Die Eintracht verliert bei den seit November sieglosen Bielefeldern und das absolut verdient. Nach einem Gegentor in der ersten Spielminute drehten die Löwen das Spiel durch Sané und ein echtes Traumtor von Frenkert zwar zwischenzeitlich, kassierten vor der Pause aber noch den Ausgleich. Zum wiederholten Male kamen die Blau-Gelben schwach aus der Kabine und fingen sich wenig überraschend den erneuten Rückstand, von dem sich die Eintracht vor 26.750 Zuschauern nicht mehr erholen sollte.
In Bielefeld findet man den gleichen Stadion-Caterer wie in Braunschweig, daher gab es heute auch die Manta-Platte. Während Pommes und Soße echt gut waren, wusste die Bratwurst nicht ganz so zu überzeugen wie die in Braunschweig. 7,70 Euro stellen auch wirklich keinen Preisschlager dar. Dennoch absolut ordentlich. Eine 8/10 von mir.
Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW, C) – Kevin Ehlers, Patrick Nkoa, Lukas Frenkert – Aarok Opoku, Robin Heußer (86. Florian Flick), Mehmet Can Aydin, Leon Bell Bell (81. Faride Alidou) – Johan Gómez (60. Grant-Leon Ranos), Erencan Yardimci, Sidi Sané (60. Jovan Mijatovic)
Die Eintracht hatte Anstoß und schaffte es dennoch, nach gut 30 Sekunden Spielzeit ein Gegentor zu kassieren. Leon Bell Bell gab auf der linken Seite den Ball her und dann ging es schnell: Die Gastgeber kombinierten sich mühelos und ohne Gegenwehr auf den rechten Strafraumrand und spielten die Kugel von dort flach in die Gefahrenzone. Rochelt legte das Leder mit der Hacke zu Uldrikis, der aus 16 Metern ziemlich zentral zielte. Doch der Flachschuss rutschte Kapitän und Torwart Hoffmann irgendwie durch und kullerte ins Netz. Da sah der sonst so starke Schlussmann nicht gut aus, das 1:0 für die Gastgeber.
Kurz darauf kamen die Arminen gleich zweimal zum Abschluss. Der Schuss im Strafraum wurde geblockt, der Nachschuss aus der zweiten Reihe flog in den ausverkauften Gästeblock. Eine Zeigerumdrehung später prallte die Kugel nach einem Freistoß im Löwen-Strafraum hin und her, dieses Mal sicherte sich Hoffmann das Spielgerät, bevor die Gastgeber zum Abschluss kommen konnten. Acht Minuten waren gespielt, als Mehmet Can Yadin das Leder aus dem Halbfeld über die Abwehrkette in den Strafraum zur rechten Grundlinie hob. Johan Gómez kratzte die Kugel noch vor dem Aus im hohen Bogen in die Gefahrenzone. Dort setzte sich Sidi Sané im Luftduell durch und köpfte die Kugel aufs linke Eck. Kerksen im Bielefelder Tor war machtlos und der Ball schlug im Tor ein, der schnelle Ausgleich, das 1:1!
Mit Ablauf der Anfangsviertelstunde flog ein Eintracht-Freistoß gefährlich in den gegnerischen Strafraum, jedoch kamen weder Erencan Yardimci noch Patrick Nkoa zum Abschluss. Auf der anderen Seite versuchte es Wörl aus der Distanz, Thorben Hoffmann packte im Nachfassen aber sicher zu. Eine Zeigerumdrehung später brach Corboz nach einem Steckpass frei durch, überlupfte Thorben Hoffmann und sah mit an, wie der Ball sich unter die Latte ins Tor senkte. Jubel gab es trotzdem nicht, denn die Fahne des Assistenten ging hoch: Abseits. Die Gastgeber blieben hier am Drücker. Eine brandgefährliche Flanke klärte Lukas Frenkert per Fluggrätsche übers eigene Tor.
In kurzer Zeit gab es dann zwei Ecken für Bielefeld, die beide auch bei Heim-Akteuren landeten. Doch während ein Kopfball am Tor vorbeiflog, wurde der Fernschuss geblockt. Mitte der ersten Halbzeit kam Lukas Frenkert tief in der eigenen Hälfte an den Ball, spielte einen Doppelpass mit Leon Bell Bell und marschierte 40 Meter Richtung Bielefelder Tor. 25 Meter vor ebendiesem Tor fand der Innenverteidiger keine Anspielstation, wurde aber auch nicht angegriffen. Also entschied sich Frenkert einfach mal für den Fernschuss und ließ ein echtes Geschoss ab! Mit einer irren Flugkurve zischte das Leder in den rechten Winkel. Unhaltbar und ein absolutes Traumtor. Das 2:1 für die Eintracht mit dem zweiten Schuss aufs Tor!
Im direkten Gegenzug verhinderte Nkoa nach einer unübersichtlichen Situation als letzter Mann robust einen genauen Abschluss von Uldrikis. Einen Strafstoß gab es auch nach VAR-Prüfung nicht, dennoch großes Risiko von dem Innenverteidiger. Fünf Minuten später köpfte Uldrikis nach einer Flanke von rechts links am Tor vorbei. Eine Viertelstunde vor der Halbzeit kam Wörl am linken Strafraumeck an den Ball, zog nach innen und hatte von der Strafraumkante zu viel Zeit und Platz. So konnte er die Kugel in die rechte Ecke schlenzen. Dieses Mal war Hoffmann chancenlos und flog vergebens, der Ausgleich zum 2:2.
Fünf Minuten später köpfte Bauer nach einer Ecke knapp über das Braunschweiger Tor. Im direkten Gegenzug brachten die Löwen auf der linken Seite Leon Bell Bell in eine Flankenposition. Dessen Hereingabe landete bei Yardimci, der das Leder nicht sauber kontrollieren konnte, aber dennoch eine Ablage für Aaron Opoku schaffte. Der Winter-Neuzugang zog aus 20 Metern sofort ab, knallte die Kugel aber ein Stück über den Querbalken. Auch Russo versuchte es aus der Ferne, verfehlte das Tor der Eintracht aber deutlich. Etwas knapper war es dann kurz vor dem Pausenpfiff, als Momuluh im Strafraum zum Abschluss kam. Leicht abgefälscht flog das Leder Richtung rechte Ecke, Hoffmann schnappte sich das Spielgerät mit einer Flugparade.
Dann war Halbzeit. Viel hatte die Eintracht nicht Richtung Tor der Gastgeber gebracht, die einzigen beiden Schüsse, die auf das Bielefelder Tor flogen, waren dann aber auch immerhin drin. In der Defensive hatten die Löwen zu oft das Nachsehen, vor allem in der Luft waren die Blau-Gelben oft nur zweiter Sieger. Dennoch verzichtete Trainer Heiner Backhaus auf Wechsel.
Und wie so oft in dieser Saison, kamen die Löwen nicht gut aus der Kabine. Dieses Mal dauerte es etwas länger als 30 Sekunden bis zum ersten Abschluss der Hausherren, aber auch nicht viel länger. Gut zwei Minuten waren gespielt, als Knoche nach einem Freistoß aus sieben Metern recht ungestört zum Kopfball kam, das Leder aber genau in die Arme von Hoffmann bugsierte. Kurz darauf steckte Wörl durch die Eintracht-Abwehrkette, Momuluh kam frei vor Hoffmann zum Abschluss, doch der Löwen-Schlussmann parierte den Schuss aus spitzem Winkel zur Ecke. Freuen konnte sich der Kapitän aber nicht lange darüber. Denn die Gastgeber hielten den Druck mit mehreren Ecken hintereinander hoch. Ecke Nummer drei segelte auf den Kopf von Uldrikis. Gegen den Zwei-Meter-Mann hatten die Blau-Gelben kein Mittel gefunden. Dessen Kopfball klatschte an den linken Pfosten und sprang über die Linie, die erneute Führung für die Arminia, das 2:3 aus Sicht der Eintracht. Besonders bitter: Johan Gómez hatte die Kugel mit einer schnellen Reaktion noch an den Pfosten lenken können, von dort war der Ball über den Hintern des US-Amerikaners ins Tor geprallt.
Ein Wachrüttler war dies leider nicht, weiter waren die Hausherren am Drücker. Wieder war es eine Ecke, wieder war es Uldrikis, dieses Mal wurde sein Kopfball aber geblockt. Auch Ecke Nummer neun wurde wenig später gefährlich. Trotz mehrerer Anläufe bekamen die Löwen den Ball einfach nicht geklärt und hatten Glück, dass Bauer aus kurzer Distanz, aber auch aus spitzem Winkel, nur das Außennetz traf. In der Meisterminute trat dann tatsächlich auch mal die Eintracht offensiv in Erscheinung. Mijatovic setzte sich auf der rechten Seite klasse durch und flankte butterweich auf den Elfmeterpunkt. Dort schraubte sich Erencan Yardimci in die Luft, köpfte den Ball aber knapp rechts am Tor vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen später landete eine Opoku-Flanke bei Nkoa, der die Kugel in die Arme von Kersken köpfte.
Obwohl die Löwen nun anrennen mussten, passierte eine ganze Zeit nix mehr. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit ballerte Wörl die Kugel aus der Ferne weit über den Kasten. Mit Ablauf der 90. Minute erwischte Frenkert einen langen Einwurf mit dem Kopf, Kersken packte aber sicher zu. Der Eintracht fiel nichts mehr ein, es war zum Haare raufen für die fast 3.000 mitgereisten Fans. Einzig Lukas Frenkert versuchte es noch einmal aus der zweiten Reihe, verfehlte das Ziel aber deutlich.
Dann war Schluss und es stand fest: Das sechste Mal in dieser Saison gingen die Blau-Gelben ohne Punkte von einem fremden Platz. Ein großer Schritt im Abstiegskampf wurde damit verpasst, der Abstand auf die Abstiegsplätze ist wieder geringer geworden. Und nun warten mit Darmstadt und Elversberg zwei echte Topgegner. Um dort nicht unterzugehen, muss in allen Bereichen eine Steigerung her.
Bis dahin
Euer Kivi
