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Löwenjagd: Ein Neujahrswunsch

Ein Beitrag von Luc und Jussi-Pekka

Moin Löwen!

Die Weihnachtstage sind nun vorbei. Unter dem blau-gelben Weihnachtsbaum lag dieses Jahr zwar kein Neuzugang, aber doch zumindest die Sicherheit, dass es mit Trainer Daniel Scherning weitergeht. Geplant war eigentlich ein weiterer Beitrag, in dem wir 3 mögliche Verstärkungen vorstellen. Allerdings haben wir bei unserer Suche einen Spieler gefunden, der eigentlich eine Nummer zu groß für unsere Eintracht ist. Allerdings könnte man, wenn man schnell handelt, die kleine Chance, die besteht, eventuell nutzen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, uns in diesem Beitrag nur auf einen Spieler zu fokussieren.

I.                Was braucht der BTSV?

Im vergangenen Beitrag ging es um ein Kreativzentrum im Mittelfeld, das die Offensivkräfte der Eintracht in Szene setzen soll. Heute wollen wir einen Gang offensiver schalten: Die blau-gelbe One-Man-Show braucht einen zusätzlichen Darsteller. Dass Rayan Philippe mit 9 Toren 56,3 % der Ligatore der Eintracht gemacht hat, zeigt nicht nur, wie wenig Torgefahr die aktuelle Offensive ausstrahlt, sondern auch, wie abhängig der Turn- und Sportverein vom Franzosen ist.

Gesucht wird also ein Angreifer, der nicht nur Torgefahr durch eigene Abschlüsse ausstrahlt, sondern auch durch Flanken. Spieler wie Polter litten in der Hinserie sehr unter der miserablen Flankenquote. Die Verantwortung, das gegnerische Tor zu treffen, könnte mit nur einer Verpflichtung direkt auf mehrere Schultern verteilt werden.

Zusätzlich sollte er die gegnerische Defensive mit Dribblings und Antritten beschäftigen und bestenfalls überwinden können. Die Möglichkeit, mit einer Einzelaktion punktuell für Gefahr zu sorgen oder Räume für Mitspieler zu schaffen, würde der Eintracht ein zusätzliches, unberechenbares Element für die Offensive geben.

II.              Cristian Volpato, Sassuolo (21)

Nach Edoardo Iannoni kommt unser nächster Vorschlag aus Sassuolo: Cristian Volpato fühlt sich sowohl im offensiven Mittelfeld als auch auf Außen wohl. Der junge Italiener war im Sommer 2023 für 7,5 (!) Millionen von der AS Roma zu Sassuolo gewechselt und stieg in seiner ersten Saison aus der Serie A ab, wobei er 731 Minuten spielen durfte. In der aktuellen Serie B-Saison kommt er auf eine Einsatzzeit von 325 Minuten, nimmt also meist auf der Bank Platz.

Trotz seiner 1,87 m hat Volpato eine starke Koordination und Ballkontrolle, was ihn zu einem sehr agilen Dribbler macht. Er schafft es, sich aus engsten Räumen zu lösen und ist extrem umtriebig. Das gibt ihm die Möglichkeit, aus dem Nichts für viel Gefahr zu erzeugen. Diese Fähigkeit würde der Eintracht helfen, mehr aus Ballbesitzsituationen zu machen, aus denen bisher nicht viel Gefahr kreiert werden konnte. Durch dieses ausgezeichnete Dribbling reißt er zudem oft Räume für seine Mitspieler auf.

Zwar ist er Linksfuß, wer allerdings einige seiner Abschlüsse mit dem rechten Fuß gesehen hat, weiß, dass der 21-Jährige diesen nicht nur zum Stehen hat. Er selbst kommt nicht überdurchschnittlich oft in sehr gefährliche Positionen für den Abschluss, was sein xG-Wert von 0,25 xG p90 zeigt. Das gleicht er aber durch gute Distanzschüsse und die In-Szene-Setzung seiner Mitspieler aus.

Das Einsetzen seiner Mitspieler gelingt ihm durch präzises Passspiel in die Gefahrenzone und seine ordentlichen Flanken. Diese sind allerdings ausbaufähig, sowohl in der Quantität als auch in der Qualität. Die eher geringe Menge an Flanken ist allerdings auch dem Umstand geschuldet, dass Volpato gerne in den Strafraum eindringt, statt breit auf den Flügeln zu bleiben.

Zusammen mit seiner starken Technik macht ihn das zu einer guten Ergänzung für die Eintracht. Während Volpato schnelle Konter einleiten kann, indem er sich aus engem Angriffspressing des Gegners löst, kann er den BTSV auch in Ballbesitzphasen bereichern. Das gibt ihm das Potenzial, nicht nur die Stärken der Eintracht noch besser zu machen, sondern auch spielerische Lücken zu schließen.

Auch im Spiel gegen den Ball nimmt er sich nicht raus und arbeitet erfolgreich mit. Diese Qualitäten würde man bei der Eintracht zu schätzen wissen. Dennoch muss er an seinem Timing in Zweikämpfen arbeiten.

Der 1,87m-Mann ist trotz seiner Körpergröße eher schwach bei Kopfballduellen, was unter anderem auch an seinem Timing liegt. Außerdem ist seine Entscheidungsfindung nicht optimal, öfters schlägt er einen Haken zu viel, statt abzuspielen. Verbessert er diese Übersicht, wäre er noch interessanter für die Blau-Gelben (und alle anderen Vereine).

Hier eine Vergleichsgrafik mit Dompé, Philippe und Gómez.


III.         Fazit

Cristian Volpato per Leihe zu verpflichten, wäre sicherlich eine Art Königstransfer für die Eintracht. Seine Unterschrift war Sassuolo nicht ohne Grund 7,5 Millionen Euro wert. Zusätzlich dazu verdient er Berichten zufolge mehr als 1 Million Euro. Auf den ersten Blick also kein Spieler, den sich die Eintracht auch nur ansatzweise leisten könnte.

Allerdings ist Volpato es mindestens wert, zumindest einmal die Fühler ausstrecken. Die Chance, einen Spieler seines Kalibers zu verpflichten, ist zwar nicht hoch. Gleichzeitig war sie noch nie höher als jetzt bei Volpato. Bei Sassuolo kommt er mit 325 Minuten nicht wirklich zum Zug. Volpato wird sich beweisen und Spielpraxis sammeln wollen, während Sassuolo einen Halbjahresabgang sicherlich verkraften könnte, zumal der junge Italiener in Braunschweig eine Einsatzgarantie bekommen könnte.

Es wäre nicht das erste Mal, dass man in Braunschweig eine scheinbar unmögliche Leihe aus Italien realisieren könnte: Auch bei Benkovic wurde auf viel Gehalt verzichtet, damit dieser mit dem roten Löwen auf der Brust Spielpraxis sammeln konnte.

Wie so häufig, wäre der finanzielle Teil des Transfers die größte Hürde. Hier müssten Benjamin Kessel und seine Kollegen einen Kompromiss mit den Italienern finden.

Zwar mag sich das Folgende wie eine Floskel anhören, das macht es allerdings nicht weniger wahr: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und aktuell befindet sich unser BTSV in einer Situation, in der gewonnen werden muss.

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