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Aufstieg verpasst

Ein völlig wahnsinniges und emotionales Aufstiegsspiel endet für die 1. Frauen mit Tränen. Gegen die SG TiMoNo hieß es nach 120 Minuten 5:5, im Elfmeterschießen hatten die Löwinnen dann mit 2:3 das Nachsehen. In der ersten Halbzeit lagen die Blau-Gelben nach zwei ärgerlichen Gegentoren mit 0:2 hinten, glichen aber mit zwei schnellen Treffern durch Lyn Meyer und Jolie Just kurz nach dem Seitenwechsel aus. Lange in Überzahl, gelang der Eintracht wenig später sogar der 3:2-Führungstreffer durch Cindy Kaufmann, auf den aber der schnelle Ausgleich folgte. In der Verlängerung gingen erst die Gegner in Führung, dann drehten die Löwinnen durch Tore von Lyn Meyer und Maya Andresen die Partie erneut. Doch in der vierten Minute der Nachspielzeit glich die SG TiMoNo aus und sicherte sich im Elfmeterschießen den Aufstieg, den der BTSV damit verpasste.

Eintracht-Coach Simon Wintgen entschied sich für folgende Aufstellung: Nele Schäfer (TW) – Antonia Farr, Anna Fries (75. Leandra Hampe-Michels), Gina Berger – Jill Lange (46. Lea Eggers), Neele Wunsch, Jolie Just, Cindy Kaufmann (93. Charlotte Brühler) – Imke Wiedenroth (85. Marie Gollmer) – Celina Klebe (46. Maya Andresen), Lyn Meyer (C)

Die Partie war wenige Augenblicke alt, als der West-Staffelmeister frei vor dem Löwinnen-Tor auftauchte. Nach einer flachen Flanke von der rechten Seite hatte die Stürmerin nur noch Nele Schäfer vor sich, scheiterte aber an einer überragenden Fußabwehr der BTSV-Schlussfrau. Fünf Minuten später brach Lyn Meyer nach einem langen Ball über rechts in den Strafraum und bediente am zweiten Pfosten Celine Klebe, die das Leder im Fallen über den Querbalken jagte. Kurz darauf kam Jill Lange im Strafraum zum Abschluss, wurde aber geblockt. Etwas mehr als zehn Minuten waren gespielt, als Lyn Meyer beim Aufbauspiel der SG hellwach war, einen Pass abfing und den Turbo zündete. Mit einem Haken tanzte sie leichtfüßig an einer Gegenspielerin vorbei und zog aus elf Metern ab, doch die Torfrau parierte überragend und hielt den Nachschuss der Blau-Gelben Torfabrik sogar fest. Auf der anderen Seite versuchten es die Gegner aus der zweiten Reihe: drüber.

Dann bekam auch Nele Schäfer wieder etwas zu tun: Sie pflückte einen Schlenzer vom linken Strafraumeck sicher aus der Luft. Zwei Zeigerumdrehungen danach blockte Cindy Kaufmann als letzte Verteidigerin mit einer herausragenden Grätsche und verhinderte somit einen brandgefährlichen Abschluss. Im Gegenzug setzte sich Lyn Meyer mit einem herrlichen Dribbling gegen mehrere Gegenspielerinnen durch und zog aus 14 Metern ab. Der Ball blieb an einem ausgestreckten Arm hängen, klare Sache: Strafstoß. Das sah auch FIFA-Schiedsrichterin Dr. Riem Hussein so, die in ihrem letzten Spiel als Unparteiische auf dem Platz stand. Celina Klebe legte sich das Leder als etatmäßige Schützin zurecht und visierte die untere linke Ecke an. Die Richtung stimmte auch, doch an Kraft fehlte es dem Schuss entscheidend. Da die Torfrau auch noch die Ecke geahnt hatte, hielt sie den Ball sogar fest. Riesenchance zur Führung liegengelassen! Ein paar Minuten danach wurde der Fehlschuss doppelt ärgerlich. Einem vermeidbaren Ballverlust am eigenen Strafraum folgte ein Steckpass der SG und die Nummer 9 war frei durch, scheiterte im ersten Versuch noch an der glänzend reagierenden Nele Schäfer, brachte den Nachschuss dann aber im Kasten unter, das 0:1.

Zwei Minuten später klärte TiMoNo eine Freistoßflanke von Jolie Just zu Cindy Kaufmann, die aus 18 Metern per Volley-Direktabnahme abzog: knapp über den Querbalken. Kurz darauf eroberte Neele Wunsch den Ball tief in der gegnerischen Hälfte und gab das Leder an Celina Klebe weiter, die sofort auf Lyn Meyer durchsteckte. Die lupfte über die herausstürmende Torfrau hinweg, aber auch knapp über den Kasten. Wenige Augenblicke danach spielte Jolie Just einen Doppelpass mit Celina Klebe und zog aus 20 Metern ab, ihr Fernschuss wurde zur Ecke abgefälscht. Diese brachte allerdings nichts ein. Die reguläre Spielzeit neigte sich dem Ende zu, als die Löwinnen bei einem abgerutschten Schuss vom linken Strafraumeck pennten. Denn statt ins Toraus zu fliegen, blieb die Kugel im Spiel und wurde durch die Passivität der Defensive zu einer brandgefährlichen Flanke. Einmal quergelegt, traf die Nummer 28 aus kurzer Distanz zum 0:2.
Noch vor dem Pausenpfiff bot sich den Löwinnen eine aussichtsreiche Freistoßposition: Jill Lange zog den Ball aus 17 Metern direkt aufs Tor, doch mit den Fingerspitzen lenkte die Torhüterin die Kugel noch an die Latte. Von dort sprang der Ball ins Aus, der anschließende Eckstoß brachte nichts ein.

Dann war Halbzeit. Einigermaßen ausgeglichene erste 45 Minuten mit leichten Vorteilen für TiMoNo, die hier jeden Fehler der Löwinnen mit unangenehmen und gefährlichen Gegenstößen bestraften und so gleich zweimal erfolgreich waren. Man merkte, dass der Gegner nur neun Gegentore in der Oststaffel kassiert hatte. Die Löwinnen kamen merklich seltener zu klaren Abschlussgelegenheiten als sonst, hätten aber auch schon treffen können oder sogar müssen. Trainer Simon Wintgen reagierte doppelt und brachte Maya Andresen und Lea Eggers für Celina Klebe und Jill Lange.

Fünf Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als Neele Wunsch eine Ecke in die Gefahrenzone zirkelte. Dort sprang der Ball in einem wilden Durcheinander hin und her, ehe sich Lyn Meyer das Spielgerät schnappte und unter die Latte drosch. Das war in echter Torjägerinnenmanier, der Anschlusstreffer, nur noch 1:2!
Eine Zeigerumdrehung später fiel Imke Wiedenroth der Ball nach der nächsten Ecke vor die Füße, ihr Schuss aus 15 Metern wurde aber geblockt. Etwas mehr als zehn Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als Lyn Meyer einen langen Ball im Vollsprint überragend verarbeitete und somit an der völlig überraschten Verteidigerin vorbeizog. Diese wusste sich nicht mehr anders zu helfen und setzte zur Grätsche an, traf hauchzart vor der Strafraumkante aber statt dem Ball nur die Beine der Blau-Gelben Torfabrik. Erneut klare Sache: Rote Karte wegen Notbremse! Und ein gefährlicher Freistoß für den BTSV!
Das war eine Sache für Jolie Just, die sich das Leder zurechtlegte, anlief und genau in den rechten Winkel zirkelte! Der Ausgleich, das 2:2!

Nun war alles wieder offen und die Löwinnen waren in Überzahl. Das hatte die Blau-Gelben richtig angezündet, die wie aufgedreht auf die Führung drängten. Nur wenige Augenblicke nach dem Ausgleich brach Lyn Meyer über rechts in den Strafraum, kam aus leicht spitzem Winkel aber nicht an der erneut stark reagierenden Torfrau vorbei. Cindy Kaufmann hechtete mit einem Flugkopfball in den Abpraller, bugsierte die Kugel aber links vorbei. Es lief die Meisterminute, als Lyn Meyer die gegnerische Abwehr mit einem tollen Dribbling auf der Strafraumkante auseinanderzog und auf dem rechten Flügel Neele Wunsch in Szene setzte. Die Mittelfeldspielerin flankte die Kugel punktgenau auf den Elfmeterpunkt, wo sich Cindy Kaufmann in die Luft schraubte und das Leder mit einem lehrbuchmäßigen Kopfball in der linken Ecke versenkte. Spiel gedreht, das 3:2! Riesenjubel unter den Blau-Gelben!

Doch der Jubel währte nicht lange. Nur wenige Minuten später pennten bei einer Freistoßflanke von der Mittellinie alle Blau-Gelben und schauten der Kugel hinterher, wie sie auf dem Fuß der Nummer 11 landete und plötzlich völlig alleine vor Nele Schäfer stand. Aus vollem Lauf kommend, umkurvte die Nummer 11 die chancenlose Torfrau und schob ins leere Tor ein. Damit hatte zu dem Zeitpunkt wohl nicht mal jemand bei TiMoNo gerechnet, der Ausgleich, das 3:3.

Nun war es ein Hin und Her. Die Unterzahl merkte man dem Gegner zu keinem Zeitpunkt an. Eine Freistoßflanke von Jolie Just wurde zu Neele Wunsch geklärt, die aus 20 Metern abzog. Ihr Schuss wurde gefährlich gegen die Laufrichtung der Torfrau abgefälscht, die aber blitzschnell unten war und das Leder sogar festhalten konnte. Im direkten Gegenzug missriet ein Rückpass von Gina Berger auf Nele Schäfer fast völlig. Die Torfrau merkte gerade noch, dass sie nicht mehr im Strafraum stand und nahm die Hände weg. Ihr Klärungsversuch prallte von der Stürmerin Richtung eigenes Tor und rollte nur wenige Grashalme links am Tor vorbei. Auf der anderen Seite versuchte es Jole Just aus über 30 Metern einfach mal. Damit hatte die Torhüterin nicht gerechnet und schaute der Kugel nur noch hinterher, die sich gefährlich senkte, aber hauchzart über dem rechten Winkel ins Toraus flog.

Wenige Augenblicke danach suchte Lea Eggers mit einem langen Ball Lyn Meyer, die unter starker Bedrängnis 15 Meter vor dem Tor an den Ball kam, das Leder aber über den Kasten löffelte. Zwei Zeigerumdrehungen danach setzte Jolie Just Cindy Kaufmann ein, deren Flanke Lyn Meyer rechts neben das Tor köpfte. Es lief bereits die Nachspielzeit, als die SG TiMoNo noch zweimal gefährlich zum Abschluss kam. Erst zischte der Ball aus 15 Metern knapp drüber, dann folgte aus ähnlicher Position der nächste Abschluss, den Nele Schäfer parieren konnte. Im Gegenzug konterten die Löwinnen gefährlich: Maya Andresen schoss aus 20 Metern aber recht deutlich rechts am Tor vorbei.

Dann waren die 90 Minuten rum! Die Eintracht hatte es verpasst, die lange Überzahl zu einem Sieg zu nutzen und war am Ende sogar der Niederlage nahe gewesen. Doch im Gesamten ging das Remis bis dahin durchaus in Ordnung und so stand nun eine Extraschicht von zweimal 15 Minuten an.

Und die Verlängerung startete mit dem nächsten Tiefschlag. Nach einer Ecke stimmte trotz Überzahl die Zuteilung nicht und die Nummer 17 kam völlig frei und ungestört zum Kopfball. Aus wenigen Metern war Nele Schäfer ohne Abwehrchance, Spiel in die andere Richtung gedreht: 3:4.
Es folgte ein echter Abnutzungskampf ohne größere Chancen auf beiden Seiten. Bis es zehn Minuten später Ecke für die Löwinnen gab. Neele Wunsch zirkelte den Ball in den Strafraum, die Kugel wurde geklärt. Im zweiten Anlauf kam der Ball lang in den Strafraum, Lyn Meyer pflückte den Ball unnachahmlich aus der Luft, zog mit einem schnellen Antritt an zwei Gegenspielerinnen vorbei und wackelte die nächste Verteidigerin leichtfüßig aus. Im Fallen traf die Torfabrik aus zwölf Metern in die untere linke Ecke! Der erneute Ausgleich, das 4:4!

Dann begann die zweite Halbzeit der Verlängerung. Man merkte allen Beteiligten die schwindenden Kräfte an, auch wenn TiMoNo trotz Unterzahl frischer wirkte. Den nächsten Abschluss hatte Lyn Meyer, die sich den Ball nach einer Flanke von Charlotte Brühler mit dem Kopf vorlegte und zum Fallrückzieher ansetzte. Dem akrobatischen Schutz fehlte es aber an Wucht, sodass die Torfrau den Ball locker aus der Luft pflückte. Eine Minute später erwischte Lyn Meyer eine Ecke von Neele Wunsch mit dem Kopf, platzierte ihren Versuch aber zu zentral. Im Gegenzug ballerte TiMoNo aus der zweiten Reihe rechts am Tor vorbei. Es lief die 117. Spielminute, als Jolie Just das Spielgerät mit langen Schritten über 40 Meter bis zum linken Strafraumrand und den Ball flach auf den zweiten Pfosten spielte. Dort lief Maya Andresen ein und donnerte das Leder in die Maschen. Riesiger Riesenjubel bei Blau-Gelb, die Torschützin verschwand unter einer großen Jubeltraube. Schon wieder das Spiel gedreht, das 5:4!

Es lief bereits die letzte reguläre Spielminute, als nach einem langen Ball plötzlich eine TiMoNo-Stürmerin frei vor Nele Schäfer auftauchte und es mit einem Lupfer versuchte. Das Netz zappelte, doch von der falschen Seite, denn die Kugel war im Außennetz gelandet. Aufgrund eines Ganzkörperkrampfs einer TiMoNo-Akteurin gab es fünf Minuten Nachspielzeit. Und diese war schon quasi abgelaufen, als es noch einmal Freistoß für den Gegner gab. Die Flanke klärten die Löwinnen in die Füße der Nummer 21. Niemand konnte den folgenden Abschluss verhindern oder blocken, der im Tor einschlug. Unfassbar, das 5:5, später und bitterer geht es nicht.

Es gab also Elfmeterschießen. Wer die Löwinnen kennt, weiß, dass der Schuss aus elf Metern nicht gerade zu den Spezialitäten der Blau-Gelben gehört. Und so parierte die TiMoNo Torfrau gleich zwei Versuche der Löwinnen, während der dritte Fehlschuss neben dem Tor landete. Auch Nele Schäfer parierte einen Elfmeter, war bei den restlichen drei aber machtlos und war am Ende ebenso geschlagen wie der gesamte BTSV. 2:3 nach Elfmeterschießen, die Niederlage, die so wehtut und nach so einer Saison gleichzeitig unfassbar wie unfair ist. Ein Spiel entscheidet über die Saison von zwei herausragenden Mannschaften, die beide den Aufstieg absolut verdient haben.

Doppelt bitter ist der verpasste Aufstieg im Hinblick auf die Einführung der 3. Liga, zu der die Qualifikation in der kommenden Saison ohne die Löwinnen stattfinden wird. Anhand komplizierter Regelungen in aller damit verbundenen Ligen ist es noch nicht ganz ersichtlich, wie der Aufstiegskampf in der kommenden Saison aussehen wird. Klar ist, die 1. Frauen werden einen erneuten Anlauf nehmen müssen. Wer dann dabei ist und welche Veränderungen es gibt, sind derzeit auch noch völlig unklar.

Klar ist: Die Tränen werden trocknen und die Gemeinschaft im BTSV Eintracht wird uns ermöglichen, gemeinsam wieder aufzustehen und gemeinsam weiter Richtung Erfolg zu schreiten. Eintracht ist alles.

Bis dahin

Euer Kivi

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