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Testspielsieg gegen Real Betis Balompié

Zum ersten Mal in dieser Saison empfingen die Löwen einen Testspielgegner und es wurde gleich hochklassig: Mit Real Betis Balompié kam der Tabellensechste der LaLiga aus der vergangenen Saison an die Hamburger Straße. Die Andalusier, die in der kommenden Saison in der Europaleague antreten, reisten mit Topspielern wie William Carvalho, Juanmi, Borja Iglesias und dem äußerst erfahrenen Keeper Claudio Bravo. Die Löwen zeigten sich gegenüber den vergangenen Testspielen stark verbessert, standen über weite Teile sicher und konnten einzelne Nadelstiche setzen. Durch Tore von Endo, Donkor und Gómez konnten die Blau-Gelben den spanischen Erstligisten sogar mit 3:1 besiegen. Dafür gab es nach Spielende eine Menge Applaus.

Jens Härtel entschied sich in seinem ersten Spiel im Eintracht-Stadion für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Danilo Wiebe (46. Maurice Multhaup), Hasan Kuruçay, Robert Ivanov, Niko Kijewski (89. Leon Suzuki), Anton Donkor (60. Marvin Rittmüller) – Sebastian Griesbeck (60. Robin Krauße), Jannis Nikolaou (C, 89. Maksym Tytarenko) – Johan Gómez (46. Fabio Kaufmann), Anthony Ujah (60. Benjamin Mbom), Keita Endo (60. Rayan Philippe)

Die erste Offensivszene hatten die Löwen: Kijewski eroberte in der eigenen Hälfte den Ball. Über Endo kam die Kugel zu Donkor, der in den Strafraum zog. Seine Flanke wurde zur Ecke geklärt, die aber nichts einbrachte. Kurz darauf köpfte Endo eine Wiebe-Flanke am Tor vorbei, beging dabei aber ein Foul, sodass es mit Freistoß für die Spanier weiterging. Zwei Zeigerumdrehungen später zog Wiebe nach einer Freistoß-Flanke von Kijewski aus spitzem Winkel volley ab, wurde aber geblockt. Auf der anderen Seite leistete sich Ujah einen gefährlichen Ballverlust, doch Niko Kijewski verhinderte den tödlichen Querpass mit einer bockstarken Grätsche.

Etwas mehr als eine Viertelstunde war gespielt, als es erneut über die linke Seite gefährlich wurde: Keita Endo leitete einen Pass von Niko Kijewski mit der Hacke in den Lauf von Anton Donkor weiter. Der Linksverteidiger zog aus leicht spitzem Winkel ab, scheiterte aber an einer starken Parade vom 144-fachen chilenischen Nationalspieler Claudio Bravo. Danilo Wiebe hielt den Ball im Spiel und bediente Johan Gómez, der das Leder aus kurzer Distanz aufs Tor drücke. Doch erneut war Claudio Bravo zur Stelle und verhinderte die Löwen-Führung. Zwei Minuten später war dann aber auch der ehemalige Schlussmann von Manchester City und FC Barcelona machtlos: Jannis Nikolaou schlug einen herrlichen Diagonalpass von der Mittellinie in den Strafraum. Keita Endo war perfekt gestartet, legte sich den Ball mit dem ersten Kontakt mit dem linken Fuß nach innen und vollendete mit dem zweiten Kontakt mit dem rechten Fuß in die untere rechte Ecke. Das sah richtig schön aus und bedeutete die 1:0-Führung für die Blau-Gelben!

Auf der anderen Seite wurde es wenig später nach einer Ecke gefährlich. Gleich viermal schmissen die Löwen sich in Abschlüsse innerhalb des Strafraums und blockten jeden Versuch. Schuss Nummer fünf kam dann auch aufs Tor, aber der Schuss aus fast 30 Metern war dann doch eine der leichteren Aufgaben für Thorben Hoffmann. Eine Minute später zog Luiz Henrique, der im vergangenen Sommer für acht Millionen Euro nach Sevilla wechselte, nach innen und visierte das lange Eck an, doch erneut war Hoffmann zur Stelle und konnte parieren.

Kurz nach der Trinkpause marschierte Griesbeck über die rechte Seite und suchte mit einer Flanke den lauernden Ujah, doch der ivorische Nationalspieler Akoukou kam noch dazwischen und klärte auf Kosten einer Ecke. Diese brachte allerdings nichts ein. Etwas mehr als zehn Minuten vor der Halbzeitpause führte Robert Ivanov wenige Meter vor dem eigenen Strafraum den Ball und schlug das Spielgerät einfach mal lang und weit in die gegnerische Hälfte. 25 Meter vor dem Tor nahm Anton Donkor die Kugel aus vollem Lauf klasse mit, ging mit einem Haken an seinem Gegenspieler vorbei und stellte den Körper rein. Alleine vor Claudio Bravo behielt Donkor die Nerven und traf aus kurzer Distanz ins linke Eck. Das 2:0 für die Eintracht gegen den spanischen Pokalsieger von 2021/22!

Nur eine Minute später rieben sich die Eintracht-Fans endgültig verwundert die Augen. Donkor und Endo eroberten gemeinsam den Ball in der eigenen Hälfte. Donkor lief mit dem Ball bis etwa fünf Meter vor dem Strafraum und bediente dann den mitgelaufenen Anthony Ujah auf der Strafraumkante. Der Stürmer behauptete gegen drei Gegenspieler den Ball und legte wieder links raus. Keita Endo zündete den Turbo, ließ Koukou einfach stehen und schlug die Kugel scharf vors Tor. In der Mitte hechtete Johan Gómez in die Flanke und drückte das Spielgerät aus kurzer Distanz zum 3:0 in die Maschen! Nun schallte „Europapokal“ durchs Eintracht-Stadion. Die letzten Minuten liefen bereits, als Kijewski einen Freistoß aus spitzem Winkel direkt aufs Tor zog, aber links am Tor vorbeischoss.

Dann war Halbzeit. Eine etwas überraschende Führung, die grundsätzlich verdient war, aber ein Stück zu hoch ausfiel, denn die Löwen hatten ihre Torchancen eiskalt ausgenutzt. Vor allem die linke Seite wusste zu gefallen, denn an jedem Treffer war ein Spieler von der Spielfeldseite bei der Haupttribüne beteiligt. Zur Pause wechselten die Gäste komplett durch. Bei der Eintracht wurde die rechte Seite ausgetauscht, für Torschütze Johan Gómez und Danilo Wiebe kamen Fabio Kaufmann und Maurice Multhaup in die Partie.

Wenige Sekunden nach Wiederanpfiff schleuderte Fabio Kaufmann einen weiten Einwurf in den Strafraum. Anthony Ujah verschaffte sich mit cleverem Körpereinsatz genügend Platz, um die Kugel sieben Meter vor dem Tor aus der Luft zu pflücken, zielte stark bedrängt aber zu zentral, sodass der neue Schlussmann im Kasten der Spanier, Rui Silva, mit dem Fuß parieren konnte. Zwei Minuten danach eroberte Keita Endo gegen den letzten Mann der Andalusier den Ball und hatte freie Bahn, doch dieser korrigierte seinen Fehler mit einer tollen Grätsche und stoppte den Japaner gerade noch. Wenig später spielte Ivanov einen tollen Pass in den Lauf von Multhaup, der rechts im Strafraum auftauchte und mit einem Querpass Ujah suchte, doch der Pass kam etwas in den Rücken, sodass Betis klären konnte.

Auf der anderen Seite war ein Freistoß aus 25 Metern kein Problem für Hoffmann, der den zentralen Schuss locker festhielt. Danach verflachte das Spiel etwas, auch durch einige Wechsel auf Seiten der Eintracht: Benjamin Mbom, Robin Krauße, Rayan Philippe und Marvin Rittmüller kamen für Anthony Ujah, Sebastian Griesbeck, Keita Endo und Anton Donkor. In der Meisterminute gab es Elfmeter für den spanischen Europaleague-Teilnehmer. Mehrere Löwen beackerten Willian José, der zu Boden ging. Ein Foul war da eher nicht zu erkennen, Schiedsrichter Harm Osmers entschied aber auf Strafstoß. Der Gefoulte trat selber an, ließ sich Zeit beim Anlauf und zielte auf die linke Ecke. Das hatte Thorben Hoffmann geahnt, der Schuss war aber zu platziert, sodass der Eintracht-Schlussmann den Einschlag nicht verhindern konnte. Der Anschlusstreffer für die Andalusier, das 3:1.

Die nächste Chance hatten aber wieder die Löwen. Benjamin Mbom setzte mit einem beherzten Sprint Torwart Silva unter Druck. Den unkontrollierten langen Schlag fing Multhaup ab und spielte einen Doppelpass mit Fabio Kaufmann. Multhaup zog nach innen und marschierte in den Strafraum, seinen Linksschuss aus 13 Metern lenkte Silva mit den Fingerspitzen über den Querbalken. Die anschließende Ecke fiel über Umwege Hasan Kuruçay vor die Füße, der seine Beine nicht rechtzeitig sortiert bekam, sodass die Gäste auf Kosten einer erneuten Ecke klären konnten. Diese flog allerdings direkt ins Toraus. Nicht ganz zehn Minuten waren zu spielen, als Kaufmann den Ball nach innen zu Multhaup legte. Dieser zog vom Strafraumrand ab, doch sein Schuss wurde genau in die Arme des Torwarts abgefälscht. Auf der anderen Seite probierte es Cruz nach einer Ecke aus der zweiten Reihe, klar drüber. Drei Minuten danach versuchte es Willian José bei einem Freistoß aus etwa 25 Metern direkt, Hoffmann parierte zur Ecke. Kurz vor Schluss gab es noch eine kleine Rudelbildung, als sich Torwart Rui Silva aus unklarem Grund U23-Akteur Benjamin Mbom schnappen wollte. Robin Krauße kam vehement zur Hilfe und sah kurz darauf wie auch Silva den gelben Karton.

Dann war Schluss. Die Löwen holten sich eine ordentliche Ladung Applaus ab und gingen mit je einem Edding bewaffnet zu den Fans, um fleißig Autogramme zu schreiben. Zwar hatten die Andalusier im zweiten Durchgang viel Ballbesitz, größere Chancen ließ die Blau-Gelbe Hintermannschaft aber nicht zu. Neben dem Elfmetertreffer kam nicht wirklich viele gefährliche Schüsse aufs Tor von Thorben Hoffmann, der aufgrund der hohen Temperaturen sicherlich trotzdem ins Schwitzen kam. Ein fast durchweg erfolgreiches Testspiel also, das man aber natürlich nicht zu hoch bewerten sollte, denn es war das erste Testspiel in dieser Saison für Real Betis Balompié. Für die Löwen geht es am Mittwoch in Gifhorn weiter, dann empfängt man in der Flutmulde Hapoel Tel Aviv. Das Spiel gegen den israelischen Erstligisten beginnt um 18.30 Uhr. Den Stream von der Braunschweiger Zeitung mit Kommentator Lennart Wenk im Relive findet ihr hier. Mehr Bilder zum Spiel gibt es hier.

Bis dahin

Euer Kivi

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