Im direkten Gegenzug steckte Robin Placinta auf Maksym Tytarenko durch, dessen Schuss aus spitzem Winkel abgefälscht wurde und zu Christian Ebeling prallte, der aus zehn Metern sofort aus der Drehung abzog. Sein Schuss prallte einem Abwehrspieler an die Hand, landete vorher aber vermutlich an einem anderen Körperteil und von dort aus an die Hand, also durchaus ok, keinen Strafstoß zu geben. Rami Zouaoui jagte den dritten Versuch von der Strafraumkante aufs kurze Eck, Ex-Löwe Tobias Büchmann im Kasten der Gifhorner reagierte klasse und parierte zur Ecke. Diese sollte nichts einbringen. Auf der anderen Seite pflückte Julian Moser einen harmlosen Fernschuss souverän aus der Luft. Zwei Minuten später war Linus Queißer trotz mehreren Fouls nicht zu stoppen. Der Stürmer steckte auf Christian Ebeling durch, der im Laufduell mit Torwart Büchmann einen Schritt zu spät kam. Kurz darauf knallte Rami Zouaoui den Ball aus der zweiten Reihe deutlich über die Latte. Ein paar Minuten danach eroberte Jona Borsum an der Mittellinie energisch den Ball, marschierte einige Meter Richtung Strafraum und steckte dann auf Linus Queißer durch, der seinen Gegner mit einem Haken ins Leere laufen ließ und aus elf Metern eiskalt vollstreckte. Der Ausgleich zum 1:1!

Fünf Minuten später köpfte Christian Ebeling eine Halbfeldflanke von Damir Vrancic rechts am Tor vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen danach fand Vrancic mit einer Freistoßflanke wieder Christian Ebeling, der allerdings erneut rechts am Tor vorbei köpfte. Wenige Minuten vor der Pause brach Linus Queißer nach einem tollen langen Ball von Leon Taiyo Suzuki scheinbar frei durch, doch eine herausragende Grätsche seines Verfolgers blockte den Schuss des Torjägers in allerletzter Sekunde. Auf der anderen Seite flog ein Schuss aus 20 Metern klar am Tor der jungen Löwen vorbei.
Dann war Halbzeit. Die U23 hatte deutlich mehr Spielanteile, lud die Gegner aber immer wieder durch haarsträubende Ballverluste zu Gegenstößen ein. Doch die hatten daraus noch kein Kapital schlagen können. Die jungen Löwen hingegen kombinierten sich durchaus ansehnlich immer wieder an den Strafraum, dort funktionierten die Ideen dann aber doch zu selten und zu häufig sorgten auch in der Offensive Ungenauigkeiten für Ballverluste.

Der zweite Durchgang wurde dann wirklich wild. Immer wieder leisteten sich die Blau-Gelben gefährliche Ballverluste und die Gastgeber stürmten im Eiltempo Richtung Eintracht-Tor. Doch meistens retten die Löwen noch, bevor es wirklich gefährlich wurde und verhinderten so meistens gefährliche Abschlüsse. Dennoch häuften sich Ungenauigkeiten, immer wieder versprang den Einträchtlern der Ball. Die erste Torchance nach Wiederanpfiff ergab sich, nachdem Linus Queißer stark eine Ecke rausholte. Diese schlug Robin Placinta auf den ersten Pfosten, wo sich Christian Ebeling in die Luft schraubte, aber nur ans Außennetz köpfte. Drei Minuten später steckte Robin Placinta auf Maksym Tytarenko durch, der zur Grundlinie marschierte und die Kugel Richtung Elfmeterpunkt spielte. Jona Borsum ließ den Ball mit einem Geistesblitz durch und so kam Rami Zouaoui aus elf Metern völlig frei zum Abschluss: drüber.

Auf der anderen Seite verschätzen sich die Blau-Gelben bei einer eigentlich harmlosen Halbfeldflanke und so hielt die Nummer 24 den Ball noch im Spiel und tauchte frei vor Julian Moser auf, jagte die Kugel aus spitzem Winkel aber über den Querbalken. Im Gegenzug brachen die Löwen über Linus Queißer und Maksym Tytarenko in den Strafraum, die im Gewühl jeweils geblockt wurden. Der Ball prallte zu Rami Zouaoui, der aus 19 Metern wuchtig abzog. Tobias Büchmann riss die Fäuste hoch und konnte gerade noch parieren, doch Linus Queißer schnappte sich den Abpraller und zog aus spitzem Winkel ab. Doch Torwart Büchmann war rechtzeitig auf den Beinen und parierte abermals stark zur Ecke. Diese sollte nichts einbringen.
Mit frischem Wind durch die Einwechslungen von Erik Henschel und Len Schneider für Benjamin Mbom und Rami Zouaoui sorgte Ridha Kitar für das Anhalten der Eintracht-Druckphase. Die Gastgeber kamen zu diesem Zeitpunkt immer seltener zu den gefährlichen Gegenstößen. Linus Queißer tanzte mit einem tollen Dribbling mehrere Gegenspieler aus und bediente Jona Borsum, der aus 20 Metern abzog. Seinen Flachschuss auf die linke untere Ecke hielt MTV-Keeper Büchmann allerdings fest. Eine Viertelstunde vor Ende der regulären Spielzeit köpften die Gastgeber beim Versuch zu klären Christian Ebeling aufs Knie. Der Abpraller wurde zum perfekten Steilpass für Linus Queißer, der mit Ball gleich zwei Gegenspieler überrannte und in den Strafraum eindringen konnte. Dort angekommen hatte er das Auge für Robin Placinta, der den Querpass am zweiten Pfosten nur noch über die Linie drücken musste. Spiel gedreht! Die Führung und das 100. Saisontor für die U23! 1:2!

Im direkten Gegenzug stolperte und stocherte ein MTV-Akteur den Ball etwas unabsichtlich durch die Schnittstelle, fabrizierte aber den perfekten Pass. Völlig frei vor Julian Moser kamen die Gastgeber aus leicht spitzem Winkel zum Abschluss, doch der Ball zischte links am Tor vorbei. Über fehlende Einladungen der Eintracht und ausbleibende Chancen konnten sich die Hausherren hier nicht beschweren. Ein paar Minuten danach kamen die Gastgeber nach einem unnötigen Ballverlust der Löwen von der rechten Seite zu einer flachen Hereingabe. Der Ball zappelte im Netz, doch der MTV-Stürmer hatte aus kurzer Distanz nur das Außennetz getroffen. Fünf Minuten später sorgte ein langer Ball von Julian Moser für Gefahr. Erik Henschel nahm die Kugel klasse mit und legte für Jona Borsum ab, der aus 20 Metern abzog: drüber.
Die Nachspielzeit hatte bereits begonnen, da waren die Löwen mit dem Kopf bereits in der Kabine, zumindest wirkte es so. Denn die eigentlich gar nicht so gefährliche lange Flanke auf den zweiten Pfosten wurde mal so gar nicht verteidigt und so kam Ex-Drittligaprofi Justin Eilers aus sechs Metern völlig unbedrängt zum Kopfball und traf die Kugel natürlich auch perfekt. Im hohen Bogen flog das Spielgerät über den machtlosen Julian Moser hinweg und prallte vom linken Innenpfosten über die Linie. Riesenjubel in Gifhorn, der Ausgleich gegen den souveränen Meister und ein extrem wichtiger Punkt im Abstiegskampf: 2:2.

Auch wenn es nicht mehr wirklich um etwas ging, wollten die jungen Löwen dennoch unbedingt gewinnen und drängten sofort mit Wut im Bauch auf den erneuten Führungstreffer. Ensar Maloku brach auf ungewohnter Position über die rechte Seite in den Strafraum und brachte die Kugel scharf vors Tor. Der Ball flipperte hin und her und flog anschließend im hohen Bogen in die Luft. Das Spielgerät senkte sich genau über Moritz Gollmer. Der Rechtsverteidiger, der seit Anfang 2018 das Blau-Gelbe Trikot trägt, ging volles Risiko und nahm den Ball direkt aus der Luft volley. Er traf den Ball perfekt und jagte das Leder ins rechte Eck. Sein ehemaliger Mitspieler Tobias Büchmann war chancenlos und flog vergebens, das Ding war drin, die U23 ging sofort wieder in Führung: 2:3!
Beinahe hätten die jungen Löwen noch einen draufgesetzt: Von Finn Hoffmann bedient, dribbelte sich Christian Ebeling in den Strafraum und fand mit seiner Hereingabe am ersten Pfosten Ensar Maloku, der aus kurzer Distanz und spitzem Winkel abzog. Tobias Büchmann reagierte klasse und verhinderte die Entscheidung.

Doch kurz darauf war Schluss! Die U23 fährt den 27. Saisonsieg ein und ist mittlerweile seit 21 Spielen ungeschlagen. Heute musste man zwar anerkennen, dass sich die Gastgeber ein anderes Ergebnis durchaus verdient hatten, am Ende zählt im Fußball aber nur das Ergebnis und das war wieder mal auf Seiten der jungen Löwen. Nun wartet eine spielfreie Woche auf die U23, ehe es am 02.06. in Kästorf zum letzten Auswärtsspiel der Saison geht. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Bis dahin
Euer Kivi
