Website-Icon

Verrückter Schlagabtausch ohne Punkte

Dreimal glichen die jungen Löwen einen Rückstand aus und gingen dann sogar in Führung, doch der Gastverein TuS Bersenbrück drehte das Spiel anschließend ebenfalls und stahl der U23 die drei Punkte: mit 4:5 musste sich die Adelmann-Elf vor 109 Zuschauern geschlagen geben. Linus Queißer hatte nach Vorarbeit von Jona Borsum die Restabwehr schwindelig gespielt und zum 1:1 ausgeglichen. Leon Taiyo Suzuki köpfte die Kugel kurz vor der Pause nach einer Flanke von Francis Mbassi unter die Latte. Das postwendende 3:3 nach dem dritten Rückstand erzielte Kapitän Phil-Louis Kunze per Kopf nach einer Ecke. Eine Viertelstunde vor Schluss vollendete Maksym Tytarenko nach einem herrlichen Angriff zur ersten Führung: 4:3! Doch die Blau-Gelben luden die Gäste, wie schon bei den ersten drei Gegentreffern, noch zweimal ein: Durch den Doppelschlag drehten die Bersenbrücker das Spiel wieder in die andere Richtung und das 4:5 war dann auch der Endstand.

U23-Coach Fabian Adelmann entschied sich für folgende Aufstellung: Leon Herdes (TW) – Ensar Maloku, Phil-Louis Kunze (C), Gabriel Jerome Michalek (46. Salem Nouwame) – Leon Taiyo Suzuki, Jona Borsum, Francis Mbassi (72. Lukas Sommer) – Mason Grumbach (85. Maxim Root) – Linus Queißer, Benjamin Mbom (62. Maksym Tytarenko), Robin Placinta (67. Aaron Tshiumanga)

Bei den Gästen lief mit Marcos Alvarez ein ehemaliger Profi auf, der Erfahrung aus über 200 Zweit- und Drittligaeinsätzen mitbrachte. Doch in der Rheingoldarena hatte der Ball nach dem Anpfiff noch nicht einmal den Mittelkreis verlassen, als der 51-fache Torschütze für den VfL Osnabrück Bekanntschaft mit Benjamin Mbom machte. Der robuste Eintracht-Stürmer stieß eine knappe Sekunde nach Spielbeginn mit Alvarez zusammen, der nicht das letzte Mal theatralisch zu Boden ging und sich sogar behandeln ließ. Für den Star der Gäste ging es aber dann doch weiter. In der Anfangsphase passierte erstmal überhaupt nichts, bis die Bersenbrücker nach etwa 14 Minuten eine Ecke aus kurzer Distanz über den Kasten köpften.

Nach dem folgenden Abstoß verloren die jungen Löwen den Ball am eigenen Strafraum und plötzlich war die Nummer 10 der Gäste alleine vor Leon Herdes. Der seit 2019 beim TuS spielende Markus Lührmann blieb eiskalt und bestrafte den ersten dicken Patzer der Eintracht sofort: das 0:1 für den letztjährigen Teilnehmer der Aufstiegsrelegation zur Regionalliga.
Doch nur knapp fünf Minuten später hatten die Blau-Gelben die Antwort parat. Das Pressing zeigte Wirkung, Kapitän Phil-Louis Kunze hatte im Aufbauspiel den Fuß dazwischen und Robin Placinta grätschte den freien Ball zu Jona Borsum, der sofort Linus Queißer im Strafraum bediente. Der wendige Stürmer tanzte die verbliebene Hintermannschaft mit zwei blitzschnellen Haken aus und schob ins leere Tor ein. Ganz stark zu Ende gespielt, der Ausgleich zum 1:1!

Doch nur kurz darauf rissen sich die jungen Löwen den Ausgleich eigenhändig ein. Wieder verloren die Blau-Gelben den Ball nach eigenem Abstoß am eigenen Strafraum, wieder tauchte der 10er der Gäste völlig frei vor Leon Herdes und überlupfte die U19-Leihgabe im ersten Kontakt. Ein starker Abschluss, aber das nächste unnötige Geschenk der Adelmann-Elf. Erneuter Rückstand: 1:2.
Drei Minuten später zischte ein Fernschuss der Gäste knapp über den Kasten der Löwen. Auf der anderen Seite köpfte Leon Taiyo Suzuki den Ball an der Mittellinie in den Lauf von Linus Queißer, der seinen Gegenspieler überrannte und in den Strafraum eindringen konnte. Dort suchte er mit einem Querpass Sturmpartner Mbom, doch im allerletzten Moment kam noch eine Fußspitze eines Verteidigers dazwischen. Mason Grumbach jagte dem freien Ball nach, kam zehn Metern vor dem Tor aber einen halben Schritt zu spät.

Zehn Minuten später zog Robin Placinta in die Mitte und bediente rechts im Strafraum den auffälligen Linus Queißer. Der Stürmer zog aus vollem Lauf und leicht spitzem Winkel mit dem ersten Kontakt ab, der Ball zischte knapp über den rechten Winkel hinweg. Zwei Zeigerumdrehungen danach hatte Francis Mbassi im linken Halbfeld viel Platz und schlug den Ball einfach mal auf den zweiten Pfosten. Dort hatte sich Leon Taiyo Suzuki davongestohlen und stand völlig frei. Der rechte Schienenspieler schraubte sich in die Luft und setzte das Leder mit einem Kopfball aus dem Lehrbuch genau unter die Latte. Der erneute Ausgleich kurz vor der Pause, das 2:2!

In der Nachspielzeit zeigte sich dann noch einmal eins der entscheidenden Probleme an diesem Samstagnachmittag. Die Gäste schalteten bei zweiten Bällen einfach viel zu oft schneller als die Löwen in der Rückwärtsbewegung. An diesem Tag hatten die Blau-Gelben aber auch das Pech, dass die meisten Abpraller und Flipper-Aktionen fast immer in Richtung der Bersenbrücker sprangen, die aber auch immer blitzschnell reagierten. Im letzten Falle in der ersten Halbzeit hatte Leon Herdes einen Aufsetzer-Freistoß stark pariert, doch nur ein Stürmer der Gäste war durchgelaufen und kam aus spitzem Winkel zum Abschluss, doch Herdes parierte erneut und verhinderte mit Pausenpfiff den dritten Rückstand.

Dann war Halbzeit. Die U23 hatte zwei schön verpackte Geschenke überreicht, konnte aber jeweils zurückkommen. Dennoch ließen sich die Blau-Gelben zu oft zu einfach überrumpeln und konnten nicht ganz an die starke Defensivleistung der ersten Partien anknüpfen. In der Offensive lief es trotz Luft nach oben ordentlich. Oft fehlte nur wenig zur nächsten Gelegenheit. Trainer Fabian Adelmann stellte die Abwehr um: Linksverteidiger Salem Nouwame kam für Gabriel Jerome Michalek und sortierte sich in der linken Innenverteidigung ein.

Und der Joker zeigte sich sofort: Der Pass von Nouwame auf Linus Queißer war hervorragend, der Stürmer marschierte zur Grundlinie und legte die Kugel auf die Strafraumkante. Dort ging Kapitän Kunze volles Risiko und nahm den Ball direkt, ballerte das Spielgerät aber knapp über den Kasten. Fünf Minuten später flog ein langer Abschlag des Gäste-Keepers bis zur Grundlinie der Löwen, setzte dabei mehrfach auf, ohne dass ein Eintracht-Verteidiger Zugriff bekam und so wurde der Ball in den Rückraum gelegt, doch im letzten Moment konnten die Löwen blocken. Wenige Augenblicke später waren die Blau-Gelben bei einem langen Ball in die gleiche Zone erneut unaufmerksam und ließen sich so viel zu einfach überspielen. Der Bersenbrück-Akteur konnte den Ball an der rechten Grundlinie kontrollieren, legte quer zur Nummer 10, der aus kurzer Distanz einschob und den Dreierpack schürte. Der dritte Rückstand, das 2:3.

Doch nicht einmal zwei Minuten später schlugen die jungen Löwen zurück. Robin Placinta servierte eine Ecke auf den zweiten Pfosten: Dort stand Salem Nouwame und köpfte das Leder zurück in die Gefahrenzone. Dort stieg Phil-Louis Kunze am höchsten und schädelte das Spielgerät ins Netz: der dritte Ausgleich des Tages, das 3:3!

Nur eine Zeigerumdrehung danach bekam Francis Mbassi den Ball von Jona Borsum und zog nach innen. Sein Abschluss aus 20 Metern flog aber weit über den Kasten. Kurz darauf rettete Ensar Maloku mit einer überragenden Grätsche als letzter Mann und verhinderte damit die Riesenchance für die Gäste. Zwei Minuten später rauschte ein Fernschuss der Gäste über den Querbalken. Auf der anderen Seite rutschte eine Ecke von Robin Placinta zu Jona Borsum durch, der die Kugel aus zehn Metern knapp über den Kasten drückte. Im Gegenzug wurde es nach einem langen Einwurf von der Mittellinie sofort gefährlich und der TuS-Akteur hatte plötzlich ganz viel Platz, denn die Blau-Gelben schalteten viel zu spät und so war Leon Herdes auf sich alleine gestellt, parierte im direkten Duell den Schuss aus spitzem Winkel aber stark.

Vier Minuten später wurde die Blau-Gelbe Hintermannschaft von einem Steilpass völlig überrumpelt und so eilte der nächste Bersenbrücker alleine aufs Tor zu. Der Gäste-Akteur war einen halben Schritt eher am Ball als der Löwen-Schlussmann und spitzelte die Kugel an Herdes, aber auch am Tor vorbei. Solche Gelegenheiten sollte man dem letztjährigen Tabellenzweiten nicht geben. Doch fast im direkten Gegenzug bestraften die jungen Löwen die liegen gelassenen Chancen der Gäste. Mason Grumbach verschaffte Jona Borsum mit einem Hackenpass viel Platz. Der Mittelfeldspieler marschierte in den Strafraum und sah den mitgelaufenen Maksym Tytarenko. Der Offensivakteur zog aus 14 Metern ab und knallte das Leder aus halbrechter Position kompromisslos in die linke Ecke: Spiel gedreht, die erste Löwenführung, das 4:3 für den BTSV! Zwei der mitgereisten Bersenbrücker waren mit Schwenk- und Zaunfahne ausgestattet und stimmten als Reaktion „Wir wollen euch kämpfen sehen“ an.

Nur wenige Minuten später reagierten die jungen Löwen bei einem schnell ausgeführten Freistoß von der Mittellinie viel zu spät und so lief nur die Nummer 24 der Gäste durch, tauchte alleine vor Leon Herdes auf und bezwang den jungen Keeper mit einem Lupfer. Auch die ambitionierten Gäste konnten also schnell ausgleichen: 4:4.
Doch damit nicht genug. Nur wenige Augenblicke nach dem Anstoß drangen die Bersenbrücker viel zu einfach in den Strafraum der Eintracht ein, dort riss ein Löwen-Verteidiger seinen Gegenspieler zu Boden, klare Sache: Strafstoß. Der von Kickers Offenbach nach Bersenbrück gewechselte Alvarez trat somit mit 16 Jahren Profi-Erfahrung gegen den 17-jährigen Leon Herdes an, der sein erstes Herren-Spiel bestritt. Herdes entschied sich für die rechte Ecke, Alvarez zielte auf die linke Ecke, drin war die Kugel und das Spiel war erneut gedreht: 4:5 für TuS Bersenbrück.

Beinahe hätten die Gäste noch einen draufgelegt, denn nach einer Freistoßflanke war niemand beim großgewachsenen aufgerückten Innenverteidiger, der völlig frei stehend aus sieben Metern weit am Tor vorbei köpfte. Die jungen Löwen rannten noch einmal an, doch bis tief in die Nachspielzeit kam einfach keine Gefahr dabei herum. Die Blau-Gelben bissen sich an der erfahrenen Hintermannschaft die Zähne aus. Die Nachspielzeit war bereits abgelaufen, als Jona Borsum die Kugel nach einem langen Freistoß von Leon Herdes noch einmal scharf machte. Der Ball landete bei Lukas Sommer, der aus elf Metern völlig frei zum Schuss kam, den Ball aber nicht richtig traf und im dichten Wald von Abwehrbeinen hängen blieb.

Direkt danach war Schluss, die jungen Löwen verlieren ihr zweites Heimspiel in Folge und kassieren zum zweiten Mal in Folge in einem Heimspiel fünf Gegentore. Doch heute muss man auch sagen, dass die U23 zwar durch unnötige Einladungen durchaus bitter verloren hat, sich aber auch gegen einen starken und sehr erfahrenen Gegner geschlagen geben musste. Nicht ohne Grund scheiterte der TuS Bersenbrück in der vergangenen Saison erst in der Relegation am Aufstieg in die Regionalliga. Lange Zeit, das Spil aufzuarbeiten, hat Trainer Fabian Adelmann nicht, denn bereits am Mittwoch steht die Reise zum BSV Rehden an. Anstoß beim langjährigen Regionalligisten ist um 19.30 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.

Bis dahin

Euer Kivi

Die mobile Version verlassen