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Das erste Kopfballtor

Die Eintracht zeigt mal wieder eine über weite Teile erschreckend schwache Leistung. Gegen den Vorletzten Ulm war die Mannschaft von Trainer Daniel Scherning lange furchtbar schlecht und weit von einem zweitligareifen Auftritt entfernt. Erst nach einigen Wechseln kamen die Löwen spät in der Partie an. Durch das erste Kopfballtor der Saison von Sebastian Polter brandete lauter Jubel auf und die Eintracht-Fans gaben nochmal alles, um ihre Mannschaft zum so wichtigen Sieg zu schreien. Doch mit Abpfiff wurde es sofort still im Stadion, zu enttäuschend war die Leistung gewesen, zu groß die liegengelassene Chance, sich zu distanzieren. Die Eintracht bleibt auf dem Relegationsplatz hängen.

Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Robert Ivanov, Ermin Bičakčić (C, 63. Sven Köhler), Kevin Ehlers (83. Sebastian Polter) – Julian Baas (74. Richmond Tachie) – Marvin Rittmüller (63. Fabio Kaufmann), Johan Gómez (46. Max Marie), Lino Tempelmann, Fabio di Michele Sánchez – Levente Szabó, Rayan Philippe

Bereits in der ersten Spielminute kamen die Gäste aus Ulm gleich zweimal vom Strafraumrand zum Abschluss, die Löwen konnten aber jeweils blocken. Eine Zeigerumdrehung später war erstmals Thorben Hoffmann gefragt, der bei einem direkt getretenen Freistoß sicher zupackte. Auf der anderen Seite segelte ein Baas-Freistoß in den Strafraum, den Szabó nur knapp verpasste. Wenige Augenblicke später prallte der Ball nach einem Einwurf von Fabio di Michele Sánchez vor die Füße von Marvin Rittmüller, der aus 17 Metern aber weit am Tor vorbeischoss. Auf der anderen Seite landete eine eigentlich harmlose Flanke bei Ermin Bičakčić, doch die Klärungsaktion des Kapitäns missriet völlig und so landete die Kugel direkt bei Röser, der acht Meter vor dem Tor freie Bahn hatte und in die untere linke Ecke vollstreckte. Nichts zu machen für Thorben Hoffmann, erneut lag die Eintracht früh zurück, das 0:1 für den Aufsteiger.

Danach passierte einige Minuten nichts, ehe der nächste besorgniserregende Patzer für Raunen im Eintracht-Stadion sorgte. Ein Rückpass von Ivanov geriet viel zu kurz und landete bei Keller, der alleine vor Hoffmann auftauchte. Doch der Löwen-Keeper präsentierte sich in deutlich besserer Form als seine zehn Vorderleute, bleib lange stehen und gewann das direkte Duell. Fünf Minuten später verloren die Löwen den Überblick im eigenen Strafraum und hatten Glück, dass ein Abpraller genau bei Hoffmann landete. Zehn Minuten waren noch zu spielen, als eine Flanke von Fabio di Michele Sánchez bei Marvin Rittmüller landete, dessen Kopfball aber weit rechts am Tor vorbeiflog.

Dann war Halbzeit. Ohne eine wirklich gefährliche Torchance wurden die Blau-Gelben von den ersten Pfiffen in die Kabine begleitet. Mit fast 75 % Ballbesitz war das viel zu wenig. So darf man sich im Abstiegskampf nicht präsentieren. Daniel Scherning beließ es bei nur einem Wechsel, für Johan Gómez kam Max Marie in die Partie.

Und nach Wiederanpfiff wurde es auch gleich etwas besser. Nach einem langen Ball kam Levente Szabó im Laufduell mit Ulm-Keeper Ortag nur einen Schritt zu spät. Fünf Minuten später bediente Marie auf der rechten Seite Rittmüller, dessen Flanke Rayan Philippe Richtung Tor drückte, ein Abwehrspieler fälschte aber zur Eck ab. Diese drückte Levente Szabó klar über den Kasten. Kurz darauf landete die nächste Ecke von Baas bei Szabó, der zum Fallrückzieher ansetzte, das Tor aber klar verfehlte. Eine Stunde war gespielt, da schossen die Löwen erstmals aufs Tor. Der völlig harmlose Fernschuss von Max Marie war aber eigentlich eher als Rückgabe zu interpretieren.

Kurz darauf musste auch Hoffmann das erste Mal im zweiten Durchgang eingreifen. Batista Meier hatte am Strafraumrand zu viel Platz und visierte die untere rechte Ecke an. Hoffmann tauchte blitzschnell ab und lenkte das Leder mit einer tollen Tat noch um den rechten Pfosten. Auf der anderen Seite versuchte es erneut Marie aus der zweiten Reihe, schoss aber meterweit am Tor vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen danach wurde Marie erst geblockt, ehe Tempelmann aus 20 Metern einige Meter am Tor vorbeischoss.

Mit der Einwechslung von Richmond Tachie begann die stärkste Phase der Löwen: Eine Kaufmann-Flanke köpfte Szabó aus kurzer Distanz links vorbei. Eine Minute später tankte sich Tachie auf der rechten Seite zur Grundlinie, seine Flanke geriet etwas zu hoch für Lino Tempelmann, der das Leder so ungünstig erwischte und freistehend über den Kasten köpfte. Und nur wenige Augenblicke später erzwang Tachie eine Ecke, die aber nichts einbringen sollte. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit prallte der Ball vor die Füße von Lino Tempelmann, der etwas zu lange für die Ballverarbeitung brauchte. Die Gäste konnten so zur Ecke klären, nachdem der Mittelfeldspieler eigentlich schon freie Bahn hatte. Doch ärgern mussten sich die Blau-Gelben darüber nicht, denn Rayan Philippe schlug die Ecke genau auf den Kopf von Sebastian Polter, der das Leder mustergültig in die rechte Ecke köpfte. Ecke, Kopfball, Tor, das kommt bei der Eintracht nicht oft vor! Das allererste Kopfballtor der Saison und das erste Tor für Polter nach seinem Wechsel an die Hamburger Straße, der Ausgleich zum 1:1!

Und jetzt war richtig Feuer im Eintracht-Stadion. Nachdem sich die Stimmung immer mehr der mauen Leistung angepasst hatte, versuchten die Löwen-Anhänger nun, den Ball eigenhändig zum so wichtigen Siegtreffer über die Linie zu brüllen. Hoffmann packte bei einem Flachschuss von Chessa sicher zu. Zwei Minuten danach erwischte Polter im Strafraum erneut den Ball mit dem Kopf, die Kugel wurde gefährlich abgefälscht, aber Ortag kam mit den Fingerspitzen noch an den Ball und lenkt das Spielgerät über den Querbalken. Die Nachspielzeit lief bereits, als Polter nach einem Kopfballduell im Strafraum zu Boden ging, einen Elfmeter gab es allerdings nicht. Die Nachspielzeit war bereits abgelaufen, als Tempelmann sich über die linke Seite in den Strafraum kämpfte, seine flache Hereingabe klärten die Gäste in höchster Not zur Ecke. Diese brachte aber nicht den gewünschten Erfolg.

Und dann war Schluss. Mit Abpfiff wurde es sofort leise im Stadion. Trotz des großen Kampfs in der Schlussphase entsprach das Ergebnis nicht den Hoffnungen und Erwartungen, die gezeigte Leistung über weite Strecken erst recht nicht. Die Eintracht verpasst es, den direkten Konkurrenten zu distanzieren und muss sich im Sechs-Punkte-Spiel mit einer Punkteteilung begnügen. Mathematisch falsch, trotzdem gibt es bekanntermaßen nur einen Punkt. Das vierte Spiel gegen die drei direkten Konkurrenten ohne Sieg. Klar ist: Mit einer solchen Leistung gibt es in den meisten Fällen keine Punkte und diese benötigen wir dringend, um im nächsten Jahr erneut zweitklassig zu sein. Nächste Woche geht es im Niedersachsen-Derby dann um mehr als nur Punkte.

Tore: 0:1 (10. Minute, Röser), 1:1 (85. Minute, Sebastian Polter)

Bis dahin

Euer Kivi

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