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Sieglos-Serie ausgebaut

Die Eintracht verpasst erneut den so wichtigen Sieg und wartet nun seit vier Spielen auf die vollen drei Punkte. Dabei konnte die Mannschaft von Trainer Lars Kornetka nach einer enttäuschend schwachen ersten Halbzeit froh sein, nur mit 0:1 zurückzuliegen. Nach dem Seitenwechsel kamen die Blau-Gelben besser in die Partie, brachten aber zu wenig wirklich gefährlich aufs Tor. Bis Max Marie aus 18 Metern abzog und in Überzahl herrlich zum 1:1-Ausgleich traf. Da den Löwen der Lucky Punch nicht gelingen sollte, blieb es vor über 22.000 Zuschauern beim Unentschieden. Das dürfte am Ende wohl zu wenig sein.

Eintracht-Coach Lars Kornekta entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Johan Gómez, Kevin Ehlers, Andi Hoti (88. Fabio Kaufmann), Fabio di Michele Sánchez (64. Leon Bell Bell) – Mehmet Can Aydin, Florian Flick – Robin Heußer (64. Faride Alidou), Lino Tempelmann (64. Erencan Yardimci), Max Marie – Jovan Mijatovic

Ähnlich wie in Bochum startete die Eintracht mit viel Schwung in die Partie. Auch ähnlich wie in Bochum war am Strafraumrand allerdings Schluss. Nach einer schwachen Hereingabe von Fabio di Michele Sánchez prallte die Kugel zu Lino Tempelmann, der von der Strafraumkante abzog, aber geblockt wurde. Fünf Minuten später kam Robin Heußer nach einer Aydin-Ecke aus 14 Metern per Volley-Direktabnahme zum Abschluss, jagte das Spielgerät aber mehrere Meter über und neben das Tor.

Fast im direkten Gegenzug reichte ein Steckpass, um die hoch stehende Abwehrkette der Blau-Gelben zu überwinden. Schuler war dann mit Ball zu schnell für Kevin Ehlers und Andi Hoti. Im Löwen-Strafraum angekommen, versuchte der Hertha-Stürmer Thorben Hoffmann zu umkurven, der nach dem Ball griff, aber nur die Beine des Gegenspielers erwischte. Klare Sache, Strafstoß und Gelb für Hoffmann. Natürlich war das eine Aufgabe für Eintracht-Schreck Fabian Reese, der aus elf Metern die rechte Ecke anvisierte. Das hatte auch Hoffmann geahnt, hechtete in die richtige Richtung und konnte den Strafstoß parieren. Doch der Jubel der Südkurve erstarb, denn Reese hatte den Abpraller im Eintracht-Kasten untergebracht, beim Nachschuss war Hoffmann ohne Chance. Wieder der Rückstand mit der ersten gefährlichen Aktion vor dem Eintracht-Tor, das dritte Spiel in Folge, 0:1.

Das war übrigens die zehnte Torbeteiligung für Fabian Reese im zehnten Spiel gegen unsere Eintracht. Die Gäste zogen sich etwas zurück, nun verteidigte die Mannschaft mit den drittwenigsten Gegentoren gegen den Angriff mit den zweitwenigsten Toren. Dementsprechend passierte eigentlich gar nichts mehr. Eine Viertelstunde später zogen die Berliner einmal das Tempo an und sofort kamen die Blau-Gelben nicht mehr hinterher. Winkler steckte auf Ex-Löwe Gechter durch, der von der Grundlinie eine flache Hereingabe spielte. Eigentlich hätten mehrere Löwen die Gelegenheit gehabt, den Ball zu klären, Problem war nur: Es tat niemand. Und so war es großes Glück, dass Reese aus spitzem Winkel nur das Außennetz vom leeren Tor traf.

Zwei Zeigerumdrehungen später hatte Hoti Glück, dass sich Winkler im Konter den Ball zu weit vorlegte, bei einem Querpass hätte der Innenverteidiger gegen mehrere Herthaner keine Chance mehr gehabt. Eine Viertelstunde war im zweiten Durchgang noch zu spielen, als Cuisance links im Strafraum Reese in Szene setzte, der aus 13 Metern rechts am Tor vorbei schlenzte. Kurz darauf reichte ein verlorenes Kopfballduell im Mittelfeld und die Eintracht stand wieder unsortiert. Cuisance ließ Hoti ganz alt aussehen und steckte auf Schuler durch, der ein zweites Mal frei vor Hoffmann auftauchte und es dieses Mal mit einem Abschluss versuchte. Der Löwen-Schlussmann war bereits geschlagen, doch der rechte Pfosten rettete für die Eintracht.

Auch der nächste Abschluss gehörte der Hertha, nach einer Freistoßvariante zog Reese aus der zweiten Reihe ab, verfehlte das Tor aber klar. Sinnbildlich für die Offensiv-Leistung der Löwen folgte wenig später eine Ecken-Variante, die ihresgleichen suchte. Allerdings im negativen Sinne. Eine kurze Variante brachte die Eintracht in eine nicht wirklich zu lösende Situation an der linken Eckfahne und so wurde der Ball nach hinten gespielt. Aydin versuchte es aus fast 40 Metern einfach mal, ballerte die Kugel aber gute zehn Meter über den Kasten. Da waren die Pommes in der Nordkurve eher in Gefahr als das Hertha-Tor.

Die Nachspielzeit stellte tatsächlich die einzige akzeptable Phase der Löwen im ersten Durchgang dar. Erst wurde Mijatovic am Strafraumrand geblockt, dann unterlief Dardai nach einer Flanke von Fabio di Michele Sánchez beinahe ein Eigentor, schlussendlich rauschte der Klärungsversuch knapp links vorbei. Die fällige Ecke schlug Mijatovic zu Tempelmann, der das Leder zu Florian Flick weiterleitete. Der Mittelfeldspieler scheiterte aus kurzer Distanz an einer starken Parade von Hertha-Keeper Ernst. Auch die nächste Ecke wurde gefährlich: Erst wurde Kevin Ehlers geblockt, dann auch der Nachschuss von Florian Flick wenige Meter vor dem Tor.

Dennoch gingen die Blau-Gelben eher nicht mit einem guten Gefühl in die Pause, zu schwach war die Vorstellung gewesen, viel zu lange hatte es bis zum ersten ernst zu nehmenden Abschluss gedauert. Stattdessen war das Beste am Spiel noch das Ergebnis, denn der Rückstand hätte durchaus ein oder zwei Tore höher ausfallen können. Trotz dessen verzichtete Trainer Lars Kornekta vorerst auf Wechsel.

Und die Eintracht kam deutlich zielstrebiger aus der Kabine. Nach einer Flanke von der rechten Seite kam Jovan Mijatovic aus 13 Metern zum Abschluss, bugsierte die Kugel mit dem schwächeren rechten Fuß aber deutlich über den Kasten. Fünf Minuten waren gespielt, als Max Marie mit einem cleveren Pass in den Strafraum Lino Tempelmann in Szene setzte, der in aussichtsreicher Position etwas zu überhastet abzog. Sein Flachschuss trudelte rechts am Tor vorbei. Fünf Minuten später landete eine Mijatovic-Ecke bei Hoti, der das Leder nochmal scharf machte. Weder Aydin noch Tempelmann kamen an Keeper Ernst vorbei und die Fahne ging auch hoch: Abseits.

Doch auch die Gäste blieben gefährlich: Ziemlich simpel konterten die Berliner die Löwen aus, nach einem Steckpass von Cuisance auf Schuler hatte dieser viel Platz, traf aus 14 Metern aber nur die Oberkante der Latte. Zwei Zeigerumdrehungen später bediente Max Marie am linken Strafraumeck Jovan Mijatovic, der stark bedrängt wurde, aber dennoch in die Mitte zog und aus neun Metern eine Lücke zum Abschluss fand. Sein Flachschuss geriet aber viel zu zentral, das war kein Problem für Ernst im Tor der Gäste. Die letzte Aktion vom bemühten Lino Tempelmann war eine Gelbe Karte wegen Meckerns. Allerdings nachdem er klar gefoult worden war.

Der kurz zuvor eingewechselte Alidou hatte wenig später den Ausgleich auf dem Schlappen. Jovan Mijatovic hatte einen langen Ball perfekt in den Laufweg von Alidou verlängert. Dieser marschierte in den Strafraum und entschied sich aus spitzem Winkel gegen den Querpass und für den Abschluss. Dieser rauschte links am Tor vorbei. Frustriert schoss er einen der hinter dem Tor liegenden Bälle weg und traf dabei beinahe einen der Fahnenschwenker, die das Spiel im Innenraum verfolgten. Kurz darauf versuchte es Aydin aus der zweiten Reihe, sein Flachschuss geriet zu zentral und blieb ohne Gefahr.

Drei Minuten später brachte Eichhorn mit einer rüden Grätsche im Mittelfeld Florian Flick zu Fall. Kevin Ehlers wertete das Einsteigen als rotwürdig und bekam für sein zu heftiges Argumentieren Gelb. Ebenso wie Eichhorn. Doch der VAR gab Ehlers recht und auch Schiedsrichter Alt änderte seine Meinung nach erneutem Ansehen der Szene. Rot für das 16-jährige Toptalent, die Gelbe Karte für Innenverteidiger Ehlers blieb bestehen. 15 Minuten Überzahl also für die Blau-Gelben. Drei Minuten später war Flick auch an der nächsten nennenswerten Szene beteiligt, als er Max Marie vor dem Strafraumrand bediente. Der Mittelfeldspieler zog mit einem feinen Haken an Cuisance vorbei und legte dann den Frust des ganzen Spiels in seinen Abschluss. Dabei kam ein echtes Geschoss heraus, welches im linken Eck einschlug! Der Ausgleich zum 1:1!

Statt einer Initialzündung zu einer Schlussoffensive passierte aber erstmal wenig. Stattdessen kam zehn Minuten später die Hertha: Krattenmacher wurde von der Strafraumkante zur Ecke geblockt, die über Umwege bei Zeefuik landete, der aus der Ferne abzog, das Ziel aber mehr als klar verfehlte. Eine richtige Schlussoffensive der Löwen gab es zwar nicht, dafür aber mehrere weite Einwürfe von Mijatovic. Im Anschluss an diese kamen Bell Bell und Fabio Kaufmann aus der zweiten Reihe zum Schuss, in die Nähe des Tores kamen die Versuche der Schienenspieler aber nicht.

Und so war es doch schon enttäuschend, wie ungefährlich die Eintracht nach dem Ausgleich geblieben war. Denn ein Punkt ist zum derzeitigen Stand zu wenig. Wieder mal war die Eintracht lange Zeit zu ideenlos, brachte erneut nur wenig Schüsse auf oder in die Nähe des gegnerischen Kastens. So sind die Blau-Gelben zwar seit drei Heimspielen ungeschlagen, bei nur zwei Siegen in 13 Rückrundenspielen wird die Gesamtlage aber immer bedrohlicher. Zudem in den letzten vier Ligaspielen noch drei Auswärtsspiele warten. Auf fremden Plätzen ist die Eintracht bekanntlich eher schwach und das seit Jahren. Zeit also, dies zu ändern. Die erste Möglichkeit dazu bietet sich am kommenden Freitag auf dem Betzenberg. Anstoß gegen den 1. FC Kaiserslautern ist um 18.30 Uhr.

Bis dahin

Euer Kivi

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