Heimsieg gegen den Spitzenreiter
6 min readDie U23 schlägt nach einem aufopferungsvollen Kampf den ehemaligen Spitzenreiter 1. FC Germania Egestorf-Langreder. Die Gäste waren im Laufe der Woche bereits durch hohe Siege von den Verfolgern überholt worden und brauchten im Aufstiegsrennen unbedingt einen Sieg. Den brauchten aber auch die jungen Löwen im Abstiegskampf. Und die Blau-Gelben gingen nach einer herrlichen Kombination auch früh durch Adem Sipic in Führung. Anschließend kämpften die Einträchtler vor 152 Zuschauern gegen immer überlegener werdende Gäste, ehe mit U19-Leihgabe Sebastian Dabrowski der zweite US-Amerikaner der jungen Löwen in der Nachspielzeit zur Entscheidung traf.
U23-Coach Ken Reichel entschied sich für folgende Aufstellung: Marko Rajkovacic (TW) – Andrej Schlothauer, Raffael Ziegele, Gunnar Niemann (69. Jakob Benstead), Ömer Sever – Leonard Laatsch (C, 82. Sebastian Dabrowski), Hugo Luis Afonso – Marvin Awuah (78. Ali Altay), Mason Grumbach, Ken Izekor (84. Maxim Root) – Adem Sipic (63. Adem Sipic)

Kurz nach dem Anpfiff pennten die jungen Löwen bei einem Steckpass und so tauchte ein Germania-Akteur frei vor Marko Rajkovacic zum Abschluss, den Schuss aus spitzem Winkel konnte der BTSV-Schlussmann aber ans rechte Außennetz parieren. Auf der anderen Seite kam Hugo Luis Afonso nach einer Ecke zum Kopfball, doch noch vor der Linie konnten die Gäste klären. Etwa acht Minuten waren gespielt, als Adem Sipic einen Befreiungsschlag des Gäste-Keepers blocken konnte, aber der Abpraller flog am Tor vorbei.
Ein schlechter Klärungsversuch der jungen Löwen sorgte für die nächste Chance der Gäste: Der abgefälschte Schuss von der Strafraumkante zappelte aber nur im Außennetz. Es lief noch immer die Anfangsphase, als Andrej Schlothauer auf der rechten Seite den Ball von Ken Izekor bekam. Schlothauer fand den perfekten Moment, um Izekor wieder in Szene zu setzen, der ebenfalls ein gutes Auge hatte und vom rechten Strafraumeck auf den durchstartenden Leonard Laatsch durchsteckte. Der Kapitän hatte viel Platz im Strafraum, behielt aber die Übersicht und spielte den perfekten Querpass. Adem Sipic war mitgelaufen und musste nur noch ins leere Tor einschieben. Ein herrlicher Spielzug und die Löwen-Führung, das 1:0!

Wenige Minuten später bekamen die Gäste einen Freistoß in gefährlicher Position zugesprochen, der scharf und gefährlich direkt aufs Tor getreten wurde. Doch Marko Rajkovacic war mit einem Hechtsprung da und kratzte das Leder noch aus der rechten Ecke. Fünf Minuten danach steckte Mason Grumbach auf Marvin Awuah durch, der mit Ball schneller als sein Gegenspieler war, sich das Leder aber etwas zu weit vorlegte. So konnte der Schlussmann das Spielgerät gerade noch unter sich begraben. Anschließend passierte lange nichts. Die Gäste bissen sich die Zähne aus, die jungen Löwen verpassten oft den richtigen Moment zum entscheidenden Abspiel oder Abschluss.
So auch Ken Izekor, der am Strafraumrand zu lange zögerte und doch noch vom Ball getrennt wurde. Da war eine halbe Stunde gespielt. Wenig später klärten die Gäste eine Awuah-Flanke im letzten Moment vor dem einschussbereiten Andrej Schlothauer. Kurz darauf umgekehrtes Spiel: Flanke Andrej Schlothauer, dieses Mal boxte der Schlussmann die Kugel gerade noch ins Toraus, bevor Awuah einköpfen konnte. Dennoch gab es Abstoß. Im direkten Gegenzug zischte eine flache Flanke in den Löwen-Strafraum, die ein Gäste-Akteur aus kurzer Distanz über den Kasten von Marko Rajkovacic bugsierte. Riesenglück für die jungen Löwen!

Kurz darauf wurde es nach einer Ecke aus dem Gewühl heraus gefährlich, doch die Gäste schossen am Tor vorbei. Die letzte Aktion vor dem Pausenpfiff war dann wirklich ungewöhnlich. Gedanklich wohl schon beim Pausentee, fing ein Germania-Spieler einen eigenen Einwurf mit beiden Händen. Klare Sache: Handspiel und Freistoß für die Eintracht. Gelb gab es für dieses offensichtlich absichtliche Handspiel aber nicht. Ohnehin ließ sich der Schiedsrichter von den dauerhaften Meckereien und Belagerungen der Gäste nach wirklich jeder Szene etwas beeinflussen und zeigte tatsächlich kein einziges Mal Gelb wegen Meckerns.
Dann war Halbzeit! Der einzige wirklich stringent durchgespielte Angriff der jungen Löwen hatte zur Pausenführung gereicht. Gegen den starken Spitzenreiter hielten die Blau-Gelben aber eindrucksvoll mit und zeigten sich bis dahin absolut gleichwertig. Nur in der Intensität der Zweikämpfe ließen sich die Einträchtler stellenweise den Schneid abkaufen, dennoch konnte Trainer Ken Reichel zufrieden sein. So verzichtete er auch auf Wechsel.

Mit Wiederanpfiff wurde es sehr einseitig. Die Gäste wollten hier ausgleichen und eigentlich auch gewinnen. Es wurde nun in jede Trickkiste gegriffen. Bei jedem Kontakt ließen sich die Germanen schreiend fallen und belagerten den Schiedsrichter weiterhin dauerhaft mit Forderungen nach Gelben Karten. Der tat ihnen den Gefallen auch mehr als einmal zu oft. Aber auch auf dem Platz machten die Gäste nun ernst. Nach einer Ecke kamen sie aus elf Metern frei zum Kopfball, Marko Rajkovacic packte aber sicher zu.
Etwa eine Stunde war gespielt, da lag der Ball im Netz. Ein Freistoß der Gäste landete in der Mauer, den brandgefährlichen Nachschuss hielt Marko Rajkovacic überragend, beim dritten Versuch war der dann machtlos. Aber die Fahne ging hoch: Abseits. Glück für die U23, allerdings hätte die Situation schon vorher zurückgepfiffen werden müssen, denn bei der Ausführung des Freistoßes stand ein Germania-Akteur in der Mauer. Das ist bekanntermaßen nicht erlaubt. Dem Schiedsrichter-Team war es allerdings nicht bekannt. Auch für die Eintracht wurde es nach einem Freistoß gefährlich. Der eingewechselte Robin Placinta schlenzte das Leder aus 25 Metern mit viel Gefühl über die Mauer. Die Kugel hätte auch in den rechten Winkel gepasst, doch der Gäste-Keeper kratzte das Spielgerät mit einer Glanztat noch aus dem Knick.

Ansonsten war es hier ein Spiel auf ein Tor, die jungen Löwen konnten sich kaum befreien, das Geschehen war eigentlich nur am Löwen-Strafraum. Doch klare Abschlüsse ließ der Blau-Gelbe Abwehrriegel unter großem Kampf kaum zu. Und so war es erneut ein Freistoß, der für Gefahr sorgte. Wieder landete dieser in der Eintracht-Mauer, wieder wurde der Nachschuss gefährlich. Leicht abgefälscht zischte dieser hauchzart links am Tor vorbei und zappelte im Außennetz. Zwei Zeigerumdrehungen später trat ein Germania-Verteidiger nach einem langen Schlag von Jakob Benstead am Ball vorbei und so war Marvin Awuah plötzlich alleine vor dem Tor, kam im Laufduell mit dem Schlussmann aber einen halben Schritt zu spät.
Es wurde immer packender und hitziger, beide Teams warfen hier wirklich alles rein. Richtig klare Torchancen blieben aber weiterhin Mangelware. Die Gäste wurden immer gefrusteter, hatten aber noch genug Puste für haufenweise freundliche Gespräche mit dem Schiedsrichter. Eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit versuchte es Andrej Schlothauer aus etwa 30 Metern, ballerte die Kugel aber auf den Hockeyplatz. Wenige Augenblicke später konterten die jungen Löwen: Sebastian Dabrowski wurde gefoult, Ali Altay blieb auf dem rechten Flügel in Ballbesitz und hatte nur noch einen Verteidiger neben sich. Dennoch pfiff der Schiedsrichter den Vorteil ab. Ärgerlich für die U23? Nein, denn Robin Placinta fand mit einer tollen Freistoßflanke Ali Altay, der das Leder klasse festmachte und etwas glücklich für Sebastian Dabrowski ablegte. Die U19-Leihgabe blieb alleine vor dem Tor eiskalt und schob zur Entscheidung ein: 2:0!

Dann war Schluss! Die eiskalten jungen Löwen nutzen ihre Chancen perfekt und bezwingen den (ehemaligen) Tabellenführer! Ein großer Kampf wurde heute belohnt und damit fließen drei wichtige Punkte gegen den Abstieg auf das Konto der U23. Aufgrund der unterschiedlichen Anzahl an absolvierten Spielen ist unklar, wo man tatsächlich steht. Klar ist aber: 28 Punkte aus 23 Spielen sind noch keine gute Ausbeute. Es müssen also weitere Siege her. Die nächste Möglichkeit dazu besteht am kommenden Sonntag. Dann reist die U23 zum Tabellenschlusslicht SV Holthausen Biene. Anstoß ist um 15 Uhr.
Tore: 1:0 (12. Spielminute, Adem Sipic), 2:0 (90.+1 Spielminute, Sebastian Dabrowski)
Bis dahin
Euer Kivi
