Die Löwen machen es erneut und fahren den bereits vierten Auswärtssieg der Saison ein. Gegen Tabellenschlusslicht Osnabrück setzten sich die Blau-Gelben am Ende klar und auch verdient mit 0:3 durch. Anton Donkor hatte seine Mannschaft bereits früh in Führung geschossen. Anschließend ließen die Löwen wenig zu und kamen kurz vor der Pause durch Rayan Philippe sogar noch zum 0:2. Im zweiten Durchgang war Eintracht-Schlussmann dann etwas öfter gefragt, hielt die Null aber mit mehreren überragenden Paraden fest. Als Johan Gómez nach herrlicher Vorarbeit von Philippe auf 0:3 erhöhte, waren selbst die größten Pessimisten sicher, dass die Eintracht als Sieger vom Platz gehen wird. Da anschließend beide Teams weitere Gelegenheiten liegenließen und Osnabrück in der Nachspielzeit sogar einen Strafstoß verschoss, war das 0:3 auch der Endstand. Dadurch beträgt der Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz vier Punkte.
Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich an alter Wirkungsstätte für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Marvin Rittmüller, Hasan Kuruçay, Ermin Bičakčić, Jannis Nikolaou (C), Anton Donkor (78. Anderson Lucoqui) – Fabio Kaufmann (72. Niklas Tauer), Robin Krauße (78. Sebastian Griesbeck), Þórir Helgason – Rayan Philippe (72. Anthony Ujah), Johan Gómez (61. Maurice Multhaup)
Die Löwen zeigten sich von Beginn an gewillt, früh den Führungstreffer zu markieren und so war auch gleich der erste Torschuss drin: Philippe steckte im richtigen Moment auf Rittmüller durch, der den Weg zur Grundlinie machte und den Ball in die Gefahrenzone schlug. Im Zentrum stand der andere Außenverteidiger, Anton Donkor, ebenso goldrichtig wie frei und traf aus kurzer Distanz zur Führung! Der prall gefüllte Auswärtsblock explodierte ein erstes Mal, die Stimmung war ohnehin von Beginn an wirklich gut. Das 0:1 für die Braunschweiger Eintracht!
Beinahe hätten die Lila-Weißen im direkten Gegenzug ausgeglichen. Tesche kam nach einer Freistoßflanke aus dem Halbfeld viel zu frei zum Abschluss, schoss die Kugel aber direkt in die Arme von Thorben Hoffmann. Einige Minuten später brach Donkor nach mehreren schnellen und direkten Pässen über die linke Seite durch und suchte mit seiner Hereingabe Johan Gómez. Dieser zog im Zweikampf ebenso wie Kontrahent Niemann, beide gingen zu Fall. Der im ersten Durchgang etwas unglücklich agierende Schiedsrichter Bauer entschied auf Foulspiel Gómez, das war in diesem Fall auch annehmbar. Kurz darauf zog Kaufmann nach einem Abpraller halblinks im Strafraum ab. Der Ball wurde noch abgefälscht und flog ins Toraus, einen Eckball gab es aber nicht. Eine Zeigerumdrehung später versuchte es Philippe aus großer Ferne, doch sein Flachschuss war kein Problem für Osnabrück-Keeper Kühn.
Auf der anderen Seite flog ein Kopfball von Beermann klar am Tor vorbei. Dann kam wieder die Eintracht: Aus der eigenen Hälfte gestartet, marschierte Marvin Rittmüller Richtung Strafraum. Seine Flanke landete am zweiten Pfosten bei Rayan Philippe, der die Kugel direkt nahm, aber rechts am Tor vorbeischoss. Im Gegenzug pflückte Hoffmann einen Fernschuss locker aus der Luft. Fünf Minuten vor der Pause sah Hasan Kuruçay eine Riesenlücke in der Abwehr der Hausherren und bediente den startenden Rayan Philippe mit einem perfekten Pass. Der Franzose enteilte seinen Verfolgern und hatte nur noch Keeper Kühn vor sich, dem er von halbrechts keine Chance ließ. Das 0:2 für den BTSV!
Beinahe hätten die Löwen sogar noch einen draufgesetzt: Philippe brachten den Ball mit dem linken Außenrist vor den Kasten, Kühn patschte die Kugel vor die Füße von Kaufmann, der aus acht Metern abzog, doch auf der Linie rettete Gyamfi, schoss dabei aber einen Mitspieler an und fabrizierte fast ein Eigentor. Am Ende konnten die Gastgeber aber doch noch klären.
Dann war Halbzeit. Die Löwen gingen mit einer absolut verdienten Pausenführung in die Kabine und hatten hier alles im Griff. Osnabrück hingegen musste unbedingt gewinnen, um noch die kleine Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Ohne Veränderung schickte Daniel Scherning seine Mannschaft zurück auf den Platz.
Dieses Mal hatten die Osnabrücker den ersten Abschluss der Halbzeit. Und der hatte es gleich mal in sich. Eine flache Hereingabe von der rechten Seite rutschte durch, sodass am zweiten Pfosten Engelhardt aus vier Metern zum Abschluss kam. Doch Thorben Hoffmann reagierte herausragend und verhinderte mit einem Wahnsinnsreflex den Anschlusstreffer. Nicht ganz eine Stunde war gespielt, als Johan Gómez eine mittelschwere Rudelbildung auslöste. Gelb für den Braunschweiger und für den ebenfalls beteiligten Gnase war die Folge. Nur eine Minute später überrannte Rayan Philippe seinen Gegenspieler einfach und zog unnachahmlich in den Strafraum. Seine butterweiche Hereingabe drückte Gómez aus kurzer Distanz ins Netz! Das 0:3 und nun bebte der Gästeblock, die Vorentscheidung!
Nur wenige Augenblicke, nachdem der Anstoß ausgeführt wurde, hatten die Löwen schon wieder den Ball. Rayan Philippe tanzte seinen Gegenspieler schwindelig, der sogar zu Boden stolperte. Anschließend flankte der Franzose perfekt zu dem gerade erst eingewechselten Maurice Multhaup, dem völlig frei vor dem Tor der Ball versprang. Dennoch konnte er im zweiten Versuch in den Strafraum ziehen und aus leicht spitzem Winkel abschließen. Kühne konnte den Ball nicht festhalten, Þórir Helgason verpasste den Abpraller nur haarscharf. Fünf Minuten später kamen die Gastgeber mal wieder zum Abschluss, da Rittmüller die Bodenhaftung verlor. Der Schlenzer von Makridis flog aber klar über den Querbalken. Zwei Zeigerumdrehungen danach zog Kleinhansl von der Strafraumkante ab und erwischte Hoffmann eigentlich auf dem falschen Fuß, doch der Löwen-Keeper riss die linke Pranke hoch und parierte erneut stark.
Eine Viertelstunde war noch zu spielen, als Marvin Rittmüller über die rechte Seite marschierte und mir seiner flachen Hereingabe Maurice Multhaup fand, der relativ unbedrängt halbrechts im Strafraum zum Abschluss kam, aber nur das Außennetz traf. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit verpasste Multhaup das 0:4. Anthony Ujah hatte sich im Mittelfeld klasse durchgesetzt und nach einigen Schritten seinen Sturmkollegen hervorragend in Szene gesetzt. Multhaup hatte freie Bahn, kam aus zehn Metern aber nicht an Kühn vorbei. Im Gegenzug senste Bičakčić Lobinger um, klare Sache, Strafstoß. Doch Thorben Hoffmann sollte seine tolle Leistung mit einer weißen Weste beenden. Wriedt hämmerte die Kugel sogar deutlich über den Querbalken.
Dann war Schluss und die Löwen rannten nach kurzer Besprechung freudestrahlend Richtung Gästeblock und ließen sich ausgiebig für ihre starke Leistung feiern. Mit nun 34 Punkten hat man jetzt nur noch zwei Punkte weniger als in der gesamten vergangenen Saison. Die Blau-Gelben haben den Klassenerhalt also weiterhin in der eigenen Hand. Nun kommt der HSV ins Eintracht-Stadion. Eine knifflige Aufgabe vor ausverkauftem Eintracht-Stadion. Anpfiff ist am Samstag um 13.00 Uhr.
Bis dahin
Euer Kivi

