Website-Icon

Die nächste Niederlage

Die U23 verliert auch das dritte Spiel der neuen Saison und dieses Mal durchaus krachend. Gegen den SV Atlas Delmenhorst kamen die jungen Löwen nach einer schwachen Leistung mit 0:4 unter die Räder. Vor 190 Zuschauern gab es lange überhaupt nichts zu sehen, ehe die Gäste vor der Pause nur kurz auf die Führung und sofort in Führung gingen. Nach dem Seitenwechsel wurden die Blau-Gelben nicht ein einziges Mal gefährlich und standen in der Defensive nicht gut genug, sodass die Klatsche am Ende auch in der Höhe in Ordnung ging, so reicht es nicht in der Oberliga. Schon gar nicht gegen Gäste, die im DFB-Pokal nur knapp gegen Borussia Mönchengladbach verloren hatten. Nun steht die U23 mit 1:10 Toren und 0 Punkten nah drei Spielen auf dem letzten Tabellenplatz.

U23-Coach Fabian Adelmann entschied sich für folgende Aufstellung: Emil Strauch (TW) – Maxim Root (C, 81. Andrej Schlothauer), Raffael Ziegele, Gunnar Niemann, Jakob Benstead (81. Ömer Sever) – Ole Matthias, Hugo Luís Afonso – Basim El-Haj (62. Enrique van der Lubbe), Jona Renner (67. Leonard Laatsch), Marvin Awuah – Matteo Mazzone (67. Kacper Szczerba)

Beiden Teams gelang erstmal überhaupt nichts. 40 Minuten (!) lang gab es keine einzige nennenswerte Szene. Es war kaum zu ertragen und fühlte sich als Zuschauer wie 90 Minuten an. Dann kam sie aber, der erste Torabschluss und es waren die jungen Löwen: Marvin Awuah zog von der rechten Seite nach Innen und suchte aus 15 Metern den Abschluss, doch ein Verteidiger fälschte zur Ecke ab, die aber ungefährlich blieb. Auf der anderen Seite brachen die Gäste über halblinks in den Strafraum, Emil Strauch parierte den strammen Schuss aus 16 Metern aber zur Ecke.

Bei dieser wurde der Eintracht-Schlussmann eigentlich klar gefoult und konnte deswegen den Ball nicht klären, doch das Spiel lief weiter und Atlas kam aus 17 Metern zum Abschluss. Direkt über dem linken Winkel klatschte die Kugel an die Latte und von dort ins Toraus. Es lief bereits die Nachspielzeit, als ein langer Ball die gesamte Blau-Gelbe Hintermannschaft durcheinander warf. Die Nummer 11 machte gegen drei Löwen den Ball im Strafraum fest, und schoss den Ball aus der Drehung einfach ins Tor. Das war viel zu einfach gegangen. Ganz schwach verteidigt, das 0:1.

Beinahe hätte die Eintracht die direkte Antwort gehabt: Basim El-Haj zog mit schnellen Schritten in den Strafraum, sein Schuss aus aussichtsreicher Position wurde aber geblockt. Der Torwart versuchte zu klären, bugsierte den Ball aber genau vor die Füße von Marvin Awuah, der aus 17 Metern den Ball eigentlich nur noch über die Abwehrspieler und den am Boden liegenden Torwart heben musste, es aber per Flachschuss versuchte und am ersten Verteidiger hängen blieb.

Dann war Halbzeit. Die Gäste hatten nur kurz angezogen und sofort das Tor erzielt. Zuvor standen die jungen Löwen gut, waren aber offensiv völlig harmlos geblieben. Fast jeder Ball wurde lang geschlagen, längere Ballbesitzphasen gab es nicht, die Ballkontakte im gegnerischen Strafraum konnte man an einer Hand abzählen. Das war zu wenig gegen den DFB-Pokal-Teilnehmer, der mit einem 2:3 gegen Borussia Mönchengladbach hinausgeflogen war. Trainer Fabian Adelmann verzichtete auf Wechsel, unverändert ging es in den zweiten Durchgang.

Unverändert war dann auch die Leistung auf dem Platz. Obwohl das nicht ganz stimmt, denn eigentlich wurde es noch schlechter. Jetzt gaben die Gäste aus Delmenhorst endgültig und den Ton an. Über links brachen die Gelb-Blauen, die heute in Rot aufliefen, in den Strafraum, der Schuss aus spitzem Winkel sauste am kurzen Pfosten vorbei und prallte an den Fangzaun. Zehn Minuten waren nach Wiederanpfiff gespielt, als Emil Strauch eine Ecke mit beiden Fäusten erwischte. Das Leder flog fast kerzengerade nach unten und alle Blau-Gelben schauten zu, wie sich die Kugel senkte, an die Latte klatschte und von dort zurück in die Gefahrenzone sprang. Nach kurzem Durcheinander traf die Nummer 28 trotz vielen Blau-Gelben in der Schussbahn. Das 0:2.

Keine Minute später ging Marvin Awuah in einer eigentlich ungefährlichen Szene etwas zu ungeschickt in den Zweikampf. Sein Gegenspieler nahm das Geschenk dankend wie theatralisch an und ging zu Boden. Der Schiedsrichter entschied auf Foul und legte den Ort des Vergehens auf die Strafraumkante, heißt also: Strafstoß. Eine harte Entscheidung und es kam noch härte: Durchaus als überzogen konnte man die folgende Gelbe Karte bewerten, denn weder war das Einsteigen hart gewesen, noch taktisch. Da Awuah bereits Gelb gesehen hatte, bedeutete diese Entscheidung Gelb-Rot und über 30 Minuten Unterzahl. Die 28 traf vom Punkt in die untere linke Ecke und schnürte den Doppelpack. Herzlichen Glückwunsch. Das 0:3.

Die etwa 30 mitgereisten Fans sangen im Siegesrausch einen Klassiker nach dem anderen und waren sich des Auswärtssiegs sicher. Und nur eine Zeigerumdrehung später lag der Ball nach einer Halbfeldflanke erneut im Tor, doch dieses Mal verebbte der Jubel: Abseits. Ein paar Minuten danach kamen die Gäste nach einer flachen Hereingabe aus zwölf Metern völlig ungestört zum Abschluss, doch die Kugel flog auf den Hockeyplatz hinter dem Eintracht-Tor. Zehn Minuten vor dem Ende spielten die Gäste weiter, obwohl ein Braunschweiger am Boden lag. Die erste Flanke konnten die nun doppelt dezimierten Löwen noch klären, doch die Nummer 9 bugsierte den Klärungsversuch per Flugkopfball aus 17 Metern in den rechten Winkel. Stark gemacht, wobei man sich fragen muss, ob man in Überzahl bei diesem Spielstand wirklich weiterspielen muss, wenn sich ein Gegenspieler verletzt hat. Das 0:4.

Und beinahe hätte es direkt danach erneut geklingelt. Eine Flanke aus dem linken Halbfeld grätschte ein Atlas-Akteur aufs linke Eck. Die Blau-Gelben konnten nur noch hinterherschauen. Doch der Ball kullerte an den linken Pfosten, anschließend klärte Ole Matthias. Eine Minute später musste sich Torwart Emil Strauch bei einem frechen Versuch aus 40 Metern ordentlich strecken, hatte das Leder am Ende aber sicher. Eine Zeigerumdrehung danach marschierte ein Spieler der Gäste viel zu einfach an fünf Blau-Gelben vorbei, scheiterte im direkten Duell aber am stark reagierenden Emil Strauch. Wenige Augenblicke später flog ein Fernschuss knapp über den Eintracht-Kasten. Den einzigen Abschluss nach dem Seitenwechsel hatte Leonard Laatsch. Aus 70 Metern, als er nach einem abgefangenen Pass sah, dass der Torwart weit vor seinem Kasten stand. Doch der Schuss rollte einige Metern links am Tor vorbei.

Dann war Schluss. Ein Auftritt, der so gegen einen guten Gegner einfach nicht reicht und das ist heute sehr deutlich geworden. Die jungen Löwen sind noch nicht bei 100 %, genau das wird aber nötig sein, um in dieser engen Liga mit vielen erfahrenen und physisch starken Gegnern bestehen zu können. Noch es nichts verloren, denn es sind noch 27 Partien zu spielen. Doch mit jeder Niederlage wird der Druck größer. Für Fabian Adelmann und sein Trainerteam geht es nun darum, die jungen Löwen wieder aufzubauen und das Selbstvertrauen zu stärken. Weiter geht es bereits am Freitag. Um 20 Uhr geht es in der Rheingoldarena gegen TuS Bersenbrück, ebenfalls noch ohne Sieg. Mehr Bilder zum Spiel gibt es hier.

Bis dahin

Euer Kivi

Die mobile Version verlassen