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Wahnsinns-Sieg in Magdeburg

Bei der Eintracht fehlen einem bekanntermaßen oft die Worte. Dass dies auch mal aus positiven Gründen geschehen kann, lernten die über 3.000 mitgereisten Eintracht-Fans am Samstag in Magdeburg. Mit einer überragenden Leistung gelang dem BTSV ein echter Traumstart in die Zweitliga-Saison. Bereits zur Pause stand es nach einem Doppelpack von Jan Urbich sowie Treffern von Aaron Opoku und Mehmet Can Aydin 4:0. Auch vom ersten und einzigen Tor der Gastgeber ließen sich die Löwen nicht aus der Ruhe bringen, stattdessen bauten Samuele di Benedetto und Florian Flick die Führung sogar aus. Mit dem 6:1 erobern die Blau-Gelben sogar die Tabellenspitze.

Bekanntermaßen kann das Brötchen in Magdeburg richtig schlecht sein. Mitfahrer Jannis stellte heute einen der Gründe fest. Das noch nicht aufgebackene Aufbackbrötchen wurde nur auf den Grill gelegt. Bei dem hohen Andrang kurz nach Stadionöffnung reichte das natürlich nicht aus und so war das Brötchen wie eine große Masse Toast. Nicht so gut. Die Bratwurst war ok, 4,00 Euro kostete das Ganze. 5/10 von mir.

Eintracht-Coach Lars Kornetka entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW, C) – Mehmet Can Aydin, Kevin Ehlers, Lukas Frenkert, Fabio di Michele Sánchez (78. Noah Katterbach) – Florian Flick (85. Tristan Wagner), Samuele di Benedetto (65. Johan Gómez) – Aaron Opoku (78. Sidi Sané), Max Marie, Yann Sturm (65. Junior Zé) – Jan Urbich

Da kurz vor Anpfiff ein Loch im Tor entdeckt wurde, verzögerte sich der Anstoß aufgrund der Reparaturarbeiten um ein paar Minuten. Im pickepackevollen Gästeblock war die Stimmung trotz der tiefgrauen vergangenen vier Jahre gut. Und die wurde gleich besser, auch wenn es dafür nicht viel brauchte. Aaron Opoku wurde am Strafraumrand geblockt, Mehmet Can Aydin versuchte mit einem Sprint und einer sehenswerten Grätsche, den Ball noch im Spiel zu halten. Das gelang zwar nicht, doch die Eintracht-Fans nahmen das auf, als wäre die Führung nur eine Frage der Zeit, es wurde richtig laut. Die Anfangsviertelstunde war gerade abgelaufen, als Jan Urbich einen langen Ball zu Max Marie ablegte. Dieser marschierte Richtung Strafraum und steckte im perfekten Moment auf Aaron Opoku durch, der halbrechts vor dem Tor aus leicht spitzem Winkel freie Schussbahn hatte. Der Flügelspieler zog per Flachschuss ab und konnte Reimann im Tor der Gastgeber überwinden: das 1:0 für den BTSV!

Drei Zeigerumdrehungen später setzte Aaron Opoku Yann Sturm in Szene, der über links in den Strafraum zog. Sein Abschluss aus 14 Metern rauschte aber über den Querbalken. Zwei Minuten danach eroberte Max Marie gegen Iyoha resolut den Ball in der eigenen Hälfte, nahm den Kopf hoch und spielte einen überragenden Pass durch die Abwehrkette. Jan Urbich startete perfekt, hatte freie Bahn und nahm sich 17 Meter vor noch den Moment, um sich eine Ecke auszusuchen. Sein platzierter Flachschuss schlug genau neben dem linken Pfosten ein, das 2:0!
Fünf Minuten später behauptete Samuele di Benedetto im Mittelfeld den Ball und steckte auf Jan Urbich durch. Der Stürmer lief Ex-Löwe Paul Jaeckel davon. Wieder hatte Urbich freie Bahn, dieses Mal schloss er aus 13 Metern ab, wieder vollstreckte er in die linke untere Ecke. Der schnelle Doppelpack für den Neuzugang von Borussia Mönchengladbach und das 3:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Positiv fassungslos konnte man die Stimmung im Gästeblock bezeichnen. Damit hatten wohl die kühnsten Optimisten nicht gerechnet. Jeder Gesang war nun sehr fröhlich angemalt. Dann kamen erstmals die Magdeburger vor den Kasten der Blau-Gelben. Baris Atik spielte den Ball von der linken Grundlinie in die Gefahrenzone, Falko Michel schoss aus elf Metern knapp über den Querbalken. Zwei Zeigerumdrehungen danach prallte der Ball im Strafraum der Gastgeber vor die Füße von Jan Urbich, der aus spitzem Winkel nicht an Reimann vorbeikam. Nur wenige Augenblicke später zeigte sich der Frust der klar unterlegenen Gäste. Bockhorn rauschte im Mittelfeld rüde per Grätsche in Fabio di Michele Sánchez hinein. Schiedsrichter Prigan entschied sofort auf Rot. Da Bockhorn den Ball traf und sogar etwas zurückgezogen hatte, war das eine durchaus harte Entscheidung. Allerdings hielten sich die Beschwerden von Bockhorn auch in Grenzen.

Eine Minute war danach gespielt, als die Magdeburger den Ball nicht aus dem Strafraum bekamen. So kam Florian Flick aus 13 Metern zum Abschluss, jagte das Spielgerät aber denkbar knapp über die Latte. Auf der anderen Seite traf Zukowski aus spitzem Winkel nur das Außennetz. Kurz vor der Pause kam Yann Sturm im Strafraum an den Ball und ging nach einem Trikotzupfer von Hyryläinen zu Boden. Schiedsrichter Prigan ließ zwar erstmal weiterlaufen, wurde dann aber vom VAR an den Bildschirm gebeten. Dort entschied er sich dann ziemlich schnell: Strafstoß. Nachdem Mehmet Can Aydin im Vorjahr aus über 30 Metern bereits in Magdeburg getroffen hatte, versuchte er es nun aus elf Metern. Mit einem scharfen Flachschuss jagte der Rechtsverteidiger das Leder auf die linke untere Ecke. Reimann hatte die Ecke geahnt, war bei dem platzierten Schuss aber machtlos. Das dritte Mal schlug der Ball unten links ein: 4:0!

Es gab sieben Minuten Nachspielzeit. In dieser versuchten es erst Flick, dann Marie und dann Urbich. Nach drei Paraden hatte Reimann die Kugel sicher. Im Gegenzug fing Hoffmann einen Atik-Fernschuss sicher ab. Wieder ging es in die andere Richtung: Yann Sturm dribbelte sich in eine gute Schussposition und zog aus 18 Metern ab, Reimann riss die Fäuste hoch und konnte parieren. Auch Thorben Hoffmann konnte sich auszeichnen, als Zukowski aus halbrechter Position abzog. Der Löwen-Schlussmann tauchte blitzschnell ab und lenkte das Leder mit den Fingerspitzen um den linken Pfosten.

Dann war Halbzeit und die über 28.000 Zuschauer rieben sich verwundert die Augen. Das war wohl für beide Fanlager überraschend, auch wenn mit völlig unterschiedlichen Gefühlswelten. Die Blau-Gelben hatten sich ziemlich eiskalt gezeigt und die Fehler der Gastgeber genutzt. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie entschieden, auch wenn man bei unserer Eintracht bekanntermaßen nie sicher sein kann.

Kurz nach Wiederanpfiff tauchten die Löwen auch schon wieder gefährlich am Strafraum auf. Gefühlt sieben Spieler standen in guter Schussposition. Erst wurde Yann Sturm geblockt, dann machten es die Blau-Gelben aber zu kompliziert und vertändelten den Ball. Die Gastgeber konterten sofort gegen die viel zu hoch stehenden Braunschweiger. Baris Atik tauchte links am Strafraumrand auf und legte quer. Zukowski kam alleine vor dem Tor zum Schuss und grätschte die Kugel an Thorben Hoffmann vorbei über die Linie. Nur noch 4:1.

Doch ärgern mussten sich die mitgereisten Anhänger darüber nicht wirklich. Denn nur 80 Sekunden später bekam Yann Sturm am linken Strafraumeck den Ball von Fabio di Michele Sánchez, nahm den Kopf hoch und spielte die Kugel flach an mehreren Gegenspielern vorbei in den Strafraum. 13 Meter vor dem Tor fackelte Samuele di Benedetto nicht lange und jagte das Leder in den linken Knick. Da war der alte Abstand wieder und jegliche Sorgen endgültig beseitigt. Auch der Neuzugang vom VfB Stuttgart traf also gleich im ersten Pflichtspiel. Das 5:1!

Trotz der hohen Führung spielte die Eintracht weiter munter nach vorne. Kurz nach seinem Treffer zog di Benedetto aus der zweiten Reihe ab, wurde aber geblockt. Eine Minute später zischte ein Aydin-Fernschuss knapp über den Querbalken. Auf der anderen Seite rutschte Ehlers im Laufduell mit Zukowski weg, der somit freie Bahn hatte, alleine vor dem Tor aber doch recht deutlich rechts neben den Kasten schoss. Die Stundenmarke war noch nicht gefallen, als Jaeckel den Ball im FCM-Strafraum in die Füße von Jan Urbich spielte. Der Stürmer hatte nur noch Reimann vor sich, scheiterte aber im ersten Versuch und blieb im zweiten Versuch mit einem Haken hängen. Eine Minute danach segelte eine Ecke von Samuele di Benedetto in die Gefahrenzone. Die Faustabwehr von Reimann geriet zu kurz, Florian Flick reagierte blitzschnell und köpfte das Leder im hohen Bogen über mehrere Gegenspieler hinweg in den linken Knick. Das halbe Dutzend war tatsächlich voll, das 6:1!

Nach einigen Wechseln nahm sich die Partie einige Minuten Auszeit. Etwas mehr als 15 Minuten vor dem Ende brach Junior Zé über links in den Strafraum und zog aus leicht spitzem Winkel ab. Reimann parierte den Flachschuss mit dem Fuß. Kurz darauf drehte sich eine Ecke der Löwen direkt aufs Tor, Reimann rettete mit einer Faust. Wenig später versuchte es Marie aus der Distanz: drüber. Auch Junior Zé versuchte es zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit aus der Ferne und der wurde richtig gefährlich. Mit einer starken Parade lenkte Reimann den Ball aus dem linken Winkel noch am Tor vorbei. Auch der Eckball landete bei Junior Zé, der aus 20 Metern volley abzog, klar rechts vorbei.

Fünf Minuten später versuchte es der eingewechselte Sidi Sané aus der zweiten Reihe, Reimann hatte den Ball aber sicher. Es lief bereits die Nachspielzeit, als Johan Gómez mit einem sehenswerten Steckpass Sidi Sané in Szene setzte. Dieser ließ mit einem Haken einen Gegenspieler aussteigen und hatte aus elf Metern freie Schussbahn, traf aber nur das rechte Außennetz.

Und dann war Schluss! Die Eintracht holt den höchsten Sieg seit dem letzten Aufstieg in die 2. Bundesliga 2022 und schlägt den 1. FC Magdeburg mit 6:1! Ein starker Auftakt, den man aber natürlich nicht überbewerten darf. Dennoch hat man nun bereits ein Sechstel der Toranzahl der vergangenen Saison erzielt. Der erste Anfang ist also geschafft. Nun warten drei Heimspiele in Folge. Zum ersten Heimspiel der Saison reist der VfL Bochum ins Eintracht-Stadion. Anstoß am Freitagabend ist um 18:30 Uhr.

Bis dahin

Euer Kivi

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