Auswärtssieg! Die U23 holt die ersten drei Punkte der Oberliga-Saison und schlägt den Regionalliga-Absteiger SC Spelle-Venhaus nach großem Kampf mit 0:1. Linus Queißer hatte sich in der 58. Minute nach Vorlage von Karim Hüneburg stark durchgesetzt und eiskalt vollstreckt. Anschließend hieß es viel Kampf, Leidenschaft und Justin Duda. Der Torwart zeigte gleich mehrere starke Paraden und zog den Gastgebern mit cleverem Auftreten den Zahn. Seine Abwehr schmiss sich vor 346 Zuschauern in jeden Schuss und klärte gleich mehrfach knapp vor der Linie. So war es am Ende ein Sieg des absoluten Willens.
U23-Coach Fabian Adelmann entschied sich für folgende Aufstellung: Justin Duda (TW) – Maxim Root, Phil-Louis Kunze (C), Jona Borsum, Gabriel Jerome Michalek, Salem Nouwame – Karim Hüneburg, Maksym Tytarenko (60. Lukas Sommer) – Aaron Tshiumanga (89. Jannis Soetebeer), Linus Queißer (90.+3 Oliwier Bosacki), Anthony Reid (77. Robin Placinta)
Den ersten Torabschluss hatten die jungen Löwen: Maksym Tytarenko legte für Salem Nouwame ab, doch der Schuss des Linksverteidigers aus 22 Metern flog ein Stück über den Kasten. Eine Zeigerumdrehung später landete eine Tytarenko-Flanke bei Nouwame, der vom linken Strafraumeck abzog, die Kugel aber klar über den Querbalken ballerte. Auf der anderen Seite ging ein Heim-Akteur aus abseitsverdächtiger Position nur halbwegs in eine Flanke, er hatte sich anscheinend selbst in der verbotenen Zone gewähnt. Die Fahne blieb aber unten und die Unruhe sorgte für den ersten Abschluss des letztjährigen Regionalligisten, doch der Schuss aus spitzem Winkel zappelte nur im Außennetz.
Etwas mehr als eine Viertelstunde war gespielt, als Karim Hüneburg nach starker Balleroberung Aaron Tshiumanga in Szene setzte. Dieser zog von der linken Seite nach innen und suchte aus 14 Metern den Abschluss, platzierte seinen Flachschuss aber zu zentral. Fünf Minuten später drangen die Gastgeber über die rechte Grundlinie in den Strafraum und konnten querlegen, doch Gabriel Jerome Michalek hielt irgendein Körperteil in den Ball und verhinderte, dass die Kugel unhaltbar im Netz einschlug. Das Spielgerät zischte knapp links am Tor vorbei und Michalek wurde von seinen Mitspielern geherzt.
Die anschließende Ecke köpften die Hausherren knapp am rechten Pfosten vorbei. Kurz darauf kombinierte sich der SC Spelle-Venhaus sehenswert in den Strafraum und kam dort gefährlich zum Abschluss ein Löwe konnte in höchster Not blocken, den Nachschuss klärte Phil-Louis Kunze von der Linie, anschließend foulten die Gastgeber und es gab eine kurze Rudelbildung, die sich aber schnell wieder auflöste. Ein paar Minuten danach rannte Linus Queißer einem langen Ball von Kapitän Kunze hinterher und kam im Laufduell mit dem Torwart nur einen Schritt zu spät. Dieser nahm das Leder gerade noch im Strafraum auf. Auf der anderen Seite strich ein wuchtiger Fernschuss knapp am Löwen-Tor vorbei, Justin Duda wäre aber wohl da gewesen. Kurz vor der Pause bugsierte Aaron Tshiumanga eine flache Hereingabe von Linksverteidiger Salem Nouwame mit der Hacke Richtung Tor, brachte aber nicht genügend Druck hinter den ball, sodass der Keeper die Kugel locker aufnehmen konnte.
Dann war Halbzeit. Es war merklich ein anderes Niveau als in der Landesliga, aber die jungen Löwen hielten in Abwesenheit von Benjamin Mbom, Marius Homann, Leonard Laatsch und Leon Suzuki gut mit. Es fehlten aber noch die zwingenden Chancen, die die Hausherren durchaus hatten. Bisher hielt die Blau-Gelbe Defensive aber stand und verteidigte leidenschaftlich.
Nach Wiederanpfiff wurden die Gastgeber gefährlicher, kamen aber mehrfach nicht zu Abschlüssen, immer wieder war ein Löwen-Bein, -Kopf oder ein anderes Körperteil im entscheidenden Moment dazwischen. Nicht ganz eine Stunde war gespielt, als Karim Hüneburg im Mittelfeld an den Ball kam und mit viel Gefühl Linus Queißer bediente, der sich das Leder mit der Fußspitze am Verteidiger vorbeilegte, dann 40 Meter vor dem Tor den Turbo zündete und allen davonlief. Im Strafraum angekommen knallte der Stürmer das Spielgerät mit dem linken Vollspann in die Maschen. Eiskalt volltreckt, sein erster Oberliga-Treffer im Trikot der Eintracht und die erste Führung für die U23 in dieser Saison: 0:1 für die jungen Löwen!
Ein paar Minuten später bekam Salem Nouwame das Leder von Aaron Tshiumanga und zog vom Strafraumeck ab, sein Flachschuss war aber leichte Beute für den Schlussmann der Gastgeber. Zwei Minuten danach kamen die Hausherren nach einer Ecke aus spitzem Winkel zum Abschluss, ein Einträchtler klärte die Kugel noch vor der Linie. Die Zuschauer reklamierten Handspiel, aber da war nichts. Stattdessen ging es sofort in die andere Richtung: Aaron Tshiumanga steckte auf Linus Queißer durch, der aus spitzem Winkel zum Abschluss kam, das Leder aus vollem Lauf aber links am Tor vorbei setzte.
Eine Zeigerumdrehung später sorgte ein gefährlicher Ballverlust am eigenen Strafraum für Gefahr: Der SC Spelle-Venhaus tauchte alleine vor Justin Duda auf, doch der BTSV-Schlussmann entschied das direkte Duell mit dem Kontrahenten für sich: Wahnsinnstat! Aber die Szene war noch nicht geklärt: Nur wenige Augenblicke später kamen die Gastgeber aus spitzem Winkel freistehend zum Abschluss, der Ball kullerte hauchzart an der langen Ecke vorbei ins Aus.
Vier Minuten später legten die Hausherren eine Flanke von der rechten Seite nochmal quer und kamen aus sechst Metern zum Abschluss. Ein Verteidiger brachte sich noch entscheidend dazwischen, Justin Duda hielt die abgefälschte Kugel mit beiden Pranken fest. Im direkten Gegenzug legte Aaron Tshiumanga für Linus Queißer ab, der aus 16 Metern geblockt wurde. Sofort ging es in die andere Richtung, wieder war Justin Duda nach einem Steckpass auf sich alleine gestellt, verhinderte mit einer herausragenden Fußabwehr aber erneut den Ausgleich, Maxim Root bereinigte die Situation, Dudas Jubelschrei hörte man vermutlich bis nach Braunschweig.
Zwei Minuten später flog ein Drehschuss aus 16 Metern knapp am Eintracht-Tor vorbei. Die reguläre Spielzeit war bereits vorbei, die jungen Löwen wurden immer enger am eigenen Strafraum eingeschnürt und es gab fünf Minuten Nachspielzeit. Nach einer Flanke von der rechten Seite kamen die Hausherren brandgefährlich zum Kopfball, doch Phil-Louis Kunze stand genau richtig und fälschte entscheidend ab: Hauchzart links vorbei flog die Kugel. Die Nachspielzeit war fast vorüber, als Kunze in allerhöchster Not blockte und den Einschuss aus kurzer Distanz verhinderte. Es gab noch einmal drei Minuten Nachschlag, in denen der Ball durchgängig am und im Löwen-Strafraum war. Dort befanden sich auch alle 22 Spieler, der Schlussmann der Gäste kam sogar zum Abschluss, wurde aber, wie gefühlt ein Dutzend andere Abschlüsse, geblockt.
Nach fast 99 Minuten war dann Schluss! Die Löwen sanken jubelnd und erschöpft zu Boden. Das war richtig harte Arbeit gewesen. Linus Queißer erzielte das Tor des Tages und der Rest war Kampf und Leidenschaft pur. Nach dem Mannschaftskreis kamen Auswärtssieger noch zu den mitgereisten Fans und klatschen ab: richtig tolle Sache! Für mich persönlich war es eine kleine Revanche, denn nach der Meppen-Katastrophe 2018/19 hatte ich am Tag danach das Spiel der U23 in Spelle besucht, welches mit einer 4:0-Niederlage nicht gerade zur Besserung des Wochenendes beitrug. Diese Saison konnte ich das Emsland also mit einem Auswärtssieg im Gepäck verlassen. Weiter geht es für die U23 am kommenden Samstag, dann ist um 14 Uhr der SSV Vorsfelde zu Gast in der Rheingoldarena. Kommt doch mal vorbei! Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Zum Schluss noch ein kleiner Ergebnisdienst: Die U19 spielt nach 40-Minütiger Unterzahl 3:3-Unentschieden gegen Werder Bremen, es trafen Luca Gille, Arda Aksac und Jan Strauß. Die U17 konnte ihre Auftaktpartie gegen den FC St. Pauli mit 2:1 gewinnen, Doppelpacker Aron Polatscheck sorgte für die drei Punkte.
Bis dahin
Euer Kivi
