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Tempelmann lässt den Tempel beben

Heimsieg! Die Eintracht gewinnt zum zweiten Mal in Folge und verlässt das erste Mal in diesem Jahr die Abstiegsränge. Gegen den SV Darmstadt 98 war es vor über 18.000 Zuschauern erneut Lino Tempelmann, der mit seinem Treffer für den fünften Saisonsieg sorgte. Der wieder einmal herausstechende Mittelfeldspieler erzielte nach einer Stunde das einzige Tor des Tages und das von außerhalb des Strafraums, ein seltener Anblick beim BTSV. Anschließend erkämpften sich die Blau-Gelben den ersten Heimsieg in 2025 und bleiben zum dritten Mal in der Rückrunde ohne Gegentor. Die Eintracht ist zurück auf Platz 15.

Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Robert Ivanov, Ermin Bičakčić (C, 81. Paul Jaeckel), Kevin Ehlers – Julian Baas – Mohamed Dräger (46. Marvin Rittmüller), Lino Tempelmann, Johan Gómez (86. Sven Köhler), Fabio di Michele Sánchez – Rayan Philippe (86. Sebastian Polter), Levente Szabó (74. Richmond Tachie)

Keine zwei Minuten waren gespielt, als die Gäste über einen Doppelpass in den Strafraum eindringen konnten. Lidberg traf aus kurzer Distanz aber nur den Pfosten, zudem ging die Fahne hoch: Abseits. Auf der anderen Seite versuchte es Julian Baas bei einem Freistoß von der linken Seite frech und direkt versuchte, Lilien-Keeper Schuhen konnte den tückischen Aufsetzer aber parieren. Eine Minute später suchte Baas mit einer Flanke nach einer kurz ausgeführten Ecke Rayan Philippe, der das Leder aber nicht aufs Tor drücken konnte. Kurz darauf marschierte Robert Ivanov über die rechte Seite. Seine Hereingabe erwischte Levente Szabó mit dem Kopf, platzierte den Kopfball aber viel zu zentral. Auf der anderen Seite versuchte es Corredor von der Strafraumkante, Thorben Hoffmann packte aber souverän zu.

Ein paar Minuten danach drängte Rayan Philippe auf der linken Seite zur Grundlinie und flankte die Kugel in die Gefahrenzone. Dort kam Levente Szabó zum Kopfball, brachte aber nicht genügend Druck hinter das Spielgerät. So war es leichte Beute für Schuhen im Tor der Gäste. Eine halbe Stunde war gespielt, als es nach einer Balleroberung von Lino Tempelmann ganz schnell ging: Über Rayan Philippe kam der Ball zu Levente Szabó, der links im Strafraum viel Platz hatte, aber etwas überhastet abzog und einen ungefährlichen Flachschuss produzierte. Dann kamen wieder die Gäste: Papela kam im Strafraum zum Abschluss, doch Fabio di Michele Sánchez schmiss sich in die Schussbahn und fälschte entscheidend ab. Ein Raunen ging dennoch durchs Stadion, denn der Ball klatschte ans rechte Lattenkreuz.

Im Gegenzug überrannte Rayan Philippe auf der linken Seite seinen Gegenspieler einfach und zog in den Strafraum. Aus extrem spitzem Winkel zog der Franzose ab, doch Schuhen konnte parieren. Der Ball prallte auf den Oberschenkel von Szabó und von dort knapp links am Tor vorbei. Fünf Minuten später bekam Philippe von Gómez den Ball, tankte sich in eine Schussposition und verfehlte das Tor aus 17 Metern nur knapp. Das Spielgerät rauschte rechts am Tor vorbei. Mit Ablauf der regulären Spielzeit kam Lakenmacher in einem Zweikampf mit Ivanov viel zu spät. Schiedsrichter Burda hatte die Gelbe Karte schon in der Hand, als Tempelmann dann doch zu viel protestierte und selbst Gelb sah. Die eigentlich fällige Gelbe für Lakenmacher hatte der Schiedsrichter dann anscheinend vergessen.

Dann war Halbzeit! Die Löwen hatten deutlich mehr Ballbesitz, richtig große Chancen hatte es aber kaum gegeben. Da hatten die Gäste aus ihren Spielanteilen etwas mehr gemacht, hatten Hoffmann aber auch nicht wirklich ins Schwitzen bringen können. So ging das torlose Remis zur Pause schon in Ordnung. Hier war der Heimsieg aber auf jeden Fall drin. Daniel Scherning brachte Marvin Rittmüller für Mohamed Dräger.

Nach dem Seitenwechsel begannen die Gäste druckvoll und hatten vorerst mehr Spielanteile. Der erste Abschluss von Vukotic aus der zweiten Reihe flog dann aber zehn Meter am Tor vorbei. Die Eintracht schüttelte sich und kam wieder besser in die Partie: Nach einem schnellen Gegenstoß zog Lino Tempelmann aus etwa 24 Metern ab, doch sein Versuch geriet völlig harmlos und landete in den Armen von Schuhen. Eine Stunde war gespielt, als Lino Tempelmann die Kugel nach einem 30 Meter Dribbling etwas glücklich zu Levente Szabó brachte. Der Ungar legte wieder ab für die Schalke-Leihgabe und dann wurde es laut. Denn Lino Tempelmann hatte den Ball direkt genommen und aus 18 Metern mit dem linken Fuß in die untere rechte Ecke versenkt! Die Fans lagen sich in den Armen, die Spieler auch und das direkt vor dem Gästeblock, Tempelmann ließ den Tempel beben: das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Zwei Zeigerumdrehungen später wurde es wieder laut im Eintracht-Stadion. Boetius kam im Mittelfeld viel zu spät und trat Baas aufs Sprunggelenk. Da der Niederländer bereits Gelb gesehen hatte, war sein erster Startelfeinsatz bei den Gästen früher beendet: Gelb-Rot, die Löwen für eine halbe Stunde in Überzahl! Kurz darauf trieb Johan Gómez den Konter voran und bediente rechts im Strafraum Levente Szabó. Doch dessen Querpass auf Philippe geriet zu ungenau und landete in den Füßen eines Verteidigers. Wenige Augenblicke später setzte sich Gómez mit einem überragenden Dribbling gegen zwei Gegenspieler durch, kam aus spitzem Winkel aber nicht an Schuhen vorbei.

Die Schlussviertelstunde hatte gerade begonnen, als Philippe einen langen Ball mit überragender Technik verarbeitete. Der Franzose setzte Richmond Tachie in Szene, der aus 15 Metern aber ebenso geblockt wurde wie Lino Tempelmann aus fast identischer Position. Die Kugel blieb bei Tempelmann, der auf Tachie durchstecken wollte. Der Stürmer hätte freie Bahn gehabt, doch der Steckpass geriet zu steil. Zehn Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit schien die Blau-Gelbe Defensive von einem flach ausgeführten Freistoß überrumpelt zu werden, doch Julian Baas hatte mitgedacht und blockte den brandgefährlichen Schuss mit einer überragenden Grätsche. Dafür gab es Jubelschreie der Eintracht-Fans als Dank.

Die Nachspielzeit hatte bereits begonnen, als es Corredor vom linken Strafraumrand mit einem Schlenzer versuchte. Ivanov hielt den Kopf hin und köpfte die Kugel an den eigenen Querbalken. Von dort sprang der Ball ins Toraus, kollektives Durchatmen im Eintracht-Stadion. Im Gegenzug verpasste Tachie die Entscheidung: Rittmüller flankte von der rechten Seite auf den Elfmeterpunkt, wo Tachie völlig frei zum Kopfball kam, den Ball aber genau in die Arme von Schuhen bugsierte.

Ein paar Minuten mussten die Löwen noch bangen, doch dann hallten Jubelschreie durch das Eintracht-Stadion: Das Spiel war vorbei, der zweite Sieg in Serie unter Dach und Fach! Der BTSV springt auf den so bekannten 15. Tabellenplatz. Weiter geht es für die Blau-Gelben kommenden Sonntag in Fürth. Kommt doch mit ins Frankenland: Tickets gibt es hier.

Tor: 1:0 (60. Spielminute, Lino Tempelmann)

Bis dahin

Euer Kivi

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