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Kommentar: Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung

Früh am Dienstagabend explodierte meine Inbox. Eintracht baut seine Scoutingabteilung wieder auf und ein Leiter, der große „Affinität zum datenbasiertem Scouting“ mit sich bringt, soll es leiten. Philipp Schmidt heißt der Mann, 36. Er war Projektmanager Volkswagen Fußball-Center und Scout beim Karlsruher SC. Die Arbeit wird nicht leicht. Jahrelang ohne eine wirkliche Scoutingabteilung und nur auf das Netzwerk angewiesen zu sein, warf die Eintracht nochmal in diesem Bereich zurück, den es nun gilt aufzuholen. 


Noch sind viele Fragen offen. Holt man sich Informationen von externen Dienstleistern oder baut man sich selbst sogar eine Datenbank auf? Sind die Daten, auf denen man seine Entscheidungen basieren soll, ausreichend genug? Messen sie die Leistung eines Spielers mit genug Kontext, um auch den Spieler ausführlich einschätzen zu können? Wie werden Scoutingressourcen allokiert? Wie geht man sicher, dass die Spieler auch zu einem passen und die nötige Qualität mit sich bringen? Und so weiter. 


Die Scoutingabteilung hat man zur Saison 2019/20 abgesetzt. Das ist verdammt lang her. Die Evolution im Fußball ist enorm schnell geworden. Taktische Innovationen halten vielleicht maximal ein halbes Jahr, bevor sie jemand kopiert oder kontert. Die Welt von Fußballdaten entwickelt sich noch schneller. Neue Metriken, Methoden und Firmen strömen den Markt. Fußball ist mehr Daten, als viele Stammtischler sich überhaupt denken können. Nur ein Bruchteil endet in den Mainstream-Medien.


Und die nächste Evolution steht schon vor der Tür. Wenn JetfighterpilotInnen von Künstlicher Intelligenz schon ersetzt und bald ganze Armeen von KI und Schwarmintelligenz geleitet werden können, dann sind wir beim Fußball auch nicht mehr weit davon entfernt, dass KI die Entscheidungen auf der Trainerbank zumindest mit bewirken wird und Schwarmintelligenz die Taktik im Fußball komplett auf den Kopf stellen wird. 


Für die Eintracht ist es ein kleiner, wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber erstmal nur, um nicht den Anschluss zu verlieren. Noch muss man vieles dazu lernen. Dabei wünsche ich Philipp viel Glück und Erfolg!

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