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Mit Wolfgang Grobe ins Pokalfinale

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Wolfgang Grobe spielte über 200 Mal für die Braunschweiger Eintracht und gewann mit dem FC Bayern München die Deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal. Anschließend trainierte er den 1. FC Magdeburg und war über 20 Jahre Scout beim Deutschen Rekordmeister. Mittlerweile trifft man den heute 68-Jährigen nicht nur im NLZ unserer Braunschweiger Eintracht, sondern auch als neuen Chef-Trainer vom FC Schwülper. Mit diesem hat er nicht nur die Chance, den direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga zu schaffen, der frühere Defensivspezialist schaffte nun auch den Einzug ins Gifhorner Kreispokalfinale. Seine Mannschaft gewann beim SV Westerbeck souverän mit 1:4. Somit könnte Grobe etwas erreichen, was ihm selbst bei den Bayern nicht gelang: den Double-Sieg.

Da die Partie bereits um 11 Uhr morgens angepfiffen wurde, ging es erst in der Halbzeitpause zum Grillstand. Für je 2,50 Euro gab es Bratwurst und Krakauer zur Auswahl.

Die Bratwurst war wirklich gut, vom Grillgrad aber noch nicht ganz im Bereich der Perfektion. Geschmacklich aber top. Ohne Brötchen ist eine Bestnote auch nicht möglich, dafür gab es eine große Auswahl an Ketchup oder Senf. 8,5/10 von mir.

Die Krakauer hatte dafür genau die richtige Zeit auf dem Grill verbracht und war wirklich köstlich. Hier fehlt für die volle Punktzahl nur ein Brötchen. Immerhin gab es beim zweiten Besuch am Grillstand wieder eine Scheibe Toast. 9,5/10 gibt es von mir.

Wolfgang Grobe, der mit dem BTSV sogar mal Intertoto-Cup-Sieger wurde, entschied sich für folgende Aufstellung: Till Stengel (TW) – Maverick Pietsch, David Ellmerich, Timm Federsen, Andre Pape – Stefan Wolf, Maximilian Maire – Mika Pietschmann, Julian Ellmerich, Marlon Schade – Julian Boguschewski
Es durfte ein- und ausgewechselt werden, auf der Bank nahmen zunächst Jan-Niklas Homann und Marius Homann Platz.

Die Schwülperaner legten dominant los und hatten quasi durchgehend den Ball. Die Hausherren, die zum dritten Mal in Folge im ins Pokalfinale vorstoßen wollten, zogen sich zurück und setzten hauptsächlich auf lange Bälle. Zehn Minuten waren gespielt, als Andre Pape aus der zweiten Reihe abzog, den Ball aber deutlich über den Kasten jagte. Zwei Zeigerumdrehungen später wurde eine Ecke von Marlon Schade zu Mika Pietschmann geklärt, der von der linken Strafraumkante ein echtes Geschoss abließ. Der Ball schlug im rechten Knick ein, Traumtor! Und die wichtige Führung gegen einen so tief stehenden Gegner, das 0:1!

Auf der anderen Seite bekam der FC eine Ecke nicht geklärt, der Abschluss von Westerbeck aus 17 Metern flog aber weit über den Kasten. Drei Minuten danach zog Julian Ellmerich mit einem tollen Dribbling von rechts nach innen und steckte auf Julian Boguschewski durch, der aus spitzem Winkel abzog. Sein Flachschuss aus zwölf Metern ging knapp links am Tor vorbei. Fünf Minuten später bekam Mika Pietschmann den Ball von Julian Ellmerich und zog aus 20 Metern ab, sein flacher Schuss rutschte ebenfalls links vorbei. Zehn Minuten vor der Pause zog Stefan Wolf aus 18 Metern ab, platzierte seinen Flachschuss aber zu zentral, der Keeper packte sicher zu.

Dann war Halbzeit. Der FC Schwülper tauchte zwar immer wieder am oder um den Strafraum der Gastgeber auf, machten es dann aber zu häufig zu ungenau. Aufgrund er mehr als deutlichen Überlegenheiten und zahlreichen „beinahe“ Chancen hätte schon längst das zweite Tor fallen müssen. Wolfgang Grobe brachte Jan-Niklas Homann in die Partie, Julian Boguschewski nahm vorerst auf der Bank Platz.

Und auch ein zweiter, deutlich ungewöhnlicher Wechsel ereignete sich. Der eigentliche Schiedsrichter stand plötzlich mit einer Fahne in der Hand an der Seitenlinie. Doch nicht der erste Assistent, sondern der zweite Assistent war nun der Chef auf dem Platz. Der junge Schiedsrichter gab sich zwar reichlich Mühe, wirkte aber doch deutlich überfordert und verunsichert. Noch kurioser machte es, dass der ehemalige Schiedsrichter nur noch im geringen Tempo hin und her wanderte und so teilweise mehr als zehn Meter hinter der Abseitslinie stand. Zum Glück wurde das in diesem Halbfinale nicht mehr relevant.

Die Gastgeber kamen besser aus der Kabine, zehn Minuten waren gespielt, als FC-Torwart Till Stengel einen brandgefährlichen Fernschuss mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte, eine echte Glanztat! Im Gegenzug konterten die Schwülperaner, Julian Ellmerich suchte mit einem Querpass den völlig freien Marlon Schade, der die Kugel denkbar knapp verpasste. Kurz darauf brach Schade über rechts in den Strafraum, setzte seinen Schuss aus 14 Metern aber zwei Meter über den Kasten. Auf der anderen Seite kam Westerbeck nach einer Flanke gefährlich zum Abschluss, David Ellmerich klärte aber noch vor der Linie.

20 Minuten waren noch zu spielen, als Torwart Till Stengel bei einer eigenen Ecke zum Assistenten eilte, um zu fragen, ob es bei einem Unentschieden gleich ins Elfmeterschießen oder erst in die Verlängerung gehen würde. Es wäre das Elfmeterschießen gewesen, doch die Antwort erübrigte sich wenige Sekunden später bereits. Mika Pietschmann schlug die erwähnte Ecke mit Schnitt vors Tor, dort schraubte sich Jan-Niklas Homann in die Luft und köpfte aus kurzer Distanz ins Tor. Der war wichtig, direkt in die Aufbäum-Phase des Gegners. Das 0:2!

Wenige Minuten danach holte der Torschütze direkt vor der Strafraumkante raus, allerdings auch ein wenig cleveres Foul seines Gegenspielers. Mika Pietschmann hatte eine Idee und flüsterte diese ins Ohr von Homann, denn der Gefoulte wollte den Freistoß selbst ausführen. Der Linksfuß legte 17 Meter vor dem Tor viel Kraft in den Schuss und die Kugel schlug halbhoch halbrechts im Tor ein. Kurz vor der Ausführung hatte der Schlussmann einen verhängnisvollen Schritt zur Seite gemacht, wirklich gut sah er beim dritten Gegentor aber auch nicht aus. Der Doppelpack für den zur Pause eingewechselten Homann, das 0:3!

Deutlich sicherer zeigte sich auf der anderen Seite Till Stengel, der bei einem harmlosen Freistoß sicher zupackte. Doch wenige Sekunden später verloren die Schwülperaner im Aufbauspiel den Ball und Westerbeck machte es schnell über rechte Seite. Die Flanke rutschte durch bis zum zweiten Pfosten, wo die Nummer 2 per Direktabnahme traf. Nur noch 1:3, fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit, wirklich Hoffnungen auf ein Wunder hatte hier aber niemand.

Und so blieb weiterhin hauptsächlich der FC Schwülper gefährlich. Mika Pietschmann versuchte es mit einem Schlenzer vom rechten Strafraumeck, diese flog hauchzart am langen Pfosten vorbei. Immer wieder kam die Grobe-Elf jetzt zu aussichtsreichen Kontermöglichkeiten, doch diese wurden fast alle verstolpert. Als dann Julian Ellmerich zusammen mit Julian Boguschewski frei durchbrach, lag der Torschrei schon auf den Lippen der mitgereisten Gäste-Anhänger, doch Boguschewski trat acht Meter vor dem Tor am Ball vorbei. Es lief bereits die vierte Minute der Nachspielzeit, als Maximilian Maire mit einem überragenden Tackling am gegnerischen Strafraum den Ball eroberte und sofort Mika Pietschmann in Szene setzte. Dessen wuchtiger Abschluss von der Strafraumkante konnte der Torwart nur klatschen lassen. Maximilian Maire war durchgelaufen, schnappte sich den Abpraller und bugsierte den Ball über die Linie. Damit war der alte Abstand wiederhergestellt, das 1:4!

Fast direkt danach war Schluss und mit Abpfiff ließ sich ein Westerbecker noch zu einer Tätlichkeit gegen Julian Boguschewski hinreißen. Der Assistent hatte das gesehen und machte seine beiden Kollegen darauf aufmerksam. Das Gespann diskutierte lange, verzichtete dann aber komplett auf eine Karte gegen den bereits mit Gelb vorbelasteten Übeltäter. Dem FC Schwülper war es egal, denn dieser wurde seiner Favoritenrolle gerecht und marschierte mit einer guten Leistung souverän ins Finale. Dort trifft man ausgerechnet auf den VfL Knesebeck, gegen den es als direkten Konkurrenten am letzten Spieltag der Liga vermutlich noch um den Aufstieg geht. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.

Tore: 0:1 (12. Spielminute, Mika Pietschmann), 0:2 (70. Spielminute, Jan-Niklas Homann), 0:3 (77. Spielminute, Jan-Niklas Homann), 1:3 (85. Spielminute, Marco Saretzki), 1:4 (90.+4 Spielminute, Maximilian Maire)

Bis dahin

Euer Kivi

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