Unglückliche Niederlage in Hillerse
8 min readEigentlich sah es auf dem Platz lange nach einem „Scheibenschießen“ aus. Die U23 war vollkommen überlegen, dominierte das Spiel durchgehend und hatte von Beginn an eine Vielzahl an Chancen. Doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Und das Pech zeigte sich auch im einzigen Angriff der Gastgeber, der in der ersten Halbzeit näher als 30 Meter vor das Braunschweiger Tor kam. Nach einem eigentlich harmlosen Pass rutschte ein Verteidiger weg und mit dem einzigen Schuss aufs Tor in der gesamten Partie ging der TSV Hillerse tatsächlich in Führung. Auch nach dem Seitenwechsel behielten die jungen Löwen die Oberhand, bissen sich aber etwas die Zähne an dem Abwehrriegel der Gäste aus, die größtenteils mit acht Leuten vor dem eigenen Strafraum standen. Und so wurde das Spiel gegen den abstiegsbedrohten Gastgeber zum ersten Spiel ohne eigenes Tor und zur zweiten Niederlage der Saison.
In der Halbzeit ging es an den Grillstand. Für 2,50 Euro gab es eine echte Gmyrek-Stadionbratwurst. Eigentlich eine sichere 10/10, aber der Grillmeister hatte wohl nicht mit dem Halbzeitpfiff gerechnet und nur sehr wenig Würste fertig gehabt. So hätte meiner Bratwurst noch etwas Zeit auf dem Grill gut getan, sodass es am Ende eine 9/10 von mir gibt.

U23-Coach Marc Pfitzner entschied sich für folgende Aufstellung: Justin Duda (TW) – Erik Henschel, Maxim Root (60. Jonas Wand), Phil-Louis Kunze, Leon Taiyo Suzuki – Jona Borsum, Lukas Hungier (70. Lando Baerwolf) – Maksym Tytarenko (46. Finn Hoffmann), Rami Zouaoui, Robin Placinta – Christian Ebeling (46. Arlind Sadiku)
Die Gastgeber spielten vor dem Spiel ordentlich Eintracht-Musik vom Band, sehr gastfreundlich! Das Lied „Traum von Liga 1“ war irgendwie etwas aus der Zeit gefallen, erinnerte aber an eine schöne Zeit.
Dann ging es los und die U23 übernahm sofort das Zepter und hatten auch den ersten Torabschluss: Erik Henschel drückte eine Ecke von Robin Placinta aufs Tor, ein Abwehrspieler fälschte den Ball ans Außennetz ab. Die nächste Ecke führte Placinta kurz auf Rami Zouaoui aus, der wieder zurück zu Placinta spielte. Dessen Flanke verpasste Phil-Louis Kunze in der Mitte nur knapp. Eine Minute später kam Maksym Tytarenko nach einem Einwurf von Erik Henschel zu einer Flanke. Diese klärten die Gastgeber zu Leon Taiyo Suzuki, der volles Risiko ging und volley abzog, rechts vorbei.
Die ersten zehn Minuten waren immer noch nicht vorbei und das Spiel steuerte auf die zehnte Ecke der Blau-Gelben zu. Maksym Tytarenko marschierte über rechts und spielte den Ball zu Christian Ebeling, der im ersten Versuch aus zwölf Metern geblockt wurde. Den Nachschuss parierte der Torwart, Maksym Tytarenko setzte nach und kam aus kurzer Distanz zum dritten Abschluss innerhalb weniger Sekunden, doch der Schlussmann der Gastgeber konnte den Schuss aus leicht spitzem Winkel zur Ecke parieren. Diese brachte erneut Robin Placinta in die Mitte, wo sich Jona Borsum im Luftduell durchsetze. Sein Kopfball klatschte ans Lattenkreuz, anschließend konnte der TSV Hillerse klären.

Eine Zeigerumdrehung später verlängerte Christian Ebeling einen Suzuki-Einwurf zu Maksym Tytarenko, der den Ball wenige Meter vor dem Tor nicht perfekt traf. So geriet sein Schuss zu zentral, der Torhüter hatte den Ball im Nachfassen sicher. Kurz vor Ende der Anfangsviertelstunde steckte Lukas Hungier für Rami Zouaoui durch, der aus leicht spitzem Winkel vor dem Tor auftauchte. Sein Flachschuss zischte knapp links vorbei. Eigentlich hätte es zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als ein Tor für die U23 geben müssen. Und so kam es, wie es halt kommt, wenn man ihn vorne nicht rein macht. Die Gastgeber kamen zum ersten Mal an den Löwen-Strafraum, spielten aber einen ungenauen Pass. Doch der Verteidiger der Blau-Gelben rutschte weg und so war die Nummer 9 plötzlich frei durch, behielt alleine vor dem bis dahin beschäftigungslosen Justin Duda die Nerven und traf zum 1:0 für seine Mannschaft. Verdient war das natürlich überhaupt nicht, aber Fußball ist nun mal Ergebnissport, am Ende sind nur die erzielten Tore relevant.
Kurz darauf schickte Rami Zouaoui Erik Henschel zur Grundlinie. Der fand mit seiner Hereingabe Christian Ebeling, der die Kugel in aussichtsreicher Position nicht voll traf. Sekunden später steckte Robin Placinta für Christian Ebeling durch, der aus zwölf Metern zur Ecke geblockt wurde. Eine Minute später spielte Placinta einen schnellen Doppelpass mit Ebeling und tauchte links alleine vor dem Tor auf und wollte den schon am Boden sitzenden Torwart überlupfen, doch irgendwie brachte der Schlussmann noch die Fingerspitzen an den Ball und bugsierte die Kugel ins Toraus. Zwei Minuten danach spielte Maxim Root einen tollen Flachpass durch die Schnittstelle. Christian Ebeling kam aus der Drehung zum Abschluss. Sein Schuss aus etwas spitzem Winkel ging knapp links vorbei. Nach dem Abstoß eroberten die jungen Löwen den Ball und spielten sich am Strafraum der Gastgeber fest. Rami Zouaoui behauptete den Ball und spielte die Kugel in den Rückraum. Dort nahm Maksym Tytarenko den Ball halbrechts 20 Metern vor dem Tor direkt, zielte aber etwas zu hoch.

Eine Zeigerumdrehung später fand Robin Placinta erneut Christian Ebeling, der stark bedrängt halblinks im Strafraum volley zum Abschluss kam. Der Torhüter lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen rechts am Tor vorbei. Zwei Minuten danach bekam Placinta den Ball von Leon Taiyo Suzuki, zog nach innen und bediente Maksym Tytarenko, der aus 14 Metern über den Querbalken ballerte. Kurz darauf versuchte es Rami Zouaoui aus der zweiten Reihe, ebenfalls drüber. Fünf Minuten später kam Phil-Louis Kunze nach einer Ecke von Robin Placinta zum Kopfball, sein Versuch wurde abgefälscht und landete auf dem Tordach. Die anschließende Ecke kam über Umwege zu Rami Zouaoui, der das Leder aus dem Halbfeld in den Strafraum löffelte. Christian Ebeling hatte sich davongestohlen und nahm den Ball direkt aus der Luft. Endlich schien der Torwart geschlagen, doch auf der Linie rettete ein Verteidiger und verhinderte somit den Ausgleich. Augenblicke später versuchte es Rami Zouaoui aus etwa 20 Metern, sein Schuss geriet aber etwas zu zentral. Eine Chance im ersten Durchgang hatte die U23 noch: Robin Placinta versuchte es bei einem Freistoß aus 23 Metern direkt, setzte seinen Schuss aber etwas zu hoch an.
Dann war Halbzeit. Eigentlich sollten die Löwen hier mindestens 1:3 führen, taten sie aber nicht. Ein durchweg einseitiges Spiel, bei dem man schon von einem Klassenunterschied sprechen konnte. Sogar der selten optimistisch veranlagte, aber treue Eintracht-Fan Thomas attestierte den Blau-Gelben eine gute Leistung. Dennoch hatten die Gastgeber ein Tor gemacht und die Mannschaft von Marc Pfitzner eben nicht. Dieser reagierte dann auch zum Seitenwechsel und brachte Arlind Sadiku und Finn Hoffmann für Christian Ebeling und Maksym Tytarenko.

Die Gastgeber wechselten zwei Minuten nach Wiederanpfiff und setzten damit früh ein Zeichen, worum es ihnen in der zweiten Halbzeit ging. Extrem tief stehen und Zeit von der Uhr nehmen. Meistens standen mindestens fünf Verteidiger auf der Strafraumlinie. Zwei und später sogar drei Spieler bildeten drei Meter davor die nächste Kette des Bollwerks und zwei Spieler liefen das Aufbauspiel der Löwen an, sobald diese bis auf 35 Meter vor das Tor kamen. Das Interesse an Entlastungsangriffen der Gäste war gering, auch wenn es ihnen hin und wieder gelang, etwas länger den Ball in der Hälfte der Eintracht zu halten. In Strafraumnähe kamen sie dabei aber nicht wirklich und auch die wenigen Standards fabrizierten nichts Erwähnenswertes. Aber die Gastgeber lagen nunmal in Führung und brauchten somit kein weiteres Tor für den vollen Punkterfolg. Und so taten sich die Löwen im zweiten Durchgang schwer, den Abwehrriegel zu knacken, auch wenn sie weiterhin gefühlte 90 % Ballbesitz hatten.
Erst nach zehn gespielten Minuten gab es den ersten Abschluss zu sehen. Der eingewechselte Arlind Sadiku versuchte es aus etwa 22 Metern, knapp rechts vorbei. Aus ähnlicher Position versuchte es eine Minute später Jona Borsum, doch sein Schuss geriet zu zentral. Fünf Minuten später legte Arlind Sadiku eine flache Placinta-Flanke zu Finn Hoffmann, der das Leder zu Jona Borsum weiterleitete. Dessen Schuss aus 18 Metern flog über den Kasten. Kurz darauf marschierte Robin Placinta auf den Strafraum zu und versuchte es mit einem Chip-Pass in den Lauf von Rami Zouaoui, der mit einem Bodycheck abgeräumt wurde. Der Schiedsrichter zeigte sofort an: „Weiterspielen“. Das ging durchaus in Ordnung, ließ der Unparteiische sonst auch viel laufen. Fünf Minuten später drehte sich eine Flanke von Jonas Wand in Richtung Tor, flog aber dann doch knapp rechts vorbei.

Zwei Minuten danach erwischte Finn Hoffmann eine Flanke von Jonas Wand mit dem Kopf, doch ein Abwehrspieler fälschte die Kugel genau in die Arme seines Schlussmanns ab. Eine Minute später kam Erik Henschel über rechts in eine Flankenposition, seine Hereingabe drückte Arlind Sadiku über den Querbalken. Wenige Augenblicke danach prallte der Ball nach einer Flanke von Robin Placinta zu Lando Baerwolf, der aus achte Metern den Torwart anschoss. Fünf Minuten später drang Robin Placinta über links in den Strafraum, seine scharfe, flache Flanke wurde abgefälscht und senkte sich im hohen Bogen gefährlich aufs Tor. Doch am Ende fehlten wenige Zentimeter und der Ball landete nur auf dem Tordach.
Eine Zeigerumdrehung danach zog Robin Placinta nach innen und knallte die Kugel aus spitzem Winkel auf die kurze Ecke. Doch erneut war der Torwart der Hausherren da, tauchte rechtzeitig ab und lenkte das Leder noch um den Pfosten. Kurz darauf versuchte es Arlind Sadiku vom rechten Strafraumeck, doch sein Schuss flog über den Kasten. Wenige Minuten vor Ende der regulären Spielzeit bekamen die Löwen noch einmal einen Freistoß am rechten Strafraumeck zugesprochen. Robin Placinta versuchte es direkt, sein Schuss flog knapp über die Latte. Trotz einer Menge Zeitspiel der Gastgeber gab der Schiedsrichter nur zwei Minuten Nachspielzeit. Das war fast genau so aberwitzig wie der Spielstand, aber heute sollte es wohl einfach nicht sein. In der Nachspielzeit bekamen die Blau-Gelben noch einmal eine Ecke. Keeper Justin Duda rückte mit auf. Doch aus der Ecke ergab sich der erste richtige Konter vom TSV Hillerse. Zu dritt rannten sie aufs leere Tor, verfolgt von Robin Placinta, der noch einmal zu einem Verzweiflungssprint anzog. Vielleicht war seine Verfolgungsjagd entscheidend, denn der TSV-Akteur vollbrachte tatsächlich das Kunststück aus 16 Metern am leeren Tor vorbeizuschießen. Das wäre auch wirklich viel zu viel des Guten gewesen und so blieb es bei einem einzigen Schuss aufs Tor.

Kurz darauf war Schluss. Einfache Analyse woran es heute lag: Der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Unter normalen Umständen gewinnt man ein solch einseitiges Spiel klar und das wäre auch mehr als verdient gewesen. Doch durch eine Menge Pech und eigene Ungenauigkeiten stand am Ende die Null bei den erzielten Toren und so ging es ohne Punkte zurück nach Braunschweig. Am kommenden Samstag heißt es in der Länderspielpause der Profis dann „Stadtduell“. Um 14.30 Uhr geht es in der Rheingoldarena gegen die Freien Turner um die nächsten Punkte. Mehr Bilder zum Spiel findet hier.
Bis dahin
Euer Kivi
