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Niederlage in Lüneburg

Die U23 erwischt keinen guten Tag und verliert mit 3:0 in Lüneburg. Dabei hatte auch der Gastgeber, der LSK Hansa, keine überragende Leistung gezeigt. Doch individuelle Fehler und große Einladungen der jungen Löwen sorgten für die klare Niederlage und auch offensiv funktionierte bei den Blau-Gelben wenig. So setzte es vor 594 Zuschauern die zweite Niederlage der Saison, damit steht die U23 nun auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Vor dem Spiel ging es für mich in ein Steakhaus, wo ich hervorragend speiste und anschließend kurz die recht schöne Stadt Lüneburg erkundete. Der Alte Kran direkt am Fluss Ilmenau bleibt auf jeden Fall im Gedächtnis und auch sonst waren einige Gebäude schön anzusehen. Auf der Sportanlage Sülzwiesen angekommen, merkte man schnell, dass hier eigentlich der VfL Lüneburg heimisch ist. Auf den LSK verwies hier nicht viel. Tatsächlich war ich der erste Kartenkäufer nach dem Aufstieg aus der Landesliga und hatte das Ticket mit der Nummer 00001.

U23-Coach Fabian Adelmann entschied sich für folgende Aufstellung: Marko Rajkovacic (TW) – Andrej Schlothauer (46. Raffael Ziegele), Maxim Root (C), Gunnar Niemann, Ömer Sever (75. Enes-Ayberk Gündüz) – Leonard Laatsch, Hugo Luís Afonso – Robin Placinta, Jona Renner (62. Matteo Mazzone), Basim El-Haj (46. Marvin Awuah) – Kacper Szczerba (46. Marcel Reim)

Die Eintracht begann überlegen und kontrollierte das Spiel, allerdings ohne wirklich gefährlich zu werden. Der Zufall half bei zwei Flanken von Robin Placinta mit. Erst wurde eine flache Hereingabe Richtung Tor abgefälscht, die der Schlussmann parieren konnte, dann drehte sich eine Flanke gefährlich Richtung lange Ecke. Der Hansa-Schlussmann lief cool rückwärts und wollte die Kugel lässig ins Aus fliegen lassen, rannte allerdings rückwärts gegen den linken Torpfosten. Verletzt hat er sich dabei zum Glück nicht, sowas sieht man aber auch nicht alle Tage.

Die Anfangsviertelstunde war gespielt, als sich die Gastgeber nur mit einem Befreiungsschlag aus der Not retten konnten. Dieser flog ohne Ziel weit in die Löwen-Hälfte. Maxim Root wollte das Spielgerät zurück zu Eintracht-Schlussmann Marko Rajkovacic köpfen, doch der Rückpass geriet viel zu kurz. Die Nummer 21 war vor Rajkovacic am Ball, umkurvte diesen und schob ins leere Tor ein. Bis dahin hatten die Gastgeber nicht einmal einen Angriffsversuch gehabt und lagen nun doch in Führung. Das 1:0 aus dem absoluten Nichts.

Das zog den jungen Löwen erstmal den Stecker. Nach kurzem Durchschnaufen blieb es aber weiterhin einseitig, zumindest beim Ballbesitz. Fünf Minuten nach dem Rückstand führte Robin Placinta eine Ecke kurz auf Leonard Laatsch aus, dessen Flanke bei Maxim Root landete. Der Innenverteidiger ging volles Risiko und nahm das Leder auf der Strafraumkante per Volley direkt, jagte die Kugel aber über das Tor, über den Fangzaun und sogar über das dahinter befindliche Vereinsheim. Kurz darauf wurde Hugo Luís Afonso mit einem ruppigen Einsteigen böse getroffen uns sank benommen zu Boden. Doch statt Freistoß und gelber Karte für den Übeltäter gab es nur Schiedsrichterball und gelb für einen LSK-Akteur, der sich über die Unterbrechung zum Behandeln beschwert hatte.

Ein paar Minuten danach wurde Robin Placinta eigentlich recht klar gefoult, doch das Spiel lief weiter und die Gastgeber kamen aus 20 Metern zum Abschluss, knapp über den Kasten. Auf der anderen Seite wurden Kacper Szczerba und Robin Placinta nahe der Strafraumkante geblockt. Fünf Minuten später schleuderte Basim El-Haj einen Einwurf weit in den gegnerischen Strafraum. Die Lüneburger klärten das Leder zu Robin Placinta, der die Kugel mit der Brust verarbeitete und aus 19 Metern per Volleyschuss abzog: drüber. Kurz vor der Pause steckte Basim El-Haj auf Ömer Sever durch, der in den Strafraum eindringen konnte und aus 15 Metern abzog. Leicht abgefälscht flog der Ball knapp über die Latte. Die anschließende Ecke brachte nichts ein. Kurz darauf wurde Robin Placinta im Strafraum leicht am Bein getroffen und ging zu Boden, einen Strafstoß gab es allerdings nicht.

Dann war Halbzeit. Die Anfangsviertelstunde schien eigentlich der Grundstein für eine solide Leistung zu sein, doch ein eigener Fehler brachte die falsche Mannschaft auf die Siegerstraße. Danach kam die Adelmann-Elf viel zu selten wirklich gefährlich in den gegnerischen Strafraum und hatte keinen Schuss aufs Tor bringen können. Trainer Fabian Adelmann reagierte gleich dreifach. Für Kacper Szczerba, Basim El-Haj und Andrej Schlothauer kamen Marcel Reim, Marvin Awuah und Raffael Ziegele in die Partie.

Ein paar Minuten nach Wiederanpfiff hätte sich das beinahe ausgezahlt. Der eingewechselte Marvin Awuah steckte auf den ebenfalls eingewechselten Marcel Reim durch, der im Laufduell mit dem Torwart nur einen Schritt zu spät kam. Fünf Minuten später köpfte Reim eine Freistoßflanke von Robin Placinta klar am Tor vorbei. Eine halbe Stunde vor dem Ende sollte es die letzte nennenswerte Offensivaktion der jungen Löwen sein. Währenddessen gelang den Lüneburgern eigentlich auch nichts, ehe ein LSK-Akteur von drei Blau-Gelben nur begleitet wurde und in den Strafraum zog, wo er einen leichten Kontakt dankbar annahm. Muss man nicht pfeifen, ist aber auch keine Fehlentscheidung: Strafstoß für die Hausherren. Der Schütze visierte die linke Ecke an, doch das hatte Marko Rajkovacic geahnt und konnte parieren. Doch der Nachschuss der Nummer 7 war dann drin, 2:0 für die Gastgeber.

Acht Minuten später bekamen die Löwen eine Ecke nicht geklärt, sodass ein Hansa-Akteur aus elf Metern einen echten Volley-Kracher ablassen durfte. Marko Rajkovacic reagierte überragend und verhinderte den Einschlag. Eine Viertelstunde vor dem Ende wurde es dann bitter. Eigentlich gerieten gleich drei Pässe der Gastgeber ungenau, doch ohne Druck der Löwen kamen diese trotzdem an und trotz klarer Überzahl um den Strafraum kamen die Blau-Gelben einfach nicht in die Zweikämpfe. Und so spazierte die Nummer 10 in den Strafraum, verschaffte sich mit einem Haken den entscheidenden Platz und traf alleine vor Marko Rajkovacic zum 3:0.
Beinahe wäre es noch dicker gekommen: Ein schlampiger Querpass in der letzten Kette landete bei einem LSK-Akteur, der es von der Mittellinie einfach mal versuchte und das Gehäuse nur um einen halben Meter verpasste. Das wäre dann aber auch des Guten zu viel gewesen.

Dann war Schluss. Ein schwacher Tag in der Offensive, zu viele dicke Patzer in der Defensive. Eigentlich lief heute alles schlecht und gegen die Eintracht. Mit solchen Leistungen wird man es schwer haben, in der Oberliga zu bleiben. Und die Gegner werden nicht leichter. Am kommenden Sonntag kommt der SV Atlas Delmenhorst in die Rheingoldarena, der im DFB-Pokal nur knapp mit 2:3 an Borussia Mönchengladbach scheiterte. Anstoß ist um 14 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.

Tore: 1:0 (15. Spielminute, Jona-Heiko Prigge), 2:0 (62. Spielminute, Nico Hübner), 3:0 (75. Spielminute, Marian Kunze)

Bis dahin

Euer Kivi

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