Testspielniederlage gegen Regionalligisten
5 min readDie U23 empfing am Samstagnachmittag mit der FSV Schöningen einen Liga-Konkurrenten aus der vergangenen Saison in der Rheingoldarena. Die Gäste hatten sich in der Aufstiegsrelegation durchsetzen können und treten in der kommenden Saison in der Regionalliga Nord an. Dementsprechend waren die Schöninger sportlich überlegen, hatten aber vor allem in der Körperlichkeit und der Erfahrung massive Vorteile. Das machte sich auch auf dem Platz bemerkbar, denn trotz weniger Torchancen auf beiden Seiten verlor die U23 gegen die FSV verdient mit 1:3. 150 Zuschauer waren in die Rheingoldarena gekommen.

730 Kilometer betrug meine Anreise aus meiner Ferienwohnung in St. Johann in Tirol. Der Wecker klingelte früh und so war ich pünktlich für meinen ersten Besuch in der Rheingoldarena in dieser Saison. Endlich wieder „Zwote“, endlich wieder bekannte Gesichter sehen, allerdings hauptsächlich neben dem Platz. Denn die jungen Löwen müssen gleich 18 Abgänge verzeichnen. Einige neue Gesichter sind bereits da, andere Spieler sind noch zur Probe in Blau-Gelb unterwegs.
U23-Coach Fabian Adelmann entschied sich für folgende Aufstellung in der ersten Halbzeit: Leon Herdes (TW) – Jarno Engler, Enrique van der Lubbe, Jakob Benstead, Enes-Ayberk Gündüz – Robin Placinta, Leonard Laatsch (C), Mason Grumbach, Marvin Awuah – Matteo Mazzone, Marcel Reim

Die erste Torannäherung hatten die Blau-Gelben: Enes-Ayberk Gündüz steckte auf Robin Placinta durch, dessen flache Hereingabe gerade noch vor dem einschussbereiten Matteo Mazzone geklärt wurde. Die anschließende Ecke prallte über Umwege zu Leonard Laatsch. Der Kapitän versuchte es aus 20 Metern einfach mal, doch sein Flachschuss geriet zu zentral. Auf der anderen Seite brachen die Gäste nach einem Doppelpass frei durch. Leon Herdes blieb im direkten Duell lange stehen und bekam beim folgenden Lupfer noch eine Hand an den Ball. Enrique van der Lubbe konnte den freien Ball aus der Gefahrenzone schlagen.
Es gab Einwurf für Schöningen, der weit in den Löwen-Strafraum geschleudert wurde. Die Blau-Gelben klärten zu kurz und so kamen die Gäste von der Strafraumkante per Direktabnahme zum Abschluss. Der Flachschuss zischte hauchzart links am Tor vorbei. Eine Zeigerumdrehung später prallte der Ball im Strafraum der U23 hin und her, Leon Herdes konnte einen Abschluss aus dem Gewühl parieren, den Abpraller köpfte Ex-FCM-Stürmer Christian Beck am Tor vorbei. Vier Minuten später leisteten sich die jungen Löwen einen haarsträubenden Ballverlust am eigenen Strafraum. Nach einem Querpass tauchte Beck alleine vor dem Eintracht-Kasten auf, fiel beim Schuss aber hin, sodass der Kullerball noch vor dem Fünf-Meter-Raum wieder liegen blieb und die U23 klären konnte.

Währenddessen waren auch die Profis zurück in Braunschweig und absolvierten auf dem Trainingsplatz eine kurze Einheit. Das Trainerteam schaute anschließend auch bei der U23 zu. In der Rheingoldarena erspielten sich die jungen Löwen derweil den nächsten Torabschluss. Marcel Reim tauchte am rechten Strafraumrand auf und bediente im Rückraum Matteo Mazzone, der sofort abzog. Doch sein Flachschuss aus 13 Metern geriet zu zentral. Im Gegenzug bugsierte Enrique van der Lubbe den Ball beinahe im Fallen mit dem Knie ins eigene Tor, am Ende hüpfte das Spielgerät doch noch knapp vorbei.

Doch lange hielt die Erleichterung nicht an, denn die folgende Ecke wurde auf den zweiten Pfosten verlängert, wo Christian Skoda die Kugel aus kurzer Distanz per Volley in die Maschen donnerte. Der Mittelfeldspieler spielte 2010/11 übrigens für die U23 und ist in Braunschweig geboren. Für heute aber total irrelevant, das 0:1.
Und es kam noch dicker: Nur vier Minuten später bekamen die jungen Löwen die nächste Ecke nicht geklärt. Der Ball prallte vor die Füße von Dimitar Milushev, der mit einem trockenen Schuss aus kurzer Distanz auf 0:2 erhöhte.
Auf der anderen Seite nahm Mason Grumbach eine Ecke von Robin Placinta per Volley direkt, traf den Ball aber nicht richtig, der im hohen Bogen in den Armen des Keepers landete. Kurz darauf eroberte Jarno Engler mit starkem Einsatz den Ball am gegnerischen Strafraum und setzte Marvin Awuah in Szene, der aber etwas zu lange zögerte und noch am Abschluss gehindert wurde.
Dann war Halbzeit. Es war klar, die Gäste spielten eine Liga höher, waren eingespielter und hatten neben klaren körperlichen Vorteilen auch noch eine ganze Menge mehr an Erfahrung. Daher waren die jungen Löwen in den Zweikämpfen deutlich unterlegen und ließen sich durch die aggressive und laute Spielweise der Gäste beeinflussen.

Trainer Fabian Adelmann schickte folgende Aufstellung in den zweiten Durchgang: Leon Herdes (TW) – Sebastian Dabrowski, Enrique van der Lubbe (C), Raffael Ziegele, Ömer Sever – Mason Grumbach (63. Dustin Plöger), Ole Matthias – Basim El-Haj, Matte Mazzone (75. Jona Renner), Marvin Awuah (63. Ryou Kickunami) – Kacper Szczerba
Wieder hatten die Blau-Gelben den ersten Abschluss: Marvin Awuah bediente Matte Mazzone, der in den Strafraum zog uns aus 14 Metern über die Latte schoss. Auf der anderen Seite flog ein Fernschuss weit über den Kasten und landete im Treppenaufgang von Block 11. Etwas mehr als eine Stunde war gespielt, als Marvin Awuah den Ball 30 Metern vor dem Tor eroberte, mit schnellen Schritten an zwei Gegenspielern vorbeizog und leichtfüßig den Torwart austanzte. Sein Schuss rollte ins leere Tor, eine starke Einzelaktion und nur noch 1:2!

Im direkten Gegenzug köpfte Beck eine Flanke klar am Löwen-Tor vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen später klärte die FSV einen Sever-Einwurf vor die Füße von Dustin Plöger, der aus 15 Metern klar über den Kasten schoss. Eine Zeigerumdrehung später setzte Basim El-Haj Ryou Kickunami in Szene, der nach innen zog und aus 20 Metern zum Abschluss kam, das Tor aber klar verfehlte. Auf der anderen Seite bekamen die jungen Löwen erneut den Ball nicht aus dem Strafraum geklärt, Luca Marino legte unheimlich viel Kraft in seinen Schuss aus 14 Metern. Noch leicht abgefälscht hatte Leon Herdes bei diesem Geschoss überhaupt keine Chance: das 1:3.
Im direkten Gegenzug brach Ömer Sever über links in den Strafraum, seinen Schuss aus spitzem Winkel parierte der Torwart aber zur Ecke. Diese brachte nichts ein.

Anschließend waren zwar noch über 20 Minuten zu spielen, beiden Teams gelang außer einigen Fouls aber keine nennenswerten Aktionen mehr und so verloren die jungen Löwen ihr zweites Testspiel in Folge. Es scheint, als könne man die Abgänge der robusten Spieler noch nicht ersetzen und der bereits in der vergangenen Saison fehlende Führungsspieler mit Erfahrung wurde auch noch nicht gefunden. Fehlen tut natürlich auch die Eingespieltheit, diese wird mit der Zeit aber kommen. Es liegt auf jeden Fall noch eine Menge Arbeit vor den jungen Löwen. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Bis dahin
Euer Kivi
